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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4886 vom 02.03.2007, Kategorie Kolumne

Arkadij Naiditsch - Deutscher Meister 2007

Die deutsche Einzelmeisterschaft vom 19. bis 28 Jänner in Bad Königshofen sollte ein leichter Spaziergang für Deutschlands Nummer 1 und einstigen Dortmund Sieger Arkadij Naiditsch auf dem Weg zum starken und hoch dotierten Aeroflot Open sein. Das Turnier verlief für den Topfavoriten erfolgreich, aber nicht so glatt wie erwartet. Er bekam bereits in der zweiten Runde gegen den stark spielenden internationalen Meister Henrichs Probleme und musste ins Remis einlenken. In der siebente Runde wurde er sogar Opfer des Legionärs aus Maria Saal, Rainer Buhmann. Nach einem glücklichen Sieg (unsere heutige Analyse) in der Schlussrunde konnte er seinen Bezwinger einholen und nach Zweitwertung den Titel "Deutscher Meister 2007" für sich entscheiden.

Endstand nach 9 Runden:

1. A. Naiditsch 7 Punkte,
2. R. Buhmann 7 Punkte,
3. J. Gustafsson 6 Punkte,
4. T. Henrichs 6 Punkte,
5.T. Luther 6 Punkte.

Prusikin M. (2571)- Naiditsch A. (2663)

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.e3 0-0 Eine Alternative ist 4...c5 5.Sge2 cxd4. (Gespielt wird auch 5...b6 6.a3 La5 7.Tb1 Sa6) 6.exd4 0-0 7.a3 Le7.

5.Sge2 d5 Nun ist 5...c5 nicht so gut, weil nach 6.a3 cxd4 7.axb4 (7.exd4 Le7 hätte zur oben genannten Stellung geführt. Hier eine frische Partie: 8.d5 exd5 9.cxd5 Te8 10.d6 Lf8 11.g3 Te6 12.Lf4 Sh5 13.Le3 Txd6 14.Db3 Sf6 15.Lg2 Sc6 16.0-0 Te6 17.Tad1 d6 18.Sd4 Sxd4 19.Lxd4 mit Kompensation für den Bauern, Gelfand-Tiviakov, Spanische Meisterschaft 2006.) 7...dxc3 8.Sxc3 steht Schwarz einfach schlecht.

6.a3 Le7 6...Ld6 hat nicht weniger Anhänger als 6...Le7.

7.cxd5 exd5 8.Sf4 a5 8...c6 nebst Sbd7, Ld6, Te8 wäre eine andere Idee.

9.Ld3 c6 10.0-0 Sa6 Über c7-Richtung e6.

11.f3 Sc7 12.Kh1 Neuer Zug, nützliche Prophylaxe. Arkadij Naiditsch, in Riga geboren, hat diese Stellung quasi "im Blut": 12.De1 c5 13.Df2 Se6 14.Sfe2 Ld7 15.g4 Db6 16.h4 Lc6 17.g5 Se8 18.Tb1 a4 19.Lc2 Da7 20.Td1 Sd6 mit dynamischem Gleichgewicht, Polugaevsky-Tal, Riga 1958.

12...Se6 13.Sce2 c5 Schwarz versucht, die Stellung zu komplizieren. 13...Sxf4 14.Sxf4 Te8 wäre "nur" Ausgleich.

14.b3 b6 15.Lb2 Sxf4 Auf 15...a4 könnte Weiß mit 16.dxc5 bxc5 17.b4 erwidern.

16.Sxf4 Lb7 17.a4 Ld6 18.Lb5 De7 18...Lxf4 Das Läuferpaar kompensiert den Doppelbauern nach 19.exf4.

19.Te1 Tfd8 20.Dd3 Se8 21.Dc3 21.Df5 verdient Beachtung.

21...Dg5 22.Tac1 Dh6 23.Dd2 Sc7 24.Lf1 Se6 25.g3 cxd4 26.Sxe6 Michael opfert einen Bauern für die g-Linie. Andererseits übernimmt nach 26.Lxd4 Sxd4 27.Dxd4 Lc5 28.Dd3 d4 Schwarz die Initiative.

26...fxe6 27.Dxd4 Lxg3 28.Te2 Ld6 29.Tg2 Td7 30.Lb5 Tf7 31.Tcg1 e5 32.Dxb6 Kh8??

Diagramm

Grober Fehler! Richtig war 32...Df6 33.f4 Kh8 mit Balance.

33.Txg7!! Txg7 33...De6 hätte mehr Widerstand leisten können, aber die Partie höchst wahrscheinlich nicht gewonnen!

34.Txg7?? Es spielten sicher die Zeitnot und die Nerven eine starke Rolle, anders ist so ein Versäumnis nicht zu erklären! 34.Lxe5 wäre die logische Fortsetzung der Kombination von Weiß: 34...Lxe5 (34...Tag8 35.Txg7 Txg7 36.Dd8+) 35.Dxh6 d4 36.e4 und Weiß steht auf Gewinn.

34...Dxg7 35.Dxd6 Sieht gut aus, ist es aber nach

35...d4! nicht mehr! Plötzlich gewinnt Schwarz: auf 36.e4 folgt Tg8 und das Matt auf g1 oder g2 ist nicht zu verhindern. 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog