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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5040 vom 28.12.2007, Kategorie Kolumne

Partienachlese von der 1. Bundesliga

Trotz personeller Probleme übernahmen die Hohenemser nach drei Runden die Tabellenführung in der 1. Bundesliga. Wir haben vor zwei Wochen schon darüber berichtet. Ihre Spitzenbretter, GM Jan Gustafsson und GM David Baramidze, nahmen beim Schachweltcup in Khanty Mansiysk (Russland) teil, wo sie in der zweiten Runde (KO-System) gegen Aronian und Dominguez scheiterten. David Baramidze, der Nigel Short im ersten Match eliminierte, schaffte es noch, seine Mannschaft in Baden in der zweiten und dritten Runde zu unterstützen. Wir bieten diese Woche seine spektakuläre Partie aus der dritten Runde an.

Baramidze (2569) - Antoniewski (2512)

SK Hohenems - ASVÖ Pamhagen

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lg5 e6 7.Dd2 a6 8.0-0-0 Ld7 9.f3 Diese Fortsetzung, die an den Englischen Angriff erinnert, wird immer populärer. Die Hauptvariante beginnt mit 9.f4.

9...Tc8 10.Kb1 b5 Die Alternativen sind: 10...Le7 11.h4 h6 12.Le3 h5 13.Sxc6 Lxc6 14.Se2 d5 15.e5 Sd7 16.f4 g6 17.Sd4 mit weißem Vorteil, 1-0, Grischuk - Timofeev, Sochi 2007 und 10...Dc7 11.Le3 Se5 12.g4 h6 13.h4 b5 14.Ld3 g6 mit beidseitigen Chancen, 0-1, Spraggett - Kozul, 2006.

11.Sxc6 Lxc6 12.h4 Le7 Beachtung verdient: 12...h6 13.Le3 (13.Lf4 e5 14.Le3 Le7) 13...h5 14.Lg5 Le7.

13.Se2 0-0 14.Sd4 Lb7 15.g4 Dc7 16.Ld3 Tfd8 16...Tfe8 wäre typisch in der sizilianischen Verteidigung.

17.The1 Interessant war 17.h5.

17...g6? Optimistisch gespielt. Schwarz bereitet e6-e5 vor und verhindert damit Sd4-f5. Besser wäre es vielleicht, mit 17...b4 nebst a6-a5-a4 einen Bauernsturm gegen den weißen König zu starten.

18.h5! David nimmt die Einladung an.

18...e5

Diagramm

19.hxg6!! exd4 Nach 19...hxg6 20.Th1 exd4 21.Dh2 Sh5 22.Lxe7 Dxe7 23.gxh5 g5 24.Tdg1 steht Weiß deutlich besser.

20.gxh7+ 20.Df4 war unklar: 20...fxg6 21.Lxf6 Tf8 22.g5 Lxf6 23.gxf6 De7 24.Th1 Dxf6 25.Dh2 Tf7 26.Tdg1 Te8, aber 20.gxf7+ sieht sehr verlockend aus: 20...Kxf7 21.Df4 Dc5 22.e5 dxe5 23.Txe5 Td5 24.Txd5 Lxd5 (24...Dxd5 25.Th1) 25.Lxf6 Lxf6 26.g5 Lxa2+ 27.Kxa2 Dxg5 28.De4 mit Initiative.

20...Sxh7 21.Lh6 f6 21...Sf8 wäre gefährlich: 22.Th1 Se6 23.Dh2 Lf6 24.f4 und der Angriff läuft von allein.

22.Th1 Lf8 Verständlich: Schwarz will schnell Verteidiger über die siebente Reihe in Richtung König umgruppieren. Der Nachteil dabei ist, dass Weiß zusätzlich die g-Linie öffnen kann. Der Versuch, die g-Linie mit 22...Sg5 23.Dh2 Sxf3 24.Dh5 Lf8 geschlossen zu halten, scheitert an 25.g5! Lxh6 und 26.gxf6!!

23.g5! fxg5 Auf 23...Sxg5 könnte 24.Tdg1 Lxh6 25.Txh6 Dg7 26.Dh2 folgen.

24.Tdg1 Td7 Oder 24...Lxh6 25.Txh6 Td7 26.Tgh1 nebst e4-e5.

25.e5 Es ist Zeit für den zweiten Läufer, ins Geschehen einzugreifen. 25.Lxg5 Sxg5 26.Txg5+ Tg7 27.Tgh5 Kf7 wäre unklar.

25...dxe5 Auf 25...Lxh6 folgt 26.e6 Tg7 27.Txh6.

26.Lxh7+ 26.Lxg5 Sxg5 27.Dxg5+ Tg7 28.Df6 sollte ebenfalls zum Ziel führen.

26...Txh7 27.Dxg5+ Tg7 27...Lg7 könnte Weiß vor mehr Probleme stellen: 28.Lxg7 Txg7 29.Dh6! Dxc2+ 30.Ka1 Tg2 31.De6+ Kg7 und nun 32.Dxe5+ Kf7 33.Df4+ Kg8 34.Dxd4 und auf 34...Lxf3 35.Txg2+ Lxg2 36.Th8+ Kf7 37.Dd7+ Kf6 38.Txc8.

28.Lxg7 Lxg7 29.Df5 29.Th6 mit der Idee Th6-g6.

29...Dxc2+ Was sonst?!

30.Dxc2 Txc2 31.Kxc2 Lxf3 32.Th6 Kf7 33.Txa6 Lf6 34.Tb6 Ld8 35.Txb5 Ke6 35...Lf6 36.Txe5 Lxe5 37.Tf1.

36.Tg6+ Kf5 37.Td6 Le2 37...Le4+ 38.Kb3.

38.Txe5+ 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog