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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4412 vom 03.09.2005, Kategorie Kolumne

GM Shchekachev siegt in Schwarzach

230 Teilnehmer (in drei Elokategorien) aus 15 Nationen fanden trotz unglücklicher Terminüberschneidungen vom 20. bis 28. August zum 20. Jubiläumsopen. Schwarzachs Legionär GM Andrei Shchekachev gewann zum 4. Mal sein "Heimturnier", punktegleich auf den Plätzen landen der Russe GM Vladimir Burmakin und GM Thomas Luther aus Deutschland. Den Platz am Stockerl verpasst hat IM Alin Ardaeleanu, doch wird die Freude über seine erste GM-Norm überwiegen. Bester Österreicher wurde der Grazer Walter Wittmann auf Rang 11 vor Reinhard Lendwai (13) und Eva Moser (14). Das B-Turnier war fest in österreichischer Hand. Es gewann Rainer Staberhofer 7½ vor Alois Löffler 6½ und Peter Mooslechner 6½.

Diese Woche zwei Partienausschnitte aus dem GM–Turnier im Museumsquartier.

Braun, A. (2475) - Siebrecht, S. (2487)
Operation Capablanca Wien

Diagramm 1

26...h4 27.Sxh4 Txd4 Der Versuch sofort in die Verteidigung zu gehen schlägt fehl: 27...Kf8 28.Dh7 Dg7 29.Sg6+ fxg6 30.Tf3+.

28.Dh7+ Kf8 29.Tf3 Lf4 29...Tf4 wäre schlechter: 30.Tbb3! (30.gxf4 macht die Sache nach 30...Dxh4 unklar [aber nicht 30...Dxb2? wegen 31.Tg3 Dc1+ 32.Kg2 Dxc5 33.Sg6+ fxg6 34.Lxg6 und Weiß gewinnt.]) 30...e5 31.Lg6.

30.Td2! Taa4! Nach 30...Txd2? folgt das bekannte Motiv: 31.Txf4 Dg7 32.Sg6+.

31.Txf4 Txf4 32.gxf4 Txf4 32...Dxh4?? 33.Dh8+ Ke7 34.Dd8#

33.Sg6+!? Effektvoll, aber vielleicht nicht das Stärkste! Weiß bleibt nach 33.Sg2 Tc4 34.Lg6! Txc5 (34...fxg6 35.Dc7; 34...Dxg6 35.Td8+; 34...Ke7 35.Dg8) 35.Lxf7 Dg7 36.Lg6 eine Figur gegen zwei Bauern.

33...fxg6 34.Dc7 Tg4+? In starker Zeitnot gibt Sebastian das falsche Schach. Arik hätte es nach 34...Dg5+ 35.Kf1 Tf7 36.Dxc8+ Kg7 37.Dd8 Dxc5 38.Dd3 Dg5 39.Dc3+ e5 nicht leicht (wenn überhaupt) zu gewinnen.

35.Kf1 Tg1+ 36.Ke2 Ld7 37.Txd7 Db2+ 38.Td2 Db5+ 39.Kf3 Dxb1 40.Td8# 1–0


Sulskis, S. (2535) - Ragger, M. (2434)
Operation Capablanca Wien

Diagramm 2

45...Ke5 46.Lf3 Was jetzt? Auf 46...Lc8 folgt 47.c3 nebst g2-g3, Kf1–f2-f3 mit höchstwahrscheinlich gewonnenem Endspiel. Markus fand eine sehr schöne Rettung und zwar im Bauernendspiel mit einem Minusbauern! Mit 46.c3 konnte Weiß weiter auf Gewinn spielen.

46...Lxf3! 47.gxf3 Kd4 48.Ke2 Kc3 49.Kd1 a5 50.Kc1 a4 51.Kd1 Nach 51.a3 musste sogar Weiß remisieren: 51...h5 52.h3 h4 53.Kb1 Kd4 54.Kb2 Ke3 55.c4! Kd4 56.c5! Kxc5 57.Kc3.

51...a3 52.Kc1 h5 53.Kd1 h4 54.h3 54.Kc1 ändert nichts: 54...h3 55.Kd1 Kb2 56.c4 Kxa2 57.Kc2 g4 58.fxg4 Ka1 59.g5 a2 patt.

54...Kb2 55.c4 Kxa2 56.Kc2 g4! 57.fxg4 Ka1 58.c5 a2 59.g5 ½–½


Buchtip: "Schachtraining - der Weg zum Erfolg"

Auflage 2005, völlig neu überarbeitet von Wladmir Bude, 288 Seiten, 15 Fotos, 260 Diagramme., geb. ISBN 3-88805-529-6, € 20,40

Buchtip

Der Trainer und Betreuer von Ex-Weltmeister Michael Tal demonstriert in diesem Buch wie russische Trainer zu Werke gehen. So zeichnet er die Inhalte von 12 Vortragsstunden im Rigaer Schachzirkel auf, verdeutlicht die Systematik, wählt Übungsbeispiele für jedes Kapitel anhand derer sich der Lernende allen Fragen der Strategie, der Kombinations- und Endspielkunst vertraut machen kann

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog