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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 476 vom 07.11.1997, Kategorie Kolumne

Internationale Wiener Stadtmeisterschaft 1997 (7.November 1997)

Turniersieger Niki Stanec - Stadtmeister Dr. Andreas Dückstein

Dem nicht ganz logischen Turnierreglement zur Folge ging der Sieg zwar aufgrund der besseren Wertung nach Sonneborn-Berger an den Wiener IM Niki Stanec, gefolgt von dem punktegleichen IM Dr. Anreas Dückstein, da Stanec jedoch für Merkur Graz spielt und somit nicht Wiener Stammspieler ist, konnte der Wiener Altmeister seinen nunmehr zehnten Titel des Wiener Stadtmeisters einheimsen. Es sei dennoch herzlichst gratuliert!

Rang Titel Name FED ELO Pkte BH-Wtg
1. IM N. Stanec AUT 2462 7 48
2. IM A. Dückstein AUT 2330 7 47½
3. FM A. Alvir BIH 2390  
4. FM O. Staudner AUT 2340 49½
5.   R. Wukits AUT 2240 44½
6. ÖM A. Strauß AUT 2235 5 46
7. ÖM R. Schwab AUT 2265 5 43½
8. MK W. Posch AUT 2275 5 41½
9.   K. Rogetzer AUT 2200 5 41
10.   M. Prager AUT 2150 5 33½
    28 Teilnehmer        
GM R. Lau ist nach der 7. Runde mit 4 Punkten zurückgetreten !


Die beiden Sieger in Aktion

Weiß:IM A. Dückstein

Schwarz: FM O. Staudner

Franzöisch [C16]

Anm. I.Balinov

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Lb4 4. e5 b6!? 5. Dg4 Lf8 6. Sf3. Die Hauptvariante mit 6. Lb5+ c6 7. La4 b5 8. Lb3 verspricht Weiß ebenfalls das etwas bessere Spiel.

6. ... Se7. Zu erwägen war hier und in den beiden nächsten Zügen 6. ... La6!?.

7. h4 h6 8. h5 Dd7 9. Ld2. Nur Ausgleich ergibt 9. Lb5 c6 10. La4 La6. 9. ... La6 10. Th3. Keinen Vorteil verspricht 10. 0–0–0 Lxf1 11. Thxf1 c5.

10. ... c5. Zu erwägen war auch 10. ... Lxf1 11. Kxf1 c5.

11. Lxa6 Sxa6 12. Se2 Sc6. Den Vorzug verdiente 12. ... Db5!? 13. b3 Sf5, mit unklaren Verwicklungen, bzw. 12. ... Sb8!?, mit der Idee, Sbc6 nachfolgen zu lassen.

13. a3 0–0–0. Im Ausgleichssinne war 13. ... cxd4 14. Sexd4 Sxd4 15. Sxd4 Tc8 vorzuziehen.

14. dxc5 Sxc5 15. Sed4 Kb7 16. Sxc6 Dxc6 17. Df4 Td7. Genauer war 17.

..Dc7!.

18. Sd4 Da4. Noch immer kam 18. ... Dc7 in Betracht.

19. b3 Da6 20. a4 Se4 21. f3. Nur Ausgleich ergibt auch 21. a5 Lc5. 21. ... Sxd2. Vorteilhaft für Weiß wäre hingegen 21. ... Lc5 22. fxe4 Lxd4 23. c3 Lc5 24. exd5 exd5 25. Dg4 Te7 26. Dxg7 The8 27. Lf4.

22. Dxd2 Ka8. Zu erwägen war auch 22. ... Lc5.

23. f4 Lc5 24. Sb5 Tc8 25. Tg3 Lf8. Etwas günstiger für Weiß wäre hingegen 25. ... f6 26. exf6 gxf6 27. Tg6 e5 28. f5.

26. 0–0–0 Tc5 27. Dd3?!. Stärker war 27. Kb1! Txb5 28. axb5 Dxb5 29. c4 Da6 30. Td3 und Weiß hat entscheidenden Vorteil.

27. ... Da5 28. Kb2. Etwas besser war 28. f5!?.

28. ... a6 29. Sd4 Tdc7 30. Dd2 Tc3?!. Klaren Ausgleich versprach indessen 30. ... Dxd2 31. Txd2 Kb7 32. Tgd3.


31. Txc3 Txc3 32. Se2 Tc7 33. Dxa5. Weiß hat das freiere Spiel.

33. ... bxa5 34. Td3?!. Das zielstrebigere 34. c4! hätte dem Anziehenden nach 34. ... Td7 35. f5 Lc5 36. Sf4 exf5 37. cxd5 Te7 38. d6 Td7 39. Sd5 deutlichen Vorteil versprochen.

34. ... Kb7 35. Tg3 Kc8 36. Sd4 Kd7 37. c3 Ke7 38. Kc2 Ke8 39. f5. Nicht besser ist 39. Kd3 Tb7.

39. ... Lc5 40. Kd3 Kf8. Besser als 40. ... Lxd4 41. Kxd4 Kf8 42. fxe6 fxe6 43. c4 dxc4 44. bxc4 Td7+ 45. Kc5 Tc7+ 46. Kd6 Txc4 47. Kxe6 Txa4 48. Tc3 Kg8 49. Ke7 Tg4 50. e6 Txg2 51. Td3 und Weiß hat entscheidenden Vorteil.

41. fxe6 Lxd4 42. e7+! Txe7 43. Kxd4 Tb7 44. c4?!. Ungenau. Mit 44. Kxd5! Txb3 45. e6 fxe6+ 46. Kxe6 Ta3 47. Tf3+ Kg8 48. c4 Txa4 49. c5 Tc4 50. Kd5 Tc1 51. c6 a4 52. Kd6 Td1+ 53. Ke7 Te1+ 54. Kd7 Td1+ 55. Kc8 Td2 56. c7 konnte Weiß seinen Vorteil sukzessive zum Sieg verdichten.

44. ... dxc4 45. bxc4 Td7+. Oder 45. ... Tb4 46. Kd5 Txa4 47. c5 Ta2 48. c6 a4 49. c7 Tc2 50. Kd6 Td2+ 51. Kc6 Tc2+ 52. Kb7 Tb2+ 53. Kc8 a5 54. e6 fxe6 55. Kd7 Td2+ 56. Kxe6 Tc2 57. Kd7 Td2+ 58. Kc8 Tb2 59. Tg6 und Weiß gewinnt.

46. Kc5 Tc7+ 47. Kd5 Td7+ 48. Kc6 Td4 49. c5 Txa4 50. Kb6 Tc4. Oder 50. ... Te4 51. c6 und Weiß gewinnt.

51. c6 a4 52. c7 a5?. Längeren, wenn auch vergeblichen Widerstand leistete 52. ... Ke7 53. Td3 (Weniger genau ist 53. Tg4 Tc2 54. Txa4 Tb2+ 55. Kxa6 Kd7 56. Tc4 Kc8 57. g3 Tb3) 53. ... a3 54. Txa3 Tb4+ 55. Kc5 Tb2 56. Td3 (Hübsch, jedoch weniger effektiv war 56. c8S+ Ke6 57. Sd6 Txg2 58. Sc4 Th2 59. Txa6+ Kf5 60. Kd5 Txh5 61. Sd6+ Kg6 62. Kd4) 56. ... Tc2+ 57. Kb6 Tb2+ 58. Kc6 Tc2+ 59. Kb7 Tb2+ 60. Kxa6 Tc2 61. Kb7 Tb2+ 62. Kc8 Tb1 63. e6 fxe6 64. Td7+ Ke8 65. Txg7 usw.

53. Tg4! Tc2 54. Txa4 Ke7 55. Txa5 Kd7 56. Td5+ Ke7 57. Tc5 und Schwarz gab auf.

 

Weiß: IM N. Stanec

Schwarz: A. Bachofen[

Holländisch [A88]

Anm. I. Balinov

1. c4 f5 2. Sf3 Sf6 3. g3 g6 4. d4 Lg7 5. Lg2 0–0 6. Sc3 d6 7. 0–0 c6. Moderner ist 7. ... De8.

8. d5 e5 9. dxe6 Lxe6 10. Lf4 Lxc4. Schwächer ist 10. ... Se4 wegen 11. Dd3 g5 12. Le3 Sa6 13. Sd4 (Fatal wäre 13. Sxe4?? wegen 13. ... fxe4 14. Dxe4 Lf5 und Schwarz hat das übelegene Spiel.) 13. ... Lxd4 14. Dxd4 c5 15. Dd3 Sb4 16. Dd1 Lxc4 17. Lxe4 fxe4 18. Sxe4 De7 19. Sxd6 Lxe2 20. Db3+ Kg7 21. Lxc5 und Weiß gewinnt.

11. Lxd6 Te8 12. Se5 Le6. Nicht 12. ... Ld5? wegen 13. Sxd5 Dxd6 14. Sxf6+ Dxf6 15. Db3+ De6 16. Dxb7 und Weiß gewinnt.

13. Tc1. Etwa gleichwertig zum Text war 13. Dd3 Sd5 14. Sxd5 cxd5 15. Da3 Sc6 16. Sxc6 bxc6 17. Lc5.

13. ... a5?!. Eine unnötige "kleine" Schwächung. Geboten war 13. ... Sbd7! 14. Dc2 Sd5 15. Sxd5 Lxd5 (Zu gleichem Spiel führte auch 15. ... Sxe5! 16. Lxe5 Lxe5 17. Sc3) 16. Lxd5+ cxd5 17. Lc7 De7 18. Sxd7 Dxd7 19. Dd2 Tac8 20. Lf4, oder 13. ... Sa6 14. Dd3 Sd5 15. Sxd5 cxd5 16. Da3 Db6 17. Sd3 Lf7 18. Tc2, jeweils mit nur geringfügig besserem Spiel für Weiß.

14. Tc2 Sa6. Gut war auch 14. ... Sbd7 15. Td2 Sxe5 16. Lxe5 De7 17. Ld6 Df7 18. Db1.

15. Td2 Sc7?. Nach dem korrekten 15. ... Db6! 16. Da4 (16. Sa4 pariert Schwarz mit 16. ... Da7) 16. ... Sb4 17. a3 Sbd5, hätte sich Weiß mit einem nur kleinen Vorteil begnügen müssen.

16. Lf8! Scd5. Um eine Spur besser war 16. ... Ld5!? 17. Lxg7 Kxg7 18. Sc4 Lxg2 19. Txd8 Texd8 20. Db3 Lxf1 21. Dxb7 Lxe2 22. Dxc7+ Td7 23. Dxc6 Te8 24. Sxa5.

17. Lxg7 Kxg7 18. Dc1. Etwas energischer erscheint 18. Dc2 De7 19. Tfd1.

18. ... Dc7. Vorzuziehen war es, die schwarze Dame mit 18. ... De7!? aus der halboffenen c-Linie zu entfernen.

19. Sf3. Unergiebig wäre 19. Sd3 Sb4 20. Sf4 Lxa2 21. Sxa2 Sxa2 22. Dc4 Df7.

19. ... Te7. Auch nach 19. ... Sxc3 20. Dxc3 Ted8 21. Sd4 Lf7 22. Tfd1 verfügt Weiß über das etwas freiere Spiel.

20. Tfd1 Tae8. 20. ... Td7 findet in 21. Sg5 De5 22. Sa4!, und Weiß steht überlegen, eine hübsche Widerlegung.

21. Sg5 Lg8. Elastischer war 21. ... Td7 22. Sxe6+ Txe6 23. Sxd5 cxd5 24. Dxc7 Txc7 25. e3.

22. Sxd5.

22. ... Lxd5??. Nach 22. ... Sxd5 23. e3 bzw. 23. Lxd5 cxd5 24. e3 hätte sich der weiße Vorteil in Grenzen gehalten.

23. Lxd5 Sxd5. Ebenso verliert 23. ... cxd5 24. Se6+ Txe6 25. Dxc7+.

24. Txd5 und Schwarz gab auf, da der weiße Turm auf d5 wegen Sxe6 mit anschließendem Damenverlust Tabu ist.


Merkur Graz im EC-Finale

Eine Kommission bestehend aus den drei unabhängigen Schiedsrichtern: G. Gijssen (BEL/Vorsitz), A. Filipowicz (POL) und D. Wallace (SCO) trug dem Protest gegen die Strafverifizierung des Wettkampfes Slough gegen Merkur zugunsten der Engländer voll Rechnung und bestätigte einstimmig das an den Brettern erzielte Resultat von 3½:2½ für Merkur Graz.

Peter Detter wurde wegen Einmengung in eine laufende Partie als Mannschaftskapitän für das Finale sowie den nächsten Zyklus des EC gesperrt.


6. Mannschafts-WM in Luzern

1. Rußland 23½, 2. USA 23, 3. Armenien 21 Punkte.

Ein ausführlicher Bericht ist in Vorbereitung.


Weltmeister Karpow in Eichgraben

Vom Freitag bis Sonntag findet in Eichgraben die gemeinsame Tripelrunde der Staatsliga A und der Staatsliga B/Ost statt. Vermutlich am Samstag (10 Uhr) kommt FIDE-Weltmeister Anatoli Karpow im Wettkampf zwischen SCM Winterthur und Hohenems am Spitzenbrett gegen GM Boris Gelfand (oder GM Jörg Hickl) zum Einsatz.

ÖM Lothar Karrer