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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4333 vom 07.05.2005, Kategorie Kolumne

Ergebnisse aus Nah und Fern

Die Goldmedaille bei der russischen Mannschaftsmeisterschaft ging an das starke Team von Tomsk-400 (Morozevich, Bologan, Aronian, Tkachiev, Smirnov, Inarkiev, Jakovenko). Die direkten Konkurrenten aus Jekatyerinburg (Grischuk, Dreev, Akopian, Sakaev, Motylev, Vaganian) kamen in der Schlussrunde über ein Unentschieden nicht hinaus und wurden Zweiter.

Das Austria Open - heuer Alfred Husek Gedenkturnier - gewann nach Zweitwertung GM Niki Stanec vor IM David Shengelia, beide 7½ aus 9. Der in Wien studierende 25 jährige Georgier gewann vor kurzem das große Open in Capelle la Grand und erhält heuer den GM-Titel. Die weiteren Plätze belegten: 3.FM M. Hangweyrer 6½. 4.Kuciel 6½. 5.FM P. Roth 6. IM Mahdy 6. 7. FM Kwatschewsky 6. 8.IM Baumegger 6.

Am 1 Mai fand das traditionelle Aktivschach Open in Altlengbach statt. Endstand:1.IM Shengelia 7½ aus 9. 2.GM Balinov 7. 3.GM Beim 6½. 4.IM Weinzettl 6. 5. Robert Wiedner 5½.

Am Schluss zwei Partien aus der 2. Bundesliga Ost. Der Krimi um den Aufstieg löste sich in der letzten Runde auf. Die führende Mannschaft aus Wulkaprodersdorf verlor gegen den Letztplatzierten SK Aljechin Wien katastrophal mit 1½-4½. Das reichte aber trotzdem für den Aufstieg in die 1. Bundesliga, weil der SK Baden ebenfalls patzte: 2-4 gegen Stockerau. Zum ersten Mal in der Geschichte wird ein burgenländisches Team in der höchsten Schachliga vertreten sein!

Weiß: Löffler, S (2432)
Schwarz: Polak, T (2466)
Anmerkung: GM I. Balinov

1.d4 Sf6 2.Lg5 Der Trompowski Angriff!

2...e6 2...Se4 wäre eine andere gute Alternative.

3.e4 h6 4.Lxf6 Dxf6 5.c3 5.Sc3 wurde in unzähligen Partien gespielt. Der Textzug kommt seltener vor.

5...d6 6.Ld3 c5 Es stellt sich die Frage: warum nicht gleich am fünften Zug? Auf e4-e5 kann man dann mit d7-d6 kontern.

7.Sf3 Sd7 7...Sc6 wäre logischer: Druck auf d4.

8.0–0 Dd8 Die Dame steht auf f6 exponiert, besonders nach Le7.

9.e5 Stefan geht’s an: Ohne Vorbereitung wie Sbd2 und Te1 oder De2.

9...cxd4 Mit dem Abtausch sollte Schwarz normalerweise warten, bis der Springer auf d2 (oder a3) entwickelt ist. Jetzt erhält er das optimale Feld c3. 9...Le7 wäre der normale Zug.

10.cxd4 dxe5 11.dxe5 g6 Das ist die Idee des Abtausches gewesen: Schwarz nimmt auf Kosten der Entwicklung e5 ins Visier.

12.Da4 Lg7 13.Td1 a6 13...0–0 geht wegen 14.Lb5 noch nicht.

14.Sc3 Auf 14.Lb5 folgt 14...Tb8.

14...De7 14...0–0? 15.Lb5.

15.Df4 0–0 16.Se4 Eine andere Idee war 16.Td2 nebst Tad1 oder mit Te1 den e5-Bauern zu überdecken.

16...g5 Verpflichtende Schwäche. Schwarz sollte die Entwicklung mit 16...b5 beenden. 17.Tac1 17.a4 bxa4 18.Txa4 Lb7 oder 17.Sd6 Sxe5 18.Le4 (18.Sxe5 Dxd6 19.Sxg6 Dxf4 20.Sxf4 Lxb2) 18...Sxf3+ 19.Lxf3 Ta7. 17...Lb7 18.Tc7 sieht unangenehm aus, aber nach 18...Ld5 19.Txd7 Dxd7 20.Sf6+ Lxf6 21.exf6 Dd8 wäre die Stellung unklar.

17.Dg3 f5 Dieser Zug hängt mit dem vorigen zusammen.

18.exf6 Sxf6 19.Tac1 Sxe4 20.Lxe4 Tf4

Diagramm A

21.h4!? Mutige Entscheidung! Aber es ging in diesem Match um Alles oder Nichts! Die ruhigere Fortsetzung war 21.Tc4 b5 22.h4 bxc4 23.Lxa8 Lf6 24.hxg5 hxg5.

21...Txe4 22.hxg5 hxg5 Die folgende Analyse zeigt, dass 22...h5 forciert verliert: 23.Tc7 Df8 24.Txg7+! Kxg7 (24...Dxg7 25.Td8+ Kh7 26.g6+ Dxg6 27.Th8+ Kxh8 28.Dxg6) 25.Dc7+ Df7 26.Dc3+ Kh7 27.Dc2 Df5 (27...Dg6 28.Dc7+ Dg7 29.g6+ Kh6 30.Dc1+ Kxg6 31.Dc2) 28.Dc7+ Kg6 29.Td8 Df7 30.Dc3 b6 31.Td4! mit Gewinn (31.Th8! Kf5 32.Th7).

23.Tc7 Df6 24.Sxg5 Te2 Auf 24...Tf4 einfach 25.Txg7+ Dxg7 26.Dxf4.

25.Dh4? Unverständlich! Warum nicht 25.Tf7? 25...Dxf7 26.Sxf7 Kxf7 27.Df3+ Ke7 28.Dxe2.

25...Lh6 Vielleicht übersah Stefan diesen simplen Verteidigungszug! Jetzt wird es kompliziert.

26.f4 e5 27.Tf7 Db6+ 28.Kh1 Lf5? Leitet die Niederlage ein! Eine interessante Verteidigung wäre 28...Txb2!? 29.Dh5 Droht Tf8 mit Matt in zwei.

29.Txf5 Dg6 30.Dg4 exf4 31.Td6! Te1+ 32.Kh2 Dg7 Effektvoll! 32...Dxd6 33.Sf7+ Lg7 34.Sxd6

33.Sf7 33.Dh5 wäre trivial.

33...Dxg4 34.Sxh6+ Kg7 35.Tf7+ Aber nicht 35.Sxg4?? wegen 35...Th8+ 36.Th6 Txh6+ 37.Sxh6 Kxh6 38.Txf4 Kg5 und viel Spaß beim Realisieren! 1–0

Weiß: Varga (2538)
Schwarz: Lipka (2387)

Diagramm B

18...Ke6 19.Sxe5! Der Partie-Gewinner! Danach ist alles einfach.

19...Kxe5 20.Lb2+ Ke6 21.e5 Sd5 22.exd6 Lb7 23.Lxg7 Thg8 24.Te1! Kxd6 24...Txg7 25.Lxa6+ Kxd6 26.Lxb7.

25.Le5+! Kd7 25...Kxe5 26.Lxa6+ Kf6 27.Lxb7.

26.Tad1 b5 27.Ld3 Tad8 28.Lxh7 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog