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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4846 vom 25.11.2006, Kategorie Kolumne

Partienachlese von der Bundesliga

Heute die Partie vom ersten Brett der Begegnung ASVÖ Wulkaprodersdorf gegen SV Tschaturanga.

Sprenger (2525) - Rotstein (2528)

1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sc6 5.Sc3 a6 Eine sehr moderne Variante. Schwarz will sich noch nicht deklarieren ob er das Paulsen, Taimanow oder Scheweningen System spielen will.

6.Le3 Am konsequentesten scheint mir 6.Sxc6 zu sein.

6...d6 Rotstein steuert in Richtung Scheweningen-System.

7.Dd2 Typischer Zug für den Englischen Angriff.

7...Ld7 Schwarz wartet noch mit der Entwicklung des Königsflügels und versucht zuerst Gegenspiel am Damenflügel zu erlangen.

8.0-0-0 Tc8 9.Kb1 b5 10.Sxc6 Lxc6 11.f3 Sf6 12.g4 Eine andere Idee ist zuerst den Springer auf d4 zu bringen: 12.Se2 Le7 13.Sd4 Lb7 und dann 14.g4 Vallejo Pons - Bischoff, Mainz 2003.

12...Le7 13.g5 Sd7 14.h4 b4 15.Se2 Se5 16.Lg2 Sc4 17.Dd4

Diagramm

17...La4 Die Spannung steigt! Einfach wäre 17...Sxe3 18.Dxe3 La4 und Schwarz könnte mit dem Eröffnungsausgang mehr als zufrieden sein.

18.Dxg7 Sxe3 19.Dxh8+ Kd7 Die Position nach 19...Lf8 20.Sd4 Sxg2 (20...e5 21.Sb3) 21.Th2 Sf4 22.Dxh7 ist als vorteilhaft für Weiß einzuschätzen.

20.Dxd8+ Lxd8? Verständlich - Rotstein wollte den Läufer eventuell über b6 aktivieren. Konkret ist der Zug aber ein taktischer Fehler. Richtig war 20...Kxd8 21.b3 (oder 21.Tdg1 Txc2 22.Sf4 Tf2 mit Initiative.) 21...Lb5 22.Sf4 e5 23.Sd5 Sxg2 24.Tdg1 Sf4 25.Sxf4 exf4 26.Tg4 Lf8 27.Txf4 Ke7 und die beiden Läufer sollten stärker als der Turm und die zwei Bauern sein.

21.b3 Lb5 22.Sf4 Txc2 Ambitioniert. Auf 22...e5 folgt 23.Lh3+. Im Sinne des Ausgleichs wäre 22...Sxd1 23.Txd1 Lb6 besser, da das Läuferpaar den Minusbauern kompensiert.

23.Lf1! Dieser starke Zug markiert die Wende in der Partie!

23...Tf2? Die nächste Ungenauigkeit. Mit 23...Lxf1 24.Tdxf1 (24.Thxf1? Tc3) 24...Lb6 25.Te1 Tf2 26.Te2 Txf3 27.Sd3 Sf1 28.Tc2 a5 hätte Schwarz die Balance gehalten.

24.Lxb5+ axb5 25.Tc1 Die Alternative war 25.Td3 Sc2 26.Kc1

25...Txf3 26.Sd3 La5 Beachtung verdiente 26...Lb6 und auf 27.Sxb4 dann 27...Tf4.

27.Th2 Weiß konsolidiert sich. Schwarz kämpft ums Remis.

27...Sg4 28.Td2 Lb6 29.Tcd1 Ke8 30.Sxb4 Sf2 31.Te1 31.Txd6 wäre wegen 31...Lc7! nicht so gut.

31...La5 32.a3 Txb3+ 33.Ka2 Txb4 34.Txf2! Nach 34.axb4 Lxb4 35.Txf2 (oder 35.Tde2 Lxe1 36.Txe1 Sd3) 35...Lxe1 36.Th2 f6 wären die Gewinnchancen für Weiß minimal.

34...Tc4 35.Tef1 Txe4 36.Txf7 Txh4 37.Tb7 Ld8 Besser wäre zuerst den König mit 37...Th2+ 38.Kb1 zu verdrängen und danach 38...Ld8.

38.Txb5 38.Tc1 sieht ziemlich gefährlich für Schwarz aus.

38...Tg4 39.Tb7 Txg5 40.Txh7 Tg2+ Die Zeitnotphase ist vorbei. Die schwarze Stellung ist schwer zu halten. Mit einem aktiven König wäre die Situation wesentlich besser.

41.Kb3 d5 42.Tff7 Th2 43.a4 Txh7 44.Txh7 La5 45.Ta7 Lb6 46.Tb7 La5 47.Tb5 Ld2 48.a5 Kd8 49.a6 Le3 50.Tb7 Kc8 51.Ka4 d4 52.Kb5 Weiß gewinnt forciert: 52...d3 53.Kc6 d2 54.a7 Lxa7 55.Txa7 Kb8 (55...d1D 56.Ta8#) 56.Td7 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog