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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 4997 vom 07.09.2007, Kategorie Kolumne

Damenstaatsmeisterschaft in Tweng

Eine neue junge Schachgeneration, vertreten durch Katharina Newrkla, Barbara Schink, Veronika Exler und Annika Fröwis, machte sich bei der Damenstaatsmeisterschaft mehr als bemerkbar! Diese jungen Damen zeigten nicht nur ihr enormes Potenzial, sondern mischten auch kräftig um die Spitzenplätze mit. Katharina Newrkla teilte sogar den ersten Platz! Beeindruckend ist der schnelle Aufstieg von Barbara Schink, die nach nur drei jähriger Turnierpraxis schon zum Nationalteam gehört. Eine Bereicherung des Wettbewerbs war auch das Debüt von Julia Novkovic (ihr Ehemann ist der Bundesliga-Spieler IM Milan Novkovic), die seit kurzem in der FIDE-Liste als Österreicher geführt wird. Und gleich beim ersten Mal wurde sie Zweite, wobei nicht viel auf Gold fehlte. Die Titelverteidigerin Tina Kopinits spielte solide und konstant und wiederholte den Erfolg vom Vorjahr. Gratulation! Die Elo Favoritin Helene Mira befand sich nicht wirklich in Form, hatte aber trotzdem die Chance, mit einem Sieg in der Schlussrunde aufs ?Stockerl?. Gegen die Erz-Rivalin Tina Kopinits geriet sie aber schnell in eine aussichtlose Stellung, die bald verloren ging.

Endstand nach 9 Runden:

1.Anna-Christina Kopinits
2.Julia Novkovic
3.Katharina Newrkla jeweils 6,5 Punkte
4. Sonja Sommer 6
5.Maria Horvath
6.Helene Mira jeweils 5,5.

Zechner (1965) - Kopinits (2152)

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Dc2 0-0 5.e3 Passt nicht ganz zum System 4.Dc2. Üblich ist 5.a3 Lxc3+ 6.Dxc3 b6.

5...d5 Die Alternative war 5...c5.

6.Sf3 c5 7.dxc5 Se4?! 8.Ld2 Besser war zuerst mit 8.cxd5 exd5 zu tauschen und dann 9.Ld2. Zum Beispiel: 9...Sxd2 10.Dxd2 Le6 11.Le2 Lxc5 12.0-0 Sc6 13.Tfd1 und Weiß hat den d5-Isolani schon unter Beschuss.

8...Sxd2 9.Sxd2 9.Dxd2 sieht viel gesünder aus.

9...d4! Natürlich, nachdem Weiß die Kontrolle über d4 freiwillig aufgegeben hat.

10.exd4 Dxd4 Beachtung verdiente 10...Sc6!? 11.d5 exd5 und nun 12.0-0-0!? Sd4 13.Dd3 Lxc5 14.Sxd5 Lf5 15.Se4 mit großen Komplikationen.

11.Tc1 Dxc5 11...Sd7 finde ich stärker.

12.a3 De5+ 13.De4 Das Endspiel gegen das Läuferpaar ist kein "Schmankerl".

13...Dxe4+ 14.Sdxe4 Le7 Tina tauscht gern die Damen und dem Läuferpaar ist sie ebenfalls nicht abgeneigt. So gesehen hat sie schon viel erreicht

15.Le2 Sc6 16.Td1 Td8 17.Txd8+ Sxd8 18.0-0 f5 19.Sd2 Sc6 20.Sf3 Ld7 21.Td1 Td8 22.Sb5 Weiß erhält Gegenspiel auf Grund der Schwäche des d6-Feldes.

22...a6 Interessant war 22...e5 23.Sd6 Le6 24.c5 (24.Sxb7 Tb8) 24...e4 25.Sd4 Sxd4 26.Txd4 b6 27.b4 Kf8.

23.Sbd4? Dieser Zug führt zu einem aussichtlosen Endspiel. 23.Sd6 war kompliziert, aber trotzdem notwendig.

23...Sxd4 24.Txd4 Lf6 25.Td2 Kf7 26.Kf1 Ke7 27.Ke1 Tc8! Mit einem Turm am Brett sind die schwarzen Gewinnchancen noch höher.

28.Kf1 b5 29.b3 bxc4 30.Lxc4 a5 Mit der Drohung a5-a4.

31.a4 Die schwarze Drohung ist neutralisiert. Der Nachteil dabei ist: Ein schwarzer Bauer hält zwei weiße.

31...g5 Raumgewinn am Königsflügel. Der weiße Springer wird nebenbei von f3 verdrängt.

32.Ke2 Auf 32.Te2 könnte 32...Tc5 nebst g5-g4 folgen.

32...Lc6 33.Se1 Lc3 34.Td1 g4 35.g3 Zäher war auf jeden Fall 35.f3.

35...Lf6 35...Lxa4 36.La6 (36.Lxe6 Lb5+ 37.Lc4 Lxc4+ 38.bxc4 Txc4) 36...Tc6 37.bxa4 Txa6

36.Tc1 Td8 37.Td1??

Diagramm

37...Lf3+ 38.Sxf3 gxf3+ und Weiß verliert den Turm.0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog