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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4766 vom 29.07.2006, Kategorie Kolumne

Rublevsky gewinnt in Foros

Nach einer schwachen Leistung bei der Olympiade in Turin, meldete sich der Ex-Russische Meister Sergey Rublevsky wieder siegreich zurück. Beim starken Großmeister-Turnier in Foros (auf der Halbinsel Jalta am Schwarzen Meer) gewann er, trotz einer Niederlage in der Startrunde, mit einem halbem Punkt Vorsprung auf Ivanchuk.

Endstand: 1.Rublevsky 7,5. 2.Ivanchuk 7. 3. Bologan 6,5. 4. Mamedyarov 6.5. Shirov 6. 6. Grischuk 6. 7. Areshchenko 5. 8. Nisipeanu 5. 9. Ponomariov 4,5. 10. Karjakin 4,5. 11. Volokitin 4. 12. Harikrishna 4.

Weiß: Nisipeanu (2695)
Schwarz: Rublevsky (2687)
Anmerkung: GM Balinov

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sc6 5.Sc3 a6 Diese Reihenfolge gewinnt immer mehr an Popularität. Schwarz lässt sich damit viele Optionen offen: Paulsen System, Scheweningen oder Taimanow-Variante.

6.Le2 d6 7.Le3 Ld7 Es entstand eine typische Scheweningen-Struktur mit einem kleinem Unterschied: Der Springer ist noch auf g8. Er steht normalerweise auf f6 und Schwarz beginnt sofort mit Gegenspiel am Damenflügel. Der letzte Zug bereitet b7-b5 vor.

8.a4 Sf6 9.Sb3 Weiß vermeidet gleich den entlastenden Tausch auf d4.

9...Sa5 Schwarz muss den Zug a4-a5 verhindern. Die Alternative wäre 9...b6, aber Weiß hat nun einen starken Plan: 10.g4! Lc8 11.g5 Sd7 12.h4 Le7 13.f4 Lb7 14.Tf1! Im Unterschied zur normalen Scheweningen-Variante bleibt der König in der Mitte bzw. rochiert lang. 14...Dc7 15.f5 Sde5 16.Sd4 mit Initiative auf der Seite von Weiß, S. Polgar - L. Portisch, 1996.

10.0?0 Le7 11.Sd2 0?0 12.f4 Lc6! Der Zug ist genauer als das früher populäre 12...Dc7.

13.Ld3 Mit 13.Lf2!? konnte Weiß Vorteil erlangen: 13...Tc8 (Beachtung verdient 13...d5 14.e5 Sd7) 14.Ld3 Le8? (Besser war 14...d5 15.e5 Sd7) 15.Df3 Sd7 16.Dh3 Sc5 17.Lxc5 Txc5 18.e5 g6 19.Sce4 Anand-Polugaevsky, Reggio Emilia 1992. Was passiert auf 13.b4? Es folgt 13...d5! 14.bxa5 (14.exd5 exd5 15.Sa2 Sc4 16.Sxc4 dxc4 17.Lxc4 Dxd1 18.Taxd1 Lxa4 und Schwarz steht sogar besser.) 14...d4 15.e5 dxe3 (oder 15...Se8 16.Sb3 dxe3 17.Dc1 Sc7 18.Dxe3 Sd5 19.Sxd5 Lxd5 20.Tad1 Dc7 mit Kompensation für den Bauern.) 16.exf6 Lxf6 17.Sde4 (17.Sdb1 Dxa5) 17...Lxe4 18.Sxe4 Lxa1 19.Dxa1 Dxa5 mit unklarer Stellung.

13...d5 14.e5 d4 15.exf6 Lxf6 16.Sde4 Le7 17.f5? Diese Aktivität bringt Weiß in Schwierigkeiten. Richtig war 17.Sg5 Lxg5 18.fxg5 dxe3 19.Dg4 und auf (19.b4 Dd4) 19...Sb3 20.Dh3 g6 folgt 21.Tae1 nebst De3.

17...exf5 18.Txf5 dxe3 19.b4 Lxe4! Einfach und stark.

20.Sxe4 Sc6 21.Lc4 Auf 21.c3 folgt 21...g6 22.Tf1 f5.

21...Dd4! 22.Dxd4 Sxd4 23.Te5 Lxb4 24.Tb1 Wenn 24.c3 dann 24...Sc6.

24...Sxc2! 25.Sg5 Der schwarze Springer leistet viel in dieser Partie: 25.Tb2 Sd4 26.Txb4 Sc6.

25...Tac8 26.La2 Lc3 27.Te4 Sb4 28.Lb3 Sd3 29.La2 e2 30.Sxf7 Der e2-Bauer ist indirekt gedeckt: 30.Txe2 Sc1 31.Txc1 (31.Tc2 Ld4+) 31...Ld4+

30...Sc1!

Diagramm 1

Weiß verliert Material. 30...Sc1 31.Sd6+ 32...Txc8 33.Txe2 Ld4+ 34.Kf1 Sc3 0?1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog