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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4894 vom 23.03.2007, Kategorie Kolumne

Union Ansfelden wird österreichischer Meister

Das Rennen um den Meistertitel in den letzten vier Schlussrunden der 1. Bundesliga vom 8. bis 11. März in Mattersburg war an Spannung kaum zum überbieten! Vor der letzten Runde führte Wulkaprodersdorf einen halben Punkt vor Ansfelden, gefolgt von Maria Saal und Styria Graz. Die zwei letzten Teams sollten im direkten Kampf die Frage um den dritten Platz entscheiden. 

Der Tabellenführer traf auf Holz Dohr und die Oberösterreicher aus Ansfelden spielten gegen Hohenems. Nach fünfeinhalb Stunden(!) war alles noch offen und die folgenden Partien sollten die Antworten geben: IM Novkovic (Hohenems)-GM Stanec (Ansfelden), GM Beliavsky (Holz Dohr)-GM Kalod (Wulkaprodersdorf) und Diermair (Maria Saal)-IM E. Moser (Styria). In der ersten Begegnung verfügte der Vorarlberger über einen komfortablen Vorteil. Dann aber lenkte der zehnfache Staatsmeister Niki Stanec die Partie in Komplikationen, sein Gegner beging einen groben Fehler und musste bald danach die Waffen strecken. Inzwischen konnte GM Kalod eine leicht inferiore Stellung nicht halten und verlor gegen Beliavsky. 

Damit stand der neue Meister fest aber es lief noch eine Partie, die für den dritten Platz entscheidend war. Eva Moser suchte nach Gewinnwegen in einem Endspiel mit einem "falschen" Läufer, wo der König des Gegners das "Rettungseck" noch nicht erreichen konnte. Andreas Diermair verteidigte sich präzise und rettete damit die Bronzemedaille für seine Mannschaft.

Endstand 1. Bundesliga 2006/07:

1.Union Ansfelden 42 Punkte
2.ASVÖ Wulkaprodersdorf 41.
3.SK Kl.Zeitung Maria Saal 39,5.
4.Styria Graz-Kl.Zeitung 39.
5.Holz Dohr -Semriach 38.
6.SC Die Klagenfurter 36,5.
7.SK Hohenems 34,5.
8. SK Advisory Invest Baden 33.
9. SpG Absam/ISK 30.
10.SK Sparkasse Jenbach 29,5.
11.SK Leoben 18,5.
12.SK Tschaturanga Neubau 14,5.

Sommerbauer - Naumann

1.e4 c5 2.Sc3 2...a6 3.f4 b5 4.g3 Lb7 5.Lg2 b4?! Interessante Idee: Schwarz gewinnt Raum am Damenflügel, vernachlässigt aber gleichzeitig die Entwicklung und schwächt den Punkt c4. 5...e6 ist die übliche Fortsetzung.

6.Sd5 6.Sce2 sieht natürlicher aus.

6...e6 7.Se3 Sf6 8.d3 d5 9.e5 Sfd7 10.Sf3 Sc6 11.0-0 Dc7 12.c3!? Ein sehr schlauer Zug! Weiß verfügte über zwei weitere aktiven Möglichkeiten: 12.f5!? und 12.Sg5 Le7 13.Dh5.

12...bxc3 Wenn Schwarz nicht tauscht und 12....g6 oder 12....Le7 spielt, wäre 13.c4 stark.

13.bxc3 Le7 14.d4 Norbert überdeckte den e5 Bauern, wodurch der Standardvorstoß f4-f5 droht.

14...g6?! Auf 14...0-0 kommt 15.f5. Vielleicht wäre zuerst 14...cxd4 15.cxd4 und dann der Textzug 15...g6 besser.

15.Tb1 15.c4! hätte dem Schwarzen großen Sorgen vorbereitet.

15...h5? Richtig war 15...cxd4 16.cxd4 und 16...Tb8.

16.c4! Nun ist der Zug noch stärker als zuvor.

16...cxd4 Auf 16...dxc4 folgt 17.d5!

17.Sxd5!

Diagramm

Norbert ist in Spiellaune! Das triviale 17.cxd5 dxe3 18.d6 Dc8 19.dxe7 Sxe7 20.La3 sollte für Weiß auch sehr gut sein: (20.Lxe3) 20...Sf5 21.De2 Ld5 22.Tfc1 Dd8 23.Sg5 Lxg2 24.Dxg2.

17...exd5 18.cxd5 Lc5 18...Tb8 kann die Problemen nicht lösen: 19.e6 fxe6 20.dxc6 Lxc6 21.Txb8+ Dxb8 (21...Sxb8 22.Dc2) 22.Dc2.

19.Txb7! Dxb7 20.dxc6 Dxc6 21.Sg5 Dc8 22.Db3 0-0 23.e6! Sf6 24.exf7+ Kh8 25.Dd3 Df5 26.Dxf5 gxf5 27.Lxa8 Txa8 28.Se6 Se4? Verliert forciert, aber die schwarze Stellung wäre sowieso hoffnungslos.

29.Sxc5 Sxc5 30.La3 Sd7 31.Te1 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog