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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 494 vom 21.11.1997, Kategorie Kolumne

Ergebnisse der Staatsliga B/Ost und West (21. November 1997)

Partiennachlese der Staatsliga A (I)

Nachstehend die zurückgestellten Ergebnisse der 1. bis 3. Runde der Staatsliga B/Ost sowie aktuell jene der 4. bis 5. Runde der Staatsliga B/West.

Ergänzt wird unser Beitrag mit einer ersten Partiennachlese aus der Staatsliga A.

Staatsliga B/Ost

In der vom 7. bis 11. November gemeinsam mit der Staatsliga A im Eichgrabener Seminarhotel "Wienerwald" unter besten Bedingungen ausgetragenen Dreierrunde setzte sich Titelverteidiger Austria Wien dank eines Kantersieges gegen Donau an die Spitze. Die Erdberger werden jedoch zulegen müssen, wenn sie im Kampf um den ersehnten Aufstiegsplatz ein Wörtchen mitreden wollen.

1. Runde, 7. November 1997

ATSV Stein-Steyr - SV Stockerau; 4½:1½ Amstetten-SK Donau 3½:2½; Voest Linz - EBV/Leasing Baden 3½:2½; Austria Wien - SG Mögling/Reti 3½:2½; Attnang/Puchheim- St. Valentin 3:3; SV Grieskirchen- SK Loosdorf 2½:3½; SC Donaustadt-Bad Schallerbach 3½:2½.

2. Runde, 8. November 1997

SV Stockerau-Bad Schallerbach 2:4; SK Loosdorf-SC Donaustadt 4½:1½; St. Valentin-SV Grieskirchen 3½:2½; SG Mögling/Reti - Attnang/Puchheim 2:4; EBV/Leasing Baden- Austria Wien 3:3; SK Donau-SK Voest Linz 2½:3½; ATSV Stein-Steyr -Amstetten 4:2.

3. Runde, 9. November

Amstetten - SV Stockerau 2:4; SK Voest Linz -ATSV Stein-Steyr 3:3; Austria Wien-SK Donau 5½:½; Attnang/Puchheim - EBV/Leasing Baden 3:3; SV Grieskirchen- SG Mögling/Reti 4:2; SC Donaustadt-St. Valentin 3½:2½; Bad Schallerbach- SK Loosdorf 2½:3½.

Rg Mannschaft Sp S U N Pkte
1 Austria Wien 3 2 1 0 12
2 Loosdorf 3 3 0 0 11½
3 Stein-Steyr 3 2 1 0 11½
4 Voest Linz 3 2 1 0 10
5 Attnang/Puchheim 3 1 2 0 10
6 St. Valentin 3 1 1 1 9
7 Bad Schallerbach 3 1 0 2 9
8 Grieskirchen 3 1 0 2 9
9 Donaustadt 3 2 0 1
10 EBV-Leasing Baden 3 0 2 1
11 Amstetten 3 1 0 2
12 Stockerau 3 1 0 2
13 Mödling/Reti 3 0 0 3
14 SK Donau 3 0 0 3


Staatsliga B/West

Letztes Wochenende gelangte in Lochau, Ranshofen und Bregenz die 4. und 5. Runde zur Austragung. Tabellenführer Jenbach mußte hierbei in der Samstag-Runde gegen Hypo Kufstein eine klare 2-4 Niederlage einstecken. Die übrigen Resultate entsprachen mehr oder weniger der Papierform.


4./5. Runde: 15./16.11.97

Lochau:

Wüstenrot Inter - Hohenems II 3:3; 1. Salzburger SK-Raiba Lochau 4:2; Hohenems II-1. Salzburger SK 3:3; Raiba Lochau-Wüstenrot Inter ½:5½.

Ranshofen:

Hypo Kufstein-Spk. Jenbach 4:2; Ranshofen-Kröll T. Schwaz 3:3; Spk. Jenbach-Ranshofen 4½:1½; Kröll T. Schwaz-Hypo Kufstein 2:4.

Bregenz:

Spk. Absam II-Lustenau 2:4; Raika Zillertal-Casino Bregenz 2:4; Lustenau-Raika Zillertal 4:2; Casino Bregenz-Spk. Absam II 5:1.

Rg Mannschaft Sp S U N Pkte
1 Spk. Jenbach 5 4 0 1 21
2 Wüstenrot Inter 5 3 1 1 18½
3 Hypo Kufstein 5 4 0 1 18
4 1. Salzburger SK 5 2 2 1 17
5 Hohenems II 5 2 2 1 16½
6 Casino Bregenz 5 3 0 2 16½
7 Lustenau 5 3 1 1 16
8 Raika Zillertal 5 1 1 3 14
9 Raiba Lochau 5 2 1 1 12½
10 Kröll T.Schwaz 5 1 2 2 12½
11 Ranshofen 5 0 1 4 10½
12 Spk Absam II 5 0 0 5 7

Die Einzelergebnisse der Staatsliga B/Ost und West sowie die Partien (PGN-Format) finden Sie in Kürze unter der Rubrik "Staatsliga".


Staatsliga A - Partiennachlese (I)

Nachfolgend eine Partie aus der Dreierrunde in Eichgraben, in der der Kommentator, FM F.K. Volkmann Staatsmeister IM Niki Stanec eine überraschende Niederlage zufügte:

Weiß: FM F. Volkmann

Schwarz: IM N. Stanec

Sizilianisch[B68]
Anm. F.K.Volkmann

1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 d6 6. Lg5 e6 7. Dd2 a6 8.
0–0–0 Le7.
Mit diesem Abspiel war ich bislang nicht vertraut. Die Alternative 8. ... h6 führt zur sogenannten Csom-Variante.

9. f4. Nicht gut war 9. Lxf6?! wegen 9. ... gxf6 (Nicht aber 9. ... Lxf6? 10. Sxc6 bxc6 11. Dxd6 Db6 12. Sa4 und Weiß gewinnt.) 10. Dh6?! f5.

9. ... Ld7 10. Sf3 b5. Vorteilhaft für Weiß ist 10. ... h6 11. Lh4 Dc7 12. e5 dxe5 13. fxe5 Sd5 14. Lxe7! Scxe7 15. Se4 0–0 16. Kb1 Lc6 17. c4 Sb6 18. Sd6 Tad8 19.Ld3 Sbc8 20.h4 Sf5 21 .c5!, Rudenski-Tiefenbacher, Deutschland 1975, oder 10. ... Dc7 11. e5 dxe5 12. fxe5 Sd5 13. Sxd5 (Möglich ist auch 13. Lxe7) 13. ... exd5 14. Lxe7 Sxe7 15. Ld3 Tc8 (15. ... Lb5 erwies sich in Tal-Scafarelli, Italien 1957 nach 16. Kb1 Lxd3 17. Dxd3 h6 18. e6! 0–0 19. The1 als günstig für Weiß. Aber auch nach 15. ... 0–0 16. Dg5, Kamytschew-Tschechower, UdSSR 1950, mit der Folge 16. ... Sg6 17. The1, ist das weiße Spiel vorzuziehen) 16. Dg5 Sg6 17. The1 Torre-Handoko, Bangalore 1981.

11. e5. Zu erwägen war 11. a3!?.

11. ... b4 12. exf6 bxc3. Den Vorzug verdiente 12. ... gxf6!?.

13. Dxc3 gxf6 14. f5. Ein fataler Bock wäre 14. Txd6?? wegen 14. ... Lxd6 15. Lxf6 Lb4 und Weiß zieht den kürzeren.

14. ... d5 15. fxe6 fxe6 16. Kb1?!. Ein Abwartezug, der sich - wie bereits frühere Partiebeispiele zeigen - auch hier nicht bewährt. Die Hauptvariante setzt unter Bezugnahme auf die Partie I. Gurevich-Hennigan, Hastings 1993/94, mit 16. Lh4 Sb4 17. Kb1 Tc8 18. Dd2 Txc2 19. Dh6 Da5 20. a3 Da4 21. Dh5+ Kd8 22. Sd4 Le8! 23. Df3 Lg6 24. Ka1 und unklarem Spiel fort. Nicht bewährt hat sich auch 16. Sd4?!, worauf Schwarz nach 16. ... Da5 17. Dxa5 Sxa5 18. Lh4 e5 19. Sb3 Sxb3+ 20. axb3 Le6 in der Partie Beljawski-Spasski, UdSSR 1973, gutes Spiel erlangte.

16. ... Tb8. Eine interessante Neuerung, die weitere Erörterung verdient. John van der Wiel, der Autor der beim Schachinformator erschienen Monografie "Sizilianich B67-B69", empfiehlt statt dessen 16. ... Sa5 17. Ld2 oder 17. Lc1, während 17. Se5? in der Partie Ph.Morris-Alexa. Ivanov, London 1989, mit 17. ... fxe5 18.Dxe5 Tg8 19.Ld2 Db6 20.Dh5+ Kd8 von Schwarz vorteilhaft erwidert wurde.

17. Lh4 0–0 18. Sd4. Interessant war auch 18. Lxa6 Lb4 19. Dd3 Da5 20. Lc4.

18. ... Se5 19. Lxa6. Nach dem Motto, ein geschwollener kann alles fressen!

19. ... Db6 20. Le2 Tfc8?!. Damit war Stanec hinterher zu recht unzufrieden und schlug statt dessen die Ausgleich versprechende Fortsetzung 20. ... Sg6 21. Lg3 e5 vor.

21. Db3! Da7. Falls 21. ... Da5, so 22. Dg3+ und Weiß hat gegenüber der Textfortsetzung mittels Sb3 ein Tempo gewonnen.

22. Dg3+ Sg6. Keineswegs besser war 22. ... Kh8 23. Thf1.

23. Lh5. Ein Versuch, die Initiative zu übernehmen.

23. ... Db6. Zu prüfen war 23. ... Kg7!? 24. The1 Db6.

24. b3. Schwächt zwar die eigene Königsstellung, doch wollte ich den Springer im Angriff einsetzen.

24. ... Ld6?!. Der Textzug gibt die Deckung des Bf6 auf. Vorzuziehen war daher 24. ... Kg7 oder 24. ... Kh8!? 25. Lxg6 Tg8, jeweils mit nur wenig besserem Spiel für Weiß.

25. Df2. Schwach war hingegen 25. Dg4? f5 26. Dg5?? Le7.

25. ... f5?. Besser war 25. ... Sxh4 oder 25. ... Tf8.

26. Lxg6 hxg6 27. Lf6! Kf7. Hier bot mir Stanec Remis an, aber der weiße Angriff läuft schon von alleine.

28. Dh4 Dc5. Kaltblütiger war 28. ... Dc7 oder 28. ... e5.

29. g4!. Droht vor allem 30.Dh7+ Kxf6 31. g5+. Der weiße Angriff ist nun nicht mehr zu stoppen.

29. ... Le7 30. Lxe7 Dxe7 31. Dh7+ Ke8 32. Dxg6+ Kd8 33. gxf5 e5 34. Se6+ Lxe6 35. fxe6 d4 36. Thf1 und Schwarz gab auf.

ÖM Lothar Karrer