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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4405 vom 27.08.2005, Kategorie Kolumne

Jubiläums Gold für Niki Stanec

Die bisher stärkste österreichische Staatsmeisterschaft vom 11. bis 21. August in Gmunden gewann erwartungsgemäß der Elofavorit GM Niki Stanec und feierte damit ein Rekordjubiläum: Zum 10. Mal in den letzten 11 Jahren Staatsmeister! Nur der Zweitplatzierte IM Martin Neubauer hatte in der letzten Runde noch die Chance dies zu verhindern: Dazu benötigte er in der Schlussrunde gegen Markus Ragger einen Sieg. Martin eröffnete mit Königsgambit äußerst aggressiv, aber der junge Kärntner verteidigte sich präzise und der Punkt wurde bald geteilt. Eine kleine Sensation lieferte Manfred Freitag. Mit Siegen in den letzten beiden Runden wurde er ausgezeichneter Dritter. Die restlichen Qualifikationsplätze für die Staatsmeisterschaft 2006 gingen an GM Stefan Kindermann und FM Markus Ragger.

Endstand bei den Damen: 1. WÖM Sonja Sommer 8½ Punkte, 2. Anna-Christina Kopinits 7½. 3. Monika Galambfalvy 7½.

Endstand beim Qualifikationsturniers für die Staatsmeisterschaft 2006: 1. GM Ilia Balinov 7½, 2. FM Günter Kuba 7, 3. FM Harald Schneider-Zinner 6½, 4. Dr. Robert Zsifkovits 6½.

Hier finden Sie alle Ergebnisse.

Weiß: Kindermann, S. (2546)
Schwarz: Volkmann, F. (2429)
Staatsmeisterschaft Gmunden
Anmerkung: GM I. Balinov

1.e4 e5 2.Sf3 Sf6 3.d4 Sxe4 Gleich zu Beginn des Turniers geriet Volkmann in Bedrängnis: 3...exd4 4.e5 Se4 5.Dxd4 d5 6.exd6 Sxd6 7.Sc3 Sc6 8.Df4 Sf5 9.Lb5 Ld6 10.De4+ Sfe7 11.Lg5 h6 12.Lh4 Lf5 13.Da4 0–0 14.0–0–0 Dc8 15.Lg3 Lxg3 16.hxg3 Td8 17.Lxc6 Sxc6 18.Txd8+ Dxd8 19.Td1 Dc8 20.Sd5 Le6 21.Dxc6 bxc6 22.Se7+ Neubauer - Volkmann, StM Gmunden 1. Runde.

4.Ld3 d5 5.Sxe5 Sd7 Schwarz gleicht mit diesem Zug problemlos aus.

6.Sxd7 Lxd7 7.0–0 Ld6 7...Dh4 8.c4 0‑0‑0 9.c5 erwies sich als nachteilig für Schwarz.

8.c4 c6 9.cxd5 cxd5 10.Sc3 0–0 Häufig kommt 10...Sxc3 11.bxc3 0–0 vor. Die Praxis zeigt, dass Schwarz in dieser Position nichts zu befürchten hat: 12.Dh5 g6 (oder 12...f5 13.Te1 Dc7 14.Ld2 Kh8 15.g3 Tf6 16.Te2 Taf8 17.Tae1 Tg6 18.Df3 Tg4 19.Kf1 Te4 mit kompliziertem Spiel, M. Neubauer - T. Petrosian, EU-Ch.Antalya 2004.) 13.Dxd5 Le6 (13...Dc7 14.Df3 Dxc3 15.Lh6 Tfe8 16.Df6 Lf8 17.Lxf8 Txf8 18.Le4 Tad8 19.Ld5 Dc7 20.Tac1 Db6 21.Dxb6 axb6 22.Lb3 Le6 23.Tfd1 Lxb3 24.axb3 Td5 25.Td3 Landa-Rausis, Düsseldof Open 2004.) 14.Df3 Dc7 15.c4 Lxc4 16.Lh6 Tfe8 17.Tfc1 b5 18.g3 Tad8 19.a4 a6 20.Tab1 Lf8 21.Lf4 Dc8 Anand - Ivanchuk,Calvia-Ol. 2004.

11.Sxd5 Te8 12.Dh5 12.Se3 Dh4 ähnlich wie die Partie Rublevsky-Nijboer weiter unten.

12...Lc6 13.Sc3 13.Se3 g6 14.Dd1 Dh4 15.g3 Sxg3 16.fxg3 Lxg3 17.De2 Txe3 18.Lxe3 Te8 19.Tf2 Dh3 20.Te1 Txe3 21.Dxe3 Lxf2+ 22.Dxf2 Dxd3 23.b3 h6 24.Tf1 Ld5 25.Te1 Lc6 26.Tf1 Remis, Rublevsky-Nijboer, EU-Ch. Warschau 2005.

13...g6 14.Dh3 Db6 15.d5 Ld7!?N

Diagramm

Schöne Idee mit unklaren Folgen! Gespielt wurde 15...Sxc3 16.dxc6 Se2+ 17.Lxe2 Txe2 18.Df3 Tc2 19.cxb7 Tb8 20.Le3 Dxb7 21.Df6 Tc6 22.Dh4 Le5 23.Tab1 Tc2 mit Kompensation für den Bauern, Balcerak - Jordan, DBL2 - Ost 2000.

16.Dxd7 Konsequent! 16.Dh6 ist wegen 16...Sxf2 17.Txf2 Te1+ 18.Lf1 Tae8 19.g4 (19.Dd2 Lc5) 19...Dd4 gefährlich. Oder 16.Df3 Sxc3 17.bxc3 Dc7 mit Ausgleich.

16...Sxf2 Mit der Mattdrohung 17....Sh3++ 18.Kh1 Dg1 19.Tg1 Sf2 matt. Es droht auch 17....Sxd3.

17.Txf2? Die erste Ungenauigkeit. Richtig war 17.Le3! Dxe3 (17...Txe3? 18.Txf2 Txd3 19.Dxf7+ Kh8 20.Df6+ Kg8 21.Se4) 18.Txf2 Lxh2+ 19.Kxh2 Dxf2 20.Tf1 Dh4+ 21.Dh3 (21.Kg1 Dd4+ 22.Tf2 Dxd3 23.Dxf7+ Kh8 24.Df6+ Kg8 25.Df7+ Kh8 26.Df6+ mit Dauerschach.) 21...Dd4 (Das Endspiel ist für Weiß vorteilhaft: 21...Dxh3+ 22.gxh3 Tad8 23.Lc4 Kf8 24.a4 f5) 22.Le2 mit Vorteil für Weiß.

17...Te1+ 18.Lf1 Lxh2+! 19.Kxh2 Dxf2 20.Lb5?? Der entscheidende Fehler! Eine paradoxe Verteidigung bot 20.Dxb7! 20...Tae8 (20...Tf8 21.Db4 Txf1 22.Le3) 21.Db5 T8e5 (21...a6 22.Dc4 T8e5 23.Dc8+) 22.Db8+ Kg7 (22...Te8 23.Df4) 23.Lh6+! Kxh6 24.Df8+ Kg5 (24...Kh5 25.Txe1 Txe1 26.Le2+ Txe2 27.Sxe2 Dh4+ 28.Kg1 De1+ mit Dauerschach.) 25.Txe1 Txe1 26.Db4 f5 (26...Dxf1 27.Se4+) 27.Le2 Dg1+ 28.Kg3 De3+ 29.Kh2 (29.Lf3?? f4+ 30.Kh2 Dg1+ 31.Kh3 Dh1#) 29...Dg1+ 30.Kg3 De3+ Remis! Alle anderen Züge wie 20.Le3, 20.Lh6, 20.Lg5 oder 20.Ld2 verlieren mehr oder weniger schnell.

20...Tg1 21.Dg4 De1! 0–1

Hinweis: Bis 2. September läuft in der Kunsthalle im Wiener Museumsquartier ein GM Turnier. Gespielt wird täglich (Ausnahme 31. August) zwischen 13 und 19 Uhr. Eintritt frei. http://www.zenita-city.at/

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog