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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4790 vom 07.10.2006, Kategorie Kolumne

13. Internationales Grazer Open

Die heurige, bereits dreizehnte Auflage des beliebten und traditionell stark besetzten Turniers in Graz musste leider Rückgänge an Quantität und Qualität verbuchen. Nur 42 Spieler im A-Turnier (darunter 2 Großmeister) und 68 Teilnehmer im B-Turnier fanden den Weg ins Brauhaus Puntigam. Das A-Turnier war von einer erfreulich starken weiblichen Präsenz gekennzeichnet. Marie Sebag (Frankreich), Eva Moser (Staatsmeister 2006), Petra Schuurman (Holland), Tina Kopinits und Andrea Zechner kämpften tapfer gegen das ?starke? Geschlecht und mischten ordentlich um die vorderen Plätze mit! Der Wettlauf um den Turniersieg entschied sich aber in einem ?Kopf an Kopf?-Rennen zwischen den beiden Favoriten - Davit Shengelia und meiner Wenigkeit. Davit konnte eine Partie mehr gewinnen und damit wiederholte sich sein Erfolg aus dem Vorjahr.

Endstand A-Turnier: 1. GM Shengelia (Georgien) 7,5 Punkte. 2. GM Balinov (Bulgarien) 7. 3. IM Marie Sebag (Frankreich) 6,5.

Eine Partie des Siegers:

Shengelia (2490) - Schnider (2270)
Anmerkungen von GM Balinov

1.Sf3 Sf6 2.b3 Eine pragmatische Entscheidung. Davit wusste, dass sich Gert Schnider sehr sorgfältig auf die Eröffnung vorbereitet hat und deswegen wollte er ihn mit b3 aus der Theorie herausbringen.

2...d5 3.Lb2 e6 4.g3 c5 5.Lg2 Ld6 6.0?0 Sc6 7.d4 Weiß muss handeln und im Zentrum kontern. Schwarz droht d5-d4 gefolgt von e6-e5 mit Raumvorteil.

7...cxd4 Besser war 7...0?0.

8.Sxd4 0?0 9.c4 Schwarz erreichte nach 9.Sxc6 bxc6 10.Sd2 La6 11.c4 De7 12.Dc1 Tfd8 13.a3 Tac8 in der Begegnung Eva Moser - Kuba bei den heurigen Staatsmeisterschaften in Köflach bequemes Spiel.

9...Sxd4 Die Alternative war 9...dxc4 10.Sxc6 bxc6 mit dynamischem Gleichgewicht.

10.Dxd4 e5 11.Dd2 d4 12.e3 dxe3 13.Dxe3 De7 14.Sc3 Lc5 15.Df3 Die Stellung ist ausgeglichen. Aber die Balance ist nicht von Dauer.

15...Tb8?

Diagramm

Damit beginnen die Probleme für Gert. 15...Ld4 sieht verlockend aus, aber nach 16.Sd5 Sxd5 17.Lxd4 exd4 18.cxd5 ist der d-Bauer kaum zu decken. Interessant war 15...Td8 mit der Idee Lc5-d4. Dann könnte Schwarz auf Sc3-d5 mit dem Turm auf d5 nehmen gefolgt von Ld4-b2.

16.Tae1! Davit erhöht den Druck auf e5. Warum mit diesem Turm? Der andere überdeckt f2 und unterstützt oft den Bauernvorstoß f2-f4.

16...Te8 16...Lg4 wird mit 17.Sd5 erwidert und nach 17...De6 (17...Lxf3 18.Sxe7+ Lxe7 19.Lxf3 kostete einen Bauern) 18.Dd3 Sd7 19.b4! Lb6 20.c5 Ld8 21.f4 wäre die schwarze Lage nicht beneidenswert.

17.Sd5 Dd6 Auf 17...Sxd5 18.Dxd5 Ld6 folgt 19.Lxe5 Lxe5 20.f4 Le6 21.Dxe5 Da3 22.f5 Ld7 23.Dd4 mit materiellem und positionellem Vorteil für Weiß.

18.Sxf6+ gxf6 Nach 18...Dxf6 ist 19.Dd5 sehr unangenehm und auf 19...Ld6 folgt 20.f4!

19.Dh5 Df8! Richtig. Die Dame wird für die Verteidigung gebraucht.

20.Lh3 Kh8 Der König muss von g8 weg. Präziser war aber zuerst 20...Lxh3 21.Dxh3, denn hier steht die Dame nicht so aktiv wie auf h5.

21.Lxc8 Texc8 22.Te4 b5 Gert versucht Gegenspiel zu organisieren.

23.Th4 Dg8 24.Tg4 De8?? Grober Fehler in schwieriger Stellung. Die anderen zwei Damenzüge waren spielbar, kosten aber einen Bauern: 24...Dd8 25.Dxf7 De7; oder 24...Df8 25.Lc1 Dd6 26.Lh6 Tg8 27.cxb5 Txg4 28.Dxg4 Tg8 29.Dc4.

25.Dh6 1?0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog