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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4694 vom 22.04.2006, Kategorie Kolumne

Weltmeister gegen Europameister

Vom 6. bis 9. April fand in Bukarest unter der Patronage des rumänischen Präsidenten Traian Basescu ein Wettkampf über 4 Partien zwischen dem FIDE-Weltmeister Veselin Topalov und dem Europameister Liviu-Dieter Nisipeanu statt. Das Reglement untersagte Remisangebote Der Weltmeister aus Bulgarien gewann das Minimatch nach zwei Siegen (unseren heutigen Partien) mit den weißen Steine mit 3-1.

Weiß: Topalov (2801)
Schwarz: Nisipean (2693)
Anmerkung: GM Balinov

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 Le7 5.Lf4 c5 Normalerweise rochiert Schwarz zuerst: 5...0–0 und nach 6.e3 folgt 6...c5 7.dxc5 Lxc5.

6.dxc5 Sa6 7.cxd5 Sxd5 8.Sxd5 exd5 9.e4!N

Diagramm 1

Ein neuer Zug - von Topalov rasch ausgeführt. Nach 9.e3 Sxc5 10.Lb5+ Ld7 11.Lxd7+ Dxd7 12.0–0 0–0 13.Le5 Tac8 hat Weiß nur einen rein symbolischen Vorteil.

9...0–0 9...dxe4 wäre wegen 10.Dxd8+ Kxd8 11.Sg5 Lxg5 12.0–0–0+ Ld7 13.Lxg5+ Kc8 14.Lxa6 bxa6 15.Td6 schlecht.

10.exd5 Die Abwicklung 10.Lxa6 Da5+ 11.b4 Dxa6 12.exd5 Lf6 13.Tc1 Te8+ 14.Le3 Ld7 verspricht Schwarz genügend Kompensation für die beiden Bauern.

10...Lxc5 11.Le2 Lb4+ Eine andere Möglichkeit war 11...Sc7 12.d6 Se6 13.Le5 f6 14.Lg3 Da5+ 15.Kf1 Ld7 mit kompliziertem Spiel.

12.Kf1 Ld6 13.Lg5 Da5 Auf 13...Db6 folgt 14.Sd2.

14.a3 Sc7 15.Lc4 b5 16.b4 Db6 17.Lb3 a5 18.Le3 Nach 18.Tc1 Db7 19.Tc6 Se8 (oder 19...Ta6 20.Txd6 Txd6 21.Le7 Tfd8) ist die Position unklar.

18...Db7 19.Lc5 Lxc5!? Interessante Entscheidung! Aber nach dem natürlichen Zug 19...Td8 könnte Weiß die Konsolidierung mit 20.Sg5 Lf5 21.Df3 Lg6 22.h4 h5 (22...axb4? 23.h5!) 23.Td1 axb4 24.axb4 Td7 25.Th3 bequem beenden.

20.bxc5 a4 21.La2 b4 22.axb4 Dxb4 23.Dd4 Sa6 24.c6 Dxd4 25.Sxd4 Sb4 26.Ke2! Stark gespielt! Topalov gibt einen Bauer zurück, aber dafür kommen seine Figuren (auch der König) energisch ins Spiel. 26.d6 führt forciert zum Remis: 26...Td8 27.d7 Lxd7 28.cxd7 Txd7 29.Sf3 Sxa2 30.Txa2 Td1+ 31.Se1 Te8 32.Te2 Ta8 33.f4 Ta1 34.Kf2 a3 35.Tf1 a2.

26...Sxa2 27.Txa2 La6+ 28.Kd2 Lc4 29.Ta3 Lxd5 30.c7 Le6 30...Lxg2 kostete viel Zeit: 31.Tc1 Lb7 32.Tc4.

31.Sb5 Ld7 32.Sd6 g6 32...Ta6 scheitert an 33.Td3 a3 34.Sc4 Lc8 35.Sxa3.

33.Tc1 Kg7 34.Tc4 Ta6 35.Td4 Mit 35.c8S konnte Weiß Material gewinnen: 35...Td8 36.Ke3 Le6 37.Tc7, aber die Realisation wäre nicht so einfach, weder nach 37...Taxd6 38.Sxd6 Txd6 39.Txa4 g5 noch nach 37...Lb3 38.Se4 Te6.

35...Ta7 36.Se8+! Übergang ins vielversprechende Turmendspiel.

36...Txe8 37.Txd7 Taa8 Auf 37...Tc8 wäre 38.Tf3 unangenehm: 38...a3 39.Tfxf7+ Kg8 40.Tg7+ Kf8 41.Txh7 Kg8 42.Th3 Tcxc7 (42...a2 43.Td8+ Kg7 44.Txc8 a1D 45.Tg8+ Kf6 46.Tf3+ Kg5 [46...Ke5 47.Te8+ Kd6 48.c8D] 47.Tg3+ Kh5 48.Th8+ Dxh8 49.Th3+ Kg5 50.Txh8) 43.Txc7 Txc7 44.Txa3.

38.Kc3 Kf6 39.Kb4 Ke6 Mehr Widerstand könnte 39...Tec8 leisten: 40.Kc5 Ke6 41.Tad3 a3 42.T3d6+ Kf5 43.Txf7+ Kg5 44.Td1 a2 45.Ta1 h5 46.Kb6 und Weiß muss sich noch anstrengen.

40.Td4 Ke5 41.Tc4 Tec8 42.Kb5 Kd5 43.Tc2 Der Gewinn ist jetzt ziemlich einfach: Der König marschiert bis b7 und danach wird der a4-Bauer einkassiert. 1–0

Weiß: Topalov (2801)
Schwarz: Nisipean (2693)
Anmerkung: GM Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lg5 e6 7.Dd2 Le7 8.0–0–0 0–0 9.f4 Sxd4 10.Dxd4 Da5 11.h4 Die Hauptvariante ist 11.Lc4 Ld7 12.e5 dxe5 13.fxe5 Lc6 14.Ld2 Sd7 15.Sd5 Dd8 16.Sxe7+ Dxe7 17.The1 Tfd8 18.Dg4 Sf8.

11...e5 11...Ld7 funktioniert jetzt nicht mehr: 12.e5 dxe5 13.fxe5 - der g5-Läufer ist gedeckt und Schwarz hat keine Zeit für Ld7-c6.

12.De3N Neuer Zug.

12...exf4 12...Sg4 13.Df3 f6 ist wegen 14.f5 nicht gut

13.Lxf4 Le6 Die Alternative war 13...Lg4 14.Le2 Lxe2 15.Dxe2 Tac8 16.Th3 Tfe8.

14.Lxd6 Lxd6 15.Txd6 Tac8 Nach 15...Lxa2 16.Dg5 Dxg5+ 17.hxg5 Se8 18.Td7 Le6 19.Txb7 Sd6 20.Tb4 hat Schwarz einen Bauern weniger.

16.a3 Tc6 16...Txc3 bringt hier wenig: 17.Dxc3 Dxc3 18.bxc3 Sxe4 19.Td4 Sxc3 20.Lc4 b5 21.Kd2. Aber 16...Tfe8 verdiente Beachtung.

17.Txc6 bxc6 18.Le2 Sd7 19.Td1 Dc7 Auf 19...Se5 folgt 20.Dd4 f6 21.Db4 Dc7 22.Dd6.

20.g3 Interessant war 20.g4 Se5 21.g5.

20...Tb8 21.Dd4 Dxg3 22.Dxa7 Sf6 23.Kb1 h5 24.a4 Lg4?! Forciert das Endspiel, das aber günstiger für Weiß ist. Die Alternative war 24...De5 25.Dd4 Da5.

25.Lxg4 hxg4 26.Dd4 Dxh4 27.e5 Sd5 28.Sxd5 cxd5 29.Tg1 Interessant war 29.Dxd5 g3 30.e6.

29...Dh2 30.Txg4 Tc8

Diagramm 2

31.Txg7+! Kh8 31...Kxg7 ändert nicht viel: 32.Dg4+ Kh7 33.Dxc8 Dxe5 34.Db7 Kg7 35.Db4.

32.Tg4 Tc4 33.Dd1 Txg4 34.Dxg4 Dxe5 35.c3 Kh7 36.Dd4 De6 37.a5 f5 38.b4 De2 39.Dxd5 Kg6 40.Dd6+ Kg5 41.a6 f4 42.Dc5+ Kg4 43.a7 1–0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog