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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5029 vom 23.11.2007, Kategorie Kolumne

Nachlese Team-Europameisterschaft

Das Damenschach in Österreich assoziierte man in den letzten Jahren automatisch mit dem Namen Eva Moser. Sie wurde im Vorjahr sogar Staatsmeister bei den ?Herren?, was dem Damenschach einen enormen Aufschwung brachte, der schon bei der Damenstaatsmeisterschaft 2007 deutlich wurde. Die Arbeit der Jugendtrainer auf regionaler und nationaler Ebene wurde in den letzten Jahren viel intensiver. Die Nationalmannschaft wurde vom Bundestrainer Egon Brestian entsprechend erneuert und verjüngt und er schaffte es, Eva Moser wieder für das Damenteam zu gewinnen. 

In Kreta bei der Team EM lief aber nicht alles nach Plan. Helene Mira bekam gesundheitliche Probleme und musste oft pausieren. Die Debütantinnen Katharina Newrkla und Barbara Schink spielten gut, aber die Nervosität wirkte sich auf ihr Spiel aus. Noch dazu befand sich Eva in keiner guten Form, was sich in ständiger Zeitnot manifestierte. Das Positive ist die Leistung von Tina Kopinits, die ihre zweite internationale Meisternorm für Damen erfüllte. Trotzdem darf aber nicht vergessen werden, dass die Arbeit von Bundestrainer Egon Brestian mit dem Damenkader erst am Anfang steht. Der Weg ist noch lang, aber die Richtung stimmt!

Am Schluss bieten wir eine meisterhaft gespielte Partie von Barbara Schink gegen die junge Schweizerin Anastasia Gavrilova:

Gavrilova (2104) - Schink (2031)

1.e4 Die erste Überraschung für Barbara. Ihre Gegnerin eröffnet normalerweise mit 1.c4.

1...e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Lc5 5.Le3 Df6 6.Sb5 Lxe3 7.fxe3 Dh4+ Wichtiger Zwischenzug , erzwingt g3.

8.g3 Dd8! Richtige Entscheidung.

9.Dg4 g6 10.Df4 d6 11.Lc4 Se5 12.0-0

Diagramm

12...Lh3! Barbara erzählte mir nach der Partie, dass sie diese Stellung schon einmal analysierte.

13.Lxf7+ Kd7 14.S1c3 14.Tf2?? geht wegen 14...g5 mit Damengewinn nicht.

14...g5! Stark gespielt! 14...Lxf1 gibt dem Weißen die Initiative.

15.Df2 Sh6 16.Lb3 Tf8! Und wieder das Stärkste!

17.De2 Das Endspiel sieht nach 17.Dxf8 Dxf8 18.Txf8 Txf8 düster für Weiß aus.

17...Txf1+ 18.Txf1 Lxf1 19.Kxf1 Auf 19.Dxf1 folgt 19...Df8. Die Abwicklung: 20.Le6+ Kxe6 21.Sxc7+ Kd7 22.Sxa8 Dxa8 23.Df6 Shf7 24.Df5+ Kc6 25.Dxh7 g4 ist unzureichend für Weiß.

19...Df6+ 20.Kg2 c6 21.Sd4 Tf8 22.Le6+ Kc7 23.Lf5 Tf7 Zwischenbilanz: Weiß hat keine Kompensation für die Qualität.

24.h3 g4 25.hxg4 Shxg4 26.Se6+ Natürlich nicht 26.Lxg4 Sxg4 27.Dxg4 Df1+ 28.Kh2 Tf2 matt.

26...Kb8 27.Sf4 Dg5 28.Sd1 h5 29.Dd2 De7 30.Sxh5 Dieser Bauer war giftig!

30...Tf8! Umgruppieren auf die h-Linie.

31.Sf2? Fehler in schwieriger Situation.

31...Sc4 32.Dd3 Sgxe3+ 33.Kg1 Sxf5 34.Dxc4 Sg7 34...d5 könnte die Partie schneller entscheiden.

35.Sf4 Te8 36.Kg2 Se6 37.Se2 Sg5 38.Sc3 Df6 39.Dd3 Tf8 40.Sg4 De6 41.Sf2 Kc7 42.De3 Df6 43.Scd1 De5 44.Sc3? Das beschleunigt die Niederlage. Weiß kann es sich nicht leisten, den a7 Bauern zu nehmen: 44.Dxa7 Tf3 45.Sh1 Dxe4 46.Sdf2 Txf2+ 47.Kxf2 Sh3+ 48.Kf1 Dxh1+.

44...Tf3 45.Dxf3 Sxf3 46.Kxf3 Df6+ 47.Ke2 Dg5 48.Sd3 Dxg3 49.a4 Dg4+ 50.Kd2 Dg5+ 51.Kd1 De3 Die Dame gewinnt hier problemlos gegen die beiden Springer.

52.Sb4 Kd7 53.Sd3 a6 54.a5 Dg1+ 55.Kd2 Oder 55.Ke2 Dh2+ 56.Kd1 Dh5+ mit dem gleichen Schicksal.

55...Dg5+ 56.Ke2 Dxa5 57.Ke3 Dg5+ 58.Ke2 Dg2+ 59.Sf2 b5 60.Scd1 Dg5 61.Sd3 Dg4+ Eine Glanzpartie von Barbara Schink! 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog