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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4339 vom 14.05.2005, Kategorie Kolumne

Englische Teammeisterschaft

Die englische Teammeisterschaft (4NCL) gewann nach Zweitwertung die Mannschaft von Wood Green mit Adams, Shirov, Bologan, I. Sokolov, Nielsen, McShane, Gormalley, Cramling vor dem Team von Guilford mit Svidler, Efimenko, Lautier, Sutovsky, Rowson, Hebden, Charbonneau, Krush. In der Schlussrunde trafen die beiden Mannschaften aufeinander. Unsere heutige Partie zeigt den wichtigen Sieg für Guilford auf Brett 4. Noch wichtiger war aber der „goldene“ Punkt von Bologan gegen Lautier auf Brett 3 und somit endete der Wettkamp 4:4, da die restlichen Spieler remisierten.

Weiß: Sutovsky, E. (2669)
Schwarz: Sokolov, I. (2685)
Guilford - Wood Green
Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0–0 Sxe4 Die offene Variante in der Spanischen Partie wurde besonders nach dem WM Match Karpov-Kortschnoj in Bagio 1978 populär.

6.d4 b5 7.Lb3 d5 8.dxe5 Le6 Die Grundstellung. Weiß verfügt hier über verschiedene Fortsetzungen. c3 gilt als Hauptzug. Danach (nach Wichtigkeit gereiht) kommt der Textzug gefolgt von 9.Le3 und 9.De2.

9.Sbd2 Sc5 10.c3 Lg4 die andere verbreitete Variante ist: 10...d4 und nun 11.Lxe6 (oder 11.Sg5 wie in der folgenden Begegnung: 11...Dxg5 12.Df3 0–0–0 13.Lxe6+ fxe6 14.Dxc6 Dxe5 15.b4 Dd5 16.Dxd5 exd5 17.bxc5 dxc3 18.Sb3 d4 19.La3 g6 20.Lb4 Lg7 21.a4 d3 22.axb5 d2 Shirov-Anand Mainz 2004.) 11...Sxe6 12.cxd4 Scxd4 13.a4 Lb4 14.axb5 Sxb5 15.Da4 Le7 16.Se4 0–0 17.Td1 Dc8 18.Lg5 Sxg5 19.Sexg5 h6 20.Se4 De6 und Weiß steht ein bisschen besser, Svidler-Sokolov, Wijk aan Zee 2005.

11.Lc2 Se6 12.Te1 Lc5 13.Sf1 Ziemlich wild entwickelte sich die folgende Partie: 13.Sb3 La7 14.a4 Se7 15.Le3 Lxe3 16.Txe3 c5 17.Db1 b4 18.Sh4 bxc3 19.bxc3 Tb8 20.De1 d4 21.Tg3 h5 22.cxd4 cxd4 23.h3 g5 24.Sg6 Sxg6 25.Lxg6 fxg6 26.hxg4 hxg4 27.De4 Sf4 Efimenko-Sokolov, DBL 2004.

13...Lh5 Der Neo-Holländer spielt dieses System gern mit dem König in der Mitte: 13...Se7 14.Sg3 h5 15.h3 h4 16.Sf1 Lh5 17.a4 b4 18.a5 bxc3 19.bxc3 Db8 20.Ta4 Da7 21.Le3 g5 22.S1h2 Lxe3 23.Txe3 Sf4 24.Dd2 Tg8 Adams-Sokolov, Sarajevo 2000.

14.b4 Neuer Zug. Hier wird meistens 14.Sg3 mit guten Erfolgsaussichten für Weiß gespielt.

14...Lb6 15.Sg3 Lg6 16.h4 d4 17.Lg5 Lxc2 17...Sxg5 wäre nicht so gut, weil nach 18.Sxg5 schon e5-e6 in der Luft hängt. Die Alternative war 17...Dd7.

18.Dxc2 Dd5 19.Sh5 Der Israeli spielt wie immer aggressiv!

19...Dc4 20.Sd2 d3 Was passiert eigentlich auf 20...Dxc3? Es folgt 21.Sxg7+! Sxg7 22.De4 0–0 23.Tac1 Dxb4 24.Txc6 Tae8 25.Sf3 und Weiß hätte ausgezeichnete Angriffschancen.

21.Dd1 Dd5 22.Se4 Droht Sf6!

22...Kf8

Diagramm A

23.Sef6! Trotzdem!

23...gxf6 24.Sxf6 Dc4 Auf 24...Dd8 folgt 25.Lh6+ (oder 25.Sxh7+ Txh7 26.Lxd8 Txd8) 25...Ke7 26.Df3 und Weiß gewinnt das Material zurück.

25.Te4 Scd4 25...Dxc3 kostet die Dame: 26.Lh6+ Ke7 27.Sd5+. Die andere Möglichkeit 25...Ld4 kann auch nicht viel ändern: 26.Lh6+ Ke7 27.cxd4 Scxd4 28.Tc1 Dxa2 29.Dxd3 c5 30.bxc5 Thd8 31.Tee1.

26.Lh6+ Ke7 27.cxd4 Sxd4 Oder 27...Lxd4 28.Tc1 Dxa2 29.Txd4 Sxd4 30.Txc7+ Kd8 31.Td7+ Kc8 32.Txd4.

28.Tc1 Dxa2 29.Txd4 Thd8 Weiß steht auch in anderen Varianten auf Gewinn: 29...Tad8 30.Ta1 Db2 31.Tf4 d2 32.Lg5 Dxa1 33.Sd7+; oder 29...Lxd4 30.Txc7+ Kd8 31.Td7+ Kc8 32.Txd4.

30.Tf4 Einfacher war 30.Df3 Txd4 31.Dxa8.

30...d2 31.Tc3 31.Lg5 dxc1D 32.Dxc1 sollte für den ganzen Punkt reichen.

31...Da4 32.Sg8+ Zeitgewinn.

32...Ke8 Schwarz steht auch nach 32...Txg8 33.Dxd2 Tad8 34.Td3 schlecht.

33.Sf6+ Ke7

Diagramm A

34.Sd5+! Desperado-Springer!

34...Txd5 35.Txf7+! Und auch der Turm opfert sich selbstlos!

35...Kd8 35...Kxf7 verliert forciert: 36.Df3+ Ke8 (36...Ke6 37.Df6+ Kd7 38.Df5+) 37.Df8+ Kd7 38.Df5+ Kd8 39.Lg5+ Ke8 40.De6+ Kf8 41.Lh6#.

36.Tf8+ Ke7 37.Lg5+! Erzwingt den Turm zu nehmen! 37...Kxf8 38.Df3+ Ke8 39.Dh5+ Kd7 (39...Kf8 40.Tf3+ Kg7 41.Df7+ Kh8 42.Lf6#) 40.Dg4+ Ke8 41.De6+ Kf8 42.Lh6# 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog