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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4513 vom 18.02.2006, Kategorie Kolumne

Zwischenstände der zweiten Bundesliga

Die zweite österreichische Bundesliga besteht aus drei Regionalligen (Ost, Mitte und West), wobei jeweils der Sieger direkt in die Königsklasse (1. Bundesliga) aufsteigt. Im Osten führt nach 6 Runden (aus insgesamt 11) die kompakte Mannschaft aus Baden (IM Siebrecht, IM Löffler, IM Miniböck, FM Schneider-Zinner, IM Brandner) mit zwei Punkten Vorsprung vor SV Raiba Pamhagen und Zwettl. Die direkte Begegnung Baden gegen Pamhagen steht noch bevor. In der Region Mitte ist die Situation ähnlich: Der Zweite, Austria Graz (GM A. Horvath, IM Sakelsek, FM Fahrner), liegt nach 7 Runden 3 Punkte hinten, aber mit einem Sieg gegen die führende Mannschaft aus Leoben (GM Dervishi, IM P. Horvath, IM Bokros, FM Benda) könnte sie wieder die Rückkehr in die 1. Bundesliga schaffen. Im Westen sind noch 3 Runden zu spielen. Hier ist aber noch alles offen: Die Zillertaler, geführt von GM Lanka, GM Maiwald, IM D. Gross, sind vorne nur einen Punkt vor Absam (GM Luther, GM Dizdar, GM Teske, FM D.Pilz) und 2,5 vor Wörgl.

Weiß: Lanka (2510)
Schwarz: Mrva (2490)
2. Bundesliga West

Anmerkung: GM Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 d6 Die Richter-Rauzer Variante wird zurzeit viel seltener gespielt als Najdorf oder Sweschnikov.

6.Lg5 e6 7.Dd2 Db6 Seltener Zug. Die Hauptvarianten fangen mit 7...Le7 und 7...a6 an.

8.Sb3 a6 9.0–0–0 Weiß könnte zuerst auf f6 nehmen, 9.Lxf6 gxf6, und dann groß rochieren.

9...Le7 10.f4 Nun ist es zu spät für den Tausch auf f6: 10.Lxf6 Lxf6 11.Dxd6 Dxf2 und Schwarz steht gut. Sehr populär ist hier der Plan mit 10.f3 0–0 11.g4 ähnlich wie im Englischen-Angriff.

10...0–0 11.Kb1 Nützliche Prophylaxe.

11...h6 Dieser Zug ist immer bedenklich, wenn Schwarz schon kurz rochiert hat: Der Hebel g2-g4-g5 hängt in der Luft.

12.Lxf6 Erzwungen. 12.Lh4 wäre wegen 12...Sxe4 13.Sxe4 Lxh4 14.Sxd6 Td8 schlecht.

12...Lxf6 13.g4 13.Dxd6?? verliert nach 13...Lxc3 14.bxc3 Td8.

13...Lh4 Schwarz will den Bauernsturm h2-h4 und g4-g5 aufhalten. Weiß hat nach 13...Db4 14.a3 Lxc3 15.axb4 Lxd2 16.Txd2 d5 17.exd5 exd5 18.f5 Sxb4 19.c3 Sc6 20.Txd5 ein besseres Endspiel.

14.Le2 Lf2 14...Td8.

15.Tdf1 15.Dxd6 Td8 16.Da3 Le3 17.Txd8+ Dxd8. Für den Bauern d6 hat Schwarz eine gewisse Kompensation.

15...Le3 16.De1 Auch hier hätte 16.Dxd6 die Initiative gekostet: 16...Td8 17.Da3 Ld7.

16...a5 Ein Alternative war 16...Sd4 und auf 17.h4 Sxb3 18.axb3 Ld7 19.g5 kaltblütig 19...Kh8.

17.a4 Auf 17.Sd2 folgt 17...Ld4 18.Sc4 Db4 19.a3 Lxc3 20.axb4 Lxe1 21.Txe1 axb4 22.Sxd6 e5 mit gutem Spiel für Schwarz.

17...Sb4 Wieder interessant war die Entlastung mit 17...Sd4. Zum Beispiel: 18.Sxd4 Lxd4 19.Lb5 Dd8! 20.h4 Ld7 21.Lxd7 Lxc3 22.Dxc3 Dxd7 23.g5 h5 mit gleichem Spiel.

18.Lb5! Stört die Entwicklung.

18...e5 19.f5 Td8 20.Tf3 Genauer wäre gleich 20.h4: 20...Ld7 (20...d5 ist jetzt wegen 21.exd5 Sxd5 22.Sxd5 Txd5 23.Tf3 Ld4 24.De4 nebst g4-g5 nicht so gut.) 21.Lxd7 Txd7 22.g5 d5 23.exd5 Sxd5 24.f6 und der schwarze König ist schon in Bedrängnis.

20...Lf4 21.h4 Auf 21.Se2 kommt Schwarz zu Gegenspiel: 21...Ld7 22.Lxd7 Txd7 23.Sxf4 exf4 24.c3 (24.f6 wäre gefährlich: 24...Dc6 25.c3 Dxa4 26.cxb4 axb4) 24...Sd3 25.Txd3 Dxb3.

21...Ld7 Die andere gute Möglichkeit war 21...d5! 22.Sxd5 Sxd5 23.exd5 h5!! Der Zug wurde stark durch das Einschalten von 20.Tf3 Lf4. (23...Txd5?? 24.Txf4 exf4 25.De8+ Kh7 26.Dxf7) 24.De4 hxg4 25.Tc3 g6 26.fxg6 Dxg6.

22.Lxd7 Txd7 23.g5 d5 Beachtung verdiente zuerst 23...h5 und dann d6-d5. Sogar auf 24.Dd1 folgt 24...d5 und nach 25.exd5 (25.Sxd5 Dc6) 25...Tad8 26.Td3 (26.Txf4 Sxd5) 26...Sxd3 27.Dxd3 entsteht eine unklare Stellung.

24.f6 d4 25.Dg1! Auf 25.Sb5 folgt 25...Tc8 und Schwarz ergreift die Initiative.

25...Dc7? Bis jetzt verteidigte sich Schwarz ausgezeichnet. Mit diesem Fehler beginnen die Probleme! Richtig war 25...h5! mit klarem Vorteil!

26.Txf4! Einziger Zug!

26...dxc3? Was passiert auf 26...exf4? 27.gxh6 g6 28.h5 Kh7 29.Sxd4 Db6 30.hxg6+ fxg6 31.Sf3! Dxf6 (31...Dxg1+ 32.Txg1 nebst e4-e5.) 32.Dg4 mit starkem Angriff. Die einzige Verteidigung war 26...h5! 27.Tf3 g6! und nach 28.Dh2 dxc3 29.Txc3 Dd6 30.De2. ist die Stellung schlechter, aber spielbar.

27.gxh6 g6 28.h7+! Kh8 28...Kxh7? 29.h5

29.Dg5! cxb2 30.Tf2 Dd8 31.Kxb2 Tc7? Hier gab es eine fantastische Möglichkeit: 31...Td3!!

Diagramm 1

Weiß hätte nichts besseres als ins Endspiel einzulenken: 32.Dh6

a) 32.h5 Txb3+ 33.Kxb3 Db6

b) 32.Thf1 Txb3+ 33.cxb3 (33.Kxb3 Db6 34.Ka3 Sxc2+ 35.Txc2 Db4+ 36.Ka2 Dxa4+ 37.Kb1 Db5+ 38.Ka2 Dxf1) 33...Sd3+ 34.Ka2 Sxf2 35.Txf2 b5 oder 32...Df8 33.Dxf8+ Txf8 34.h5 g5 35.Tg1 Te3 36.Txg5 Txe4 37.Sc5 mit klarem Vorteil für Weiß!

32.h5 Tac8 33.hxg6 fxg6 33...Txc2+ bringt nichts: 34.Txc2 Txc2+ 35.Kb1 fxg6 36.f7

34.f7! Dd6 35.Kb1 35.Dxg6!

35...Tf8 36.Tf6 1–0

Weiß: Ginsburg (2513)
Schwarz: Jürgens (2183)

Diagramm 2

23...Te8? Ermöglich ein schnelles und effektvolles Finale!

24.Lxh5! gxh5 25.Td5 Dd8 26.Tg5+ Kf8 27.Dh6+ Matt in zwei: 27....Ke7. 28.Txe6 fxe6 29.Dg7 matt. 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog