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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4887 vom 09.03.2007, Kategorie Kolumne

Aeroflot Open in Moskau

Die 6. Auflage des Aeroflot Open in Moskau fand vom 14. bis 22. Februar statt. Das Open wurde in 4 von der Elozahl abhängigen Turnieren ausgetragen.

Im A1 Turnier (88 Teilnehmer, Elozahl über 2550) dominierte in erster Linie die Jugend. Der Altersdurchschnitt der ersten fünf beträgt 22 Jahre! Endstand: 1. GM E. Alekseev (Russland, 22 Jahre) mit 7 Punkten aus 9 Partien. 2. GM Tomashevsky (Russland, 20 Jahre) 6,5. 3. GM Jakovenko (Russland, 24 Jahre, 6,5. 4. GM Y. Wang (China, 20 Jahre) 6,5. 5. GM Ni (China, 24 Jahre) 6,5.

Im A2 Turnier (139 Teilnehmer, Elozahl zwischen 2400 und 2549) nahmen mit Markus Ragger und Eva Moser auch zwei Österreicher teil. Markus landete mit einem starken Finish von 3 aus 3 mit 6 Punkten auf dem sehr guten 15. Platz. Bei Eva lief es weniger gut. Sie fand nicht ihre Form und blieb mit 3 aus 9 unter ihrer Erwartung. Wir hoffen, dass sie bei der bevorstehenden Dameneuropameisterschaft in Dresden ihr Können wieder zeigen wird!
Endstand A2: 1. Askarov (Russland) 7,5 2. A. Leniart (Polen, 16 Jahre) 7. 3. GM Dvoirys (Russland) 7.

Das B-Turnier (Elozahlen zwischen 2200-2399) wurde ein Fest der Jugend: 1. Durarbeyli (Aserbaidschan, 15 Jahre!) 7,5. 2. Arun (Indien, 17 Jahre) 7,5. 3. Y. Wan (China, 17 Jahre) 7. Die österreichischen Vertreter: 82. IM Hannes Ganaus mit 4,5. 150. Klaus Neumeier 3. 160. Daniel Koffler 2.

Das C-Turnier (Elozahlen unter 2200) gewann die 19-jährige Gulmira Dauletova aus Kasachstan mit 7,5 aus 9.

Eine Partie des Siegers:

Alekseev, E. (2661) - Novikov, S. (2535)

1.e4 g6 2.d4 Lg7 3.Sc3 c6 4.h3 d5 5.Sf3 Sf6 Der zehnfache österreichische Staatsmeister Niki Stanec spielte vor Jahren regelmäßig die Variante mit 5...dxe4 6.Sxe4 Sf6 7.Sxf6+ exf6.

6.e5 Se4 7.Sxe4 dxe4 8.Sg5 c5 9.Lc4 Anfang der 90-er Jahre experimentierte ich gegen Christian Schrienz mit 9.e6 Lxe6 10.Sxe6 fxe6 11.Lc4, was aber zu einer unklaren Stellung führte.

9...0-0 10.c3 cxd4 11.cxd4 Sc6 12.Le3 b5 13.Lb3 Lb7 14.h4! Ein starker altbekannter Zug, der Schwarz vor große Probleme stellt. Es ist interessant, was IM Novikov vorbereitet hatte.

14...Da5+ Viele Partien mit 14...Sa5 endeten mit Matt. Hier ein paar Kostproben: 15.h5 Sxb3 16.axb3 h6 (16...Dd5 17.hxg6 hxg6 18.Dg4 Dxb3?? 19.Th8+! Lxh8 20.Dh4 Tfc8 21.Dh7+ Kf8 22.Dxh8 Matt, Goeke-Reschke, Frankfurt 2000.) 17.hxg6 hxg5 18.Dh5 fxg6 19.Dh7+ Kf7 20.Th6 Db6 21.d5 Th8 22.e6+ 1-0, Meissner-Jablonicky, Zinnowitz 1974.

15.Kf1 h5N Das ist die erwartete Neuerung. Sie bringt dem Schwarzen, wie die Partie zeigen wird, keine Erleichterung. Bekannt ist 15...Tad8.

16.g4! Weiß ist gezwungen am Königsflügel aktiv zu handeln, da das Zentrum nicht halten wird.

16...Tad8 17.gxh5 Sxe5 18.hxg6 Sf3 19.Sxf7 Txf7 20.Lxf7+ Kf8 Die Alternative 20...Kh8 endet auch prekär: 21.h5 Lxd4 22.Lxd4+ Txd4 23.h6.

21.h5 b4 22.h6 La6+ 23.Kg2 Lf6 24.h7 Kg7 25.d5 Noch schneller war 25.Lh6+ Kh8 26.Lg8! nebst 27.g7.

25...Dc7

Diagramm

26.h8D+ Weiß gewinnt hier beliebig. Der Textzug ist der Anfang einer langen effektvollen Kombination.

26...Txh8 27.Txh8 Kxh8 28.Dh1+ Sh4+ 29.Dxh4+ Lxh4 30.Ld4+ Lf6 31.Lxf6+ exf6 32.Th1+ Kg7 33.Th7+ Kf8 34.g7+ 34.g7+ Kxf7 35.g8L+?! Kxg8 36.Txc7 und das Endspiel ist leicht für Weiß gewonnen. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog