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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4782 vom 26.08.2006, Kategorie Kolumne

Wiener Open im Rathaus

Am 29 Juli war es so weit! Der große Festsaal im Rathaus verwandelte sich in eine Schacharena mit einzigartigem Ambiente. Knapp 300 begeisterte Schachspieler, in zwei Elogruppen geteilt, starteten bei der 15. Auflage des Wiener Open. In der sechsten Runde traf der Autor dieser Zeilen auf den Sieger von Oberwart Großmeister (GM) Davit Shengelia. Davit überschätzte die eigene Stellung, stieß in der Zeitnot auf Probleme, die er schließlich nicht lösen konnte. Von nun an begann ich, an den Turniersieg zu denken. In Runde 7 konnte ich mich nach einer Reihe von versäumten Chancen und Fehlern doch noch durchsetzen. Auch das Remis gegen GM Timoschenko in der vorletzten Partie war alles anderes als leicht. In der 9. Runde hätte mir ein Remis für den alleinigen ersten Platz gereicht und für Helmut Kummer den (geteilten) zweiten Rang und die erste GM-Norm bedeutet! Helmut spielte aber auf den Turniersieg und ich fand meine Stellung zu überlegen, um Remis anzubieten. Meine Einschätzung hatte mich diesmal nicht getäuscht. Trotzdem, Helmut Kummer spielte ein großartiges Turnier, wurde mit einer IM-Norm in der Tasche Sechster. Souverän und selbstsicher agierte der Jugendbundestrainer IM Martin Neubauer: Er wurde Zweiter! Zum gratulieren ist auch dem Oberösterreicher Hermann Knoll: Er erfüllte seine dritte und letzte IM-Norm!

Endstand A-Turnier: 1.GM Balinov mit 8 Punkten aus 9 Runden vor IM Neubauer und GM Guliyev mit jeweils 7 Punkten.

Balinov (2454) - Kunin (2494)

Diagramm

Hier rechnete ich mit einem baldigen Sieg. Wie konnte ich ahnen, was mir noch bevorsteht!

20...Sd4 21.Sde7 21.Sb6 Dc7 22.Sxa8 Txa8 gewinnt Material. Ich wollte aber mehr!

21...Dc7 22.Sxg8 Kxg8 23.Txh6 Ursprünglich wollte ich 23.Sxh6+ gxh6 24.Txh6 spielen, sah aber dann 24...Kg7! und Schwarz kann sich retten.

23...f6 24.Th8+ 24...Kf7 25.Sh6+ Nichts spricht auch gegen 25.Dh5+ Ke6 26.Th7 Tf7 27.Dg4 Sxf5 28.exf5+.

25...Ke7 26.Th7 Kd6 27.Dd3 27.Dg4 war besser.

27...Dc5 28.Txg7 Kc6 29.Sf5 Kb6 30.Se3 Tad8 31.Sd5+ Ka7 Ich stand jetzt mit zwei Mehrbauern klar auf Gewinn, war aber so perplex, den schwarzen König ausgelassen zu haben (von h7 bis a7!), dass die nächsten 10 Züge völlig daneben gingen!

32.Dc4 Dd6 33.Db4? Auf einmal war ich leicht in Zeitnot.

33...Dxb4 34.Sxb4 Tc8 35.g3 Sxb3 36.h4?? 36.f3 war notwendig.

36...Tc4 Das Wunder ist passiert! Ich verliere den zweiten Bauer.

37.Sd5 Txe4 38.Kg2 38.h5 war genauer.

38...f5?! 39.Te7 Te2 40.h5 Sd2?? Mit wenigen Sekunden auf der Uhr revanchiert sich Vitaly. Mit 40...f4! konnte Schwarz völlig mithalten.

41.Sc3 f4!? Einziger Zug.

42.gxf4? Ich fahre mit den Fehlern fort! 42...exf4 43.Sxe2 f3+ 44.Kh3? Die Serie geht weiter! Das Turmendspiel nach 44.Kg1 fxe2 45.Tc1 Sf3+ 46.Kg2 e1D 47.Tcxe1 Sxe1+ 48.Txe1 ist elementar.

44...Sxf1 45.Sg3? Und auch hier war 45.Sd4 besser.

45...Sd2 46.h6 Sc4 47.h7 Sxb2 48.Tf7? Sinnloser Zug. Richtig war 48.Sf5 Sc4 49.Sh4.

48...Th8 49.Se4 a5 50.Kg4 Sd3? Vitaly sollte seinen a-Bauern weiter ziehen.

51.Kg5 a4 52.Kh6 a3 53.Sc3 Sxf2 54.Txf3 Sg4+ 55.Kg7 Txh7+ 56.Kxh7 Se5 Auf 56...Kb6 folgt 57.Se4 und der a-Bauer geht verloren.

57.Tf6! Sc6 Oder 57...b6 58.Sb5+ Ka6 59.Sxa3

58.Sb5+ Kb6 59.Sxa3 Kc5 60.Tf5+ Kb4 61.Sb5 b6 62.Kg7 Sa5 63.Kf6 Sb3 64.Sc7 Sd4 65.Tf4 Kc5 66.Ke5 Eine voll mit Spannung und Fehlern geladene Partie, die glücklich für mich ausging! 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog