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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5007 vom 28.09.2007, Kategorie Kolumne

Weltmeisterschaft in Mexiko City

Zum zweiten und wahrscheinlich auch zum letzten Mal wird die Schachweltmeisterschaft als doppelrundiges Turnier mit 8 Teilnehmern (=14 Runden) ausgetragen, diesmal in Mexiko City vom 13. bis 30 September. Die acht Akteure in alphabetischer Reihenfolge: Anand, Aronian, Gelfand, Grischuk, Kramnik, Leko, Morozewich, Svidler. Die Favoriten sind der Weltmeister Kramnik, der Ex-Weltmeister Anand und der Aufsteiger der letzten Jahre, Aronian.

Kramnik (2769) - Morozevich (2758)

1.Sf3 Sf6 2.c4 e6 3.g3 d5 4.d4 Mit Umstellung ist die Katalanische-Verteidigung entstanden.

4...dxc4 5.Lg2 a6 6.Se5 Lb4+ Trotz einer gewissen Logik wird dieser Zug selten gespielt.

7.Sc3 Sd5 8.0-0 Neuer Zug.

8...0-0 Nach 8...Lxc3 9.e4 Lxb2 10.Lxb2 c3 11.La3 Se7 12.Tc1 f6 13.Sc4 hätte Weiß mehr als Kompensation für den Bauern. Aber 8...Sxc3 9.bxc3 Lxc3 wäre unklar.

9.Dc2 b5 10.Sxd5 exd5 11.b3 c6 Nach 11...Le6 12.bxc4 bxc4 13.Sxc4 Sc6 14.Td1 steht Weiß auf Grund der besseren Bauernstruktur etwas besser.

12.e4 f6

Diagramm

Interessant war 12...dxe4 13.Lxe4. 13.bxc4 könnte zur einen langen forcierten Abwicklung mit friedlichem Ausgang führen: 13...Dxd4 14.Lb2 Dd2 15.Dxd2 (15.Db3 Le6) 15...Lxd2 16.Lxe4 Le6 17.cxb5 axb5 18.Sxc6 Sxc6 19.Lxc6 Txa2 20.Txa2 Lxa2 21.Td1 Lg5 22.h4 Le7 23.Td7 Lc5 24.Lxb5 Tb8 25.Ld4 Lxd4 26.Txd4 g6.

13.exd5 Schnell von Kramnik gespielt -offensichtlich gut vorbereitet!

13...fxe5 Nach 13...cxd5 14.bxc4 bxc4 15.Sxc4 Le6 16.Se3 steht Schwarz einfach schlechter.

14.bxc4 exd4 Nach 14...c5 15.dxe5 Lf5 16.Db3 Sd7 17.Lb2 Te8 18.a3 La5 19.e6 Sf6 20.Tfd1 oder 14...Ta7 15.dxe5 erhält Weiß zwei starke verbundene Bauern im Zentrum.

15.dxc6 Le6 Mit 15...Ta7 könnte Morozewich die Balance halten: 16.Db3 Lc5 17.cxb5+ Kh8 18.La3 (Auf 18.Lf4 könnte 18...Txf4 19.gxf4 axb5 folgen.) 18...Le6 19.Db2 (Die Fortsetzungen 19.Lxc5!? Lxb3 20.axb3 Tc7 oder 19.Dxe6 Lxa3 20.Tab1 axb5 21.Txb5 Dd6 bringen dem Weißen wahrscheinlich zu wenig.) 19...Lxa3 20.Dxa3 Taf7 21.Tac1 axb5 22.c7 Dd7 23.cxb8D Txb8 24.Tfd1 mit kleinem Übergewicht für Weiß.

16.cxb5 16.c7 wäre wegen 16...Dxc7 17.Lxa8 Dxc4 nicht so überzeugend.

16...d3 Hier bot sich auch 16...Ta7 als gute Verteidigungschancen: 17.Tb1 d3 18.Db2 d2 19.Lxd2 Lxd2 20.b6 Taf7 21.Tbd1 Sxc6 22.Txd2 Td7 23.Tfd1 Sb8 24.Txd7 Sxd7 25.b7 Dc7.

17.c7 Dd4? 17...dxc2 kostet einfach die Qualität: 18.cxd8D Txd8 19.Lxa8 axb5 (19...Lc3 20.Lg5) 20.Le4. Aber 17...Dd6 18.Db2 Sd7 19.Lxa8 Txa8 20.Lf4 Df8 21.a4 war immer noch spielbar.

18.Da4 18.Db1 sieht verlockend aus, ist aber unzureichend: 18...Sd7 (18...d2 19.Lb2 Lc3 20.Lxc3 Dxc3 21.De4) 19.Le3 Dd6 20.Tc1 Tae8 21.b6 Sxb6 22.a3 La5 23.Tc6 De5 24.Tc5 Dd6 und Weiß muss mit 25.Tc6 Remis forcieren.

18...Sd7 Zum Verlust führt 18...Dxa1: 19.Dxb4 Sd7 20.Lxa8 Txa8 21.De4 Te8 22.c8D Txc8 23.Dxe6+ Kh8 24.Dxd7.

19.Le3 Dd6 20.Lxa8 Txa8 20...axb5 21.Da7.

21.Lf4 Df8?? Morozevich war sehr knapp mit der Zeit und machte den entscheidenden Fehler. 21...De7 konnte die Probleme ebenfalls nicht lösen: 22.Dxa6 De8 23.Dc6. Die einzige Verteidigung war 21...Dd5

22.b6 Se5 22...Sxb6 23.Dc6.

23.Lxe5 Df3 24.Dd1 De4 25.b7 Tf8 25...Dxb7 26.Dxd3 Lh3 27.Dc4+ Kh8 28.f3 und Weiß steht auf Gewinn.

26.c8D Ld5 27.f3 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog