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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4402 vom 20.08.2005, Kategorie Kolumne

Niki Stanec führt in Gmunden

Dieses Jahr werden die österreichischen Staatmeisterschaften vom 11. bis 21. August in Gmunden (Oberösterreich) direkt am Traunsee ausgetragen. Das „Herren“-Turnier ist stark besetzt und sehr ausgeglichen. Nach 8 Runden führt der Favorit und 9-fache (in den letzten 10 Jahren!) Staatsmeister GM Niki Stanec mit 5½ Punkten vor IM Martin Neubauer 5 und FM Markus Ragger 4½, IM Norbert Sommerbauer 4½ und Franz Hölzl 4. Der Co-Favorit GM Stefan Kindermann kam in der 7. Runde gegen Friedrich Volkmann sehenswert unter die Räder und ist derzeit nur auf Rang 6. Die letzten 3 Runden werden noch sehr spannend, denn die ersten 8 Ränge sind nur durch 1½ Punkte getrennt. Bei den Damen führt Sonja Sommer mit 6½ Punkten vor Monika Galambfalvy 6 und WFM Anna-Christina Kopinits 5½.

Heute eine Partie vom jüngsten Teilnehmer Markus Ragger.

Weiß: Ragger, M. (2434)
Schwarz: Lehner, O. (2428)
Staatsmeisterschaft Gmunden
Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 c5 2.c3 d5 3.exd5 Dxd5 4.d4 Sf6 Wenn man die Fianchetto-Variante spielen will, dann beginnt man normalerweise mit 4...g6 5.Sf3 Lg7. Hier ein Beispiele: 6.Sa3 cxd4 7.Lc4 De4+ 8.Le3 Sh6 9.cxd4 0–0 10.0–0 Lg4 11.Lxh6 Lxh6 12.Te1 Df4 13.Txe7 Sc6 14.Txb7 Tab8 15.Txb8 Txb8 16.Le2 Lxf3 17.Lxf3 Sxd4 und Schwarz hat Kompensation für den Bauern, Hamdouchi-Kudrin, FIDE-WM Tripolis 2004.

5.Sf3 g6 Die Hauptfortsetzungen sind: 5...e6 und 5...Lg4.

6.Sa3! Lg7 7.Lc4 Dd8 Gespielt wurde auch 7...De4+ aber nach 8.Le3 0–0 9.0–0 cxd4 10.Sxd4 Sc6 11.Te1 Dh4 12.h3 Ld7 13.Lf1 e6? (13...Tfd8!?) 14.Sf3 Dh5 15.Lg5 erlangte Weiß klaren Vorteil, Sveshnikov-Brkic, Nova Gorica 2004, oder 7...Df5 8.Sb5 Sa6 9.De2 0–0 10.Dxe7.

8.Da4+! Ld7 Alle anderen Züge sind deutlich schlechter: 8...Sc6 9.Se5 0–0 10.Sxc6 De8 11.Lb5 bxc6 12.Lxc6 Ld7 13.Lxd7 Sxd7 14.dxc5 Sxc5 15.Dxe8 Tfxe8 16.Ke2 oder 8...Sfd7 9.Lxf7+ Kxf7 10.Sg5+ Ke8 11.Se6 Db6 12.Sxg7+ Kf7 13.Lh6 g5 14.Dc4+ Kg6 15.h4 Kxh6 16.Sf5+ Kg6 17.Sxe7+ Kg7 18.hxg5 oder 8...Sbd7 9.Lxf7+ Kxf7 10.Sg5+ Ke8 11.Se6 Db6 12.Dc4! (12.Sxg7+ Kf7 13.Lh6).

9.Db3 0–0 10.Se5 Sc6 Sehr interessant war 10...cxd4!? Z.B: 11.Sxf7
Dc7 12.Se5+ Kh8 13.Lf4 Dc5 14.Sf7+ Txf7 15.Lxf7 Df5 mit aktivem Spiel. Eine andere Alternative war 11.Dxb7 dxc3 12.0–0 Sc6 13.Sxc6 De8 14.Sxe7+ Dxe7 15.bxc3 De4 16.Da6 De5.

11.Sxf7 Db8 11...Txf7 ist unzureichend: 12.Lxf7+ Kf8 13.Lc4 cxd4 14.0–0 Sa5 15.Db4 dxc3 16.Dxc3.

12.Se5+ Kh8 13.Sxd7 Vielversprechend sieht 13.Lf4 aus, aber nach 13...Sa5 14.Dc2 De8 15.dxc5 Sh5 16.Sxd7 Dxd7 17.Lg3 Dc6 18.0–0 Sxc4 19.Sxc4 Sxg3 20.hxg3 Dxc5 21.Se3 b5 hat Schwarz doch etwas Spiel für den Minusbauern.

13...Sxd7 14.d5 Einfacher war: 14.dxc5 Sxc5 15.Dc2 De5+ 16.De2 (16.Le3 Lh6 17.De2 Lxe3 18.Dxe3 Tad8) 16...Tad8 17.Le3 mit einem Bauern mehr.

14...Sa5 14...De5+ bringt nichts: 15.Le2 c4 16.Sxc4 Dxd5 17.0–0 Sc5 18.Dc2.

15.Dd1? Genauer war 15.Db5 Sxc4 (15...De5+ 16.Le2) 16.Sxc4 Se5 17.Se3 (17.Sxe5 Dxe5+ 18.Le3 Dxd5 19.Dxc5 Dxg2 20.0–0–0 e6) 17...a6 18.De2 Dd6 19.0–0 b5 20.f4 Sd7 21.a4.

15...Sxc4? Oliver könnte mit 15...De5+ 16.Le3 (16.Le2 Sb6) 16...Sxc4 17.Sxc4 De4 18.Db3 Dxd5 19.0–0 b6 bequemes Spiel erreichen.

16.Sxc4 b5 16...Sf6 verdient Aufmerksamkeit.

17.Se3 Sb6 Oliver strebt materielle Gleichgewicht an. Viel ambitionierter wäre 17...c4 18.0–0 Sc5 19.De2 Df4.

18.0–0 c4 Eine gute Möglichkeit war 18...Db7!? 19.Db3 a6 20.Td1 c4 21.Da3 Le5.

19.b3!? Markus will unbedingt die Entwicklung beenden.

19...De5? Richtig war 19...Lxc3! 20.Tb1 De5 21.bxc4 bxc4 22.Dc2 Ld4 23.Td1 Tac8 mit gleichen Chancen.

20.La3 Tf7 Eine gute Alternative war 20...Tfd8. Zum Beispiel: 21.bxc4 bxc4 22.Dg4 Sxd5 23.Sxd5 Dxd5 24.Lxe7 Te8 25.Tfd1 De5 26.Ld6 De2 27.Dxe2 Txe2 mit Kompensation.

21.Lc5 Beachtung verdiente 21.Lb4!

21...Dxc3 22.Tc1 Da5 23.bxc4 Die Aktivität der schwarzen Figuren hätte nach 23.Lxb6 axb6 24.bxc4 bxc4 25.Sxc4 Dxa2 26.Sxb6 Taf8 27.Tc2 Da7 28.Tc6 Tb8 29.Da4 Dxa4 30.Sxa4 Tf5 den Minusbauern kompensiert.

23...Sxc4 24.Sxc4 bxc4 25.Txc4 Dxa2 26.Ta4 Db2 27.Txa7 Txa7 28.Lxa7 Tf5 29.d6 29.Da4 Lf6 30.Td1 Db7 31.Da2 31...Da8 32.g4 Tg5 33.h3 Te5 34.f4 Te4 35.g5 Lg7 36.Tb1 Dxa7+ 37.Dxa7 Ld4+ 38.Dxd4+ Txd4 39.Tb7 Txd5 40.Txe7 Td4 41.Tf7 Kg8 42.Tf6 Td2 und Schwarz hält das Gleichgewicht.

29...exd6 30.Dxd6 Tf6 Schwarz sollte versuchen die Damen zu tauschen, solange der Turm noch auf f1 steht: z.B. 30...De5.

31.Dd5 Tf5 32.Dd7 h5 32...Db5 mit der oben erwähnten Idee.

33.Td1 Tb5 34.h3 Tb7 35.De8+ Kh7 36.Le3 Tb8 36...De5!?

37.De4 Tb4 38.De8 Tb8 39.De4 Tb4 40.De6 Ta4?? Oliver wollte die Türme tauschen, kommt aber nicht mehr dazu. Er sollte lieber versuchen die siebente Reihe mit 40...Tb7 zu verteidigen.

41.Td7 Ta1+ 42.Kh2 Db8+ 43.g3 Da8

Diagramm

44.Txg7+! Kxg7 45.Ld4+ Weiß gewinnt forciert: 45.Ld4+ Kf8 46.Df6+ Ke8 47.Lxa1. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog