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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5056 vom 18.01.2008, Kategorie Kolumne

Morozevitsch gewinnt das russische Superfinale

Der Start von Morozevitsch beim russischen Superfinale in der zweiten Dezemberhälfte kann kaum als gelungen betrachtet werden. Nachdem er in der ersten Runde gegen Jakovenko eine Figur einstellte, kämpfte er verbissen, um den halben Punkt zu retten. In der Runde darauf verlor er fürchterlich mit Weiß gegen Vitiugov. Aber vielleicht braucht ?Moro? diese kalte Dusche zum aufwachen! Es folgten sechs Siege in Folge! Nun hätten drei Remis für den Titel gereicht, aber nicht für Moro. Er überzog lieber eine gleiche Stellung gegen Dreev und verlor, womit er sich den Luxus leistete, in der Schlussrunde spielen zu müssen! Sein Verfolger Grischuk lag nur einen halben Zähler hinter ihm. Ohne viel Risiko steuerte Morozevitsch die letzte Partie gegen Inarkiev ins technische Endspiel, wo seine Überlegenheit noch deutlicher wurde. Sein junger Gegner musste eine Qualität geben und kurz danach auch die Partie.

Der neue russische Meister heißt somit Alexander Morozevitsch mit 8 Punkten aus 11 Partien, Silber ging an Alexander Grischuk mit 7 und Bronze an Evgeny Tomashevsky mit 6,5.

Svidler (2732) - Morozevitsch (2755)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 e5 7.Sb3 Le6 8.f3 Sbd7 9.g4 Sb6 10.g5 Sh5 Das ist das natürliche Feld für den Springer: Blockiert den weißen h-Bauern und ist für das Feld f4 bereit.

11.Dd2 Tc8 12.0-0-0 Le7 13.Kb1 0-0 14.Tg1 g6 15.h4 Dc7 16.Tg2 f6 17.Df2 Sc4 18.Lxc4 Lxc4 19.Lb6 Dd7 20.Sc5 Beachtung verdient 20.gxf6 Txf6 21.Le3.

20...Dc6 21.Sd3 Mit der Drohung Sd3-b4-d5.

21...Lxd3 Interessant war 21...a5 22.Lxa5 Da6 und auf 23.Db6 dann 23...fxg5 24.Dxa6 bxa6 25.hxg5 Txf3.

22.cxd3 22.Txd3 Sf4.

22...Sf4 23.Tg4 fxg5 24.hxg5 Lxg5?! Vorsichtiger war 24...d5 25.Txf4 Txf4 26.Sxd5 Tf7 27.Le3 De6 mit unklarem Spiel.

25.Th1 Sehr interessant war 25.Txg5!? Sh3 26.Txg6+ hxg6 27.Dg3 Sf4 28.Le3 und nun 28...De8 (28...Kg7 29.Tg1 d5 30.exd5 Df6 31.Ka1 und wenn 31...Df5 dann 32.d4 und auf 32...Dd3 33.Lc1) 29.Lxf4 exf4 30.Dg5 Kg7 31.Sd5 und Weiß dominiert

25...Se6 26.Dh2 Dd7 27.Dh3 Auf 27.Sd5 verteidigt sich Schwarz mit 27...Dg7.

27...Tf7 28.Le3?! Die Initiative konnte Svidler mit 28.Tgg1 h6 29.Sd5 Sf8 30.Tg4 weiter behalten.

28...Txc3! Forciert Remis. Was passiert nach 28...Lxe3 29.Txg6+ Kh8? Weiß sollte hier ins Endspiel einlenken: (29...hxg6 30.Dh8#) 30.Dxe6 (30.Txe6 bringt nur Schwierigkeiten mit sich: 30...Tcf8 31.Sd1 Txf3 32.Dh5 T3f7 33.Tg6 Tf1 34.Tg3 Txh1 35.Dxh1 Ld4) 30...Dxe6 31.Txe6 Td8 32.Sd5 Ld4 33.Se7 und die weißen Figuren sind viel aktiver.

29.bxc3 Db5+ 30.Kc2?

Diagramm

Ist es möglich, dass Svidler die schwarze Antwort übersehen hatte? Nach 30.Ka1 sollte die Partie unentschieden enden: 30...Lxe3 31.Txg6+ Kf8 32.Dxe6 hxg6 33.Dxd6+ Kg7 34.Dd8 Tf8 35.De7+ Tf7 36.Dd8 mit Zugwiederholung.

30...Sd4+! 31.Lxd4 31.cxd4?? Tc7+.

31...exd4 32.c4?? Svidler wurde von allen guten Geister verlassen! 32.Tg2 konnte die Partie immer noch retten: 32...Da4+ 33.Kb1 Db5+ 34.Ka1 Dxd3 35.Dc8+ Tf8 36.De6+ Tf7 37.Txg5 Dxc3+ 38.Kb1 Dd3+ 39.Ka1 Dc3+ mit Dauerschach.

32...Da4+ 33.Kb1 Db4+ 34.Ka1 Dc3+ 35.Kb1 Dxd3+ 36.Ka1 Dc3+ 37.Kb1 Db4+ 38.Ka1 Lf6 Svidler wollte sich nicht quälen lassen und gab auf. Nach 39.e5 (Das Endspiel: 39.Tf4 d3+ 40.Txf6 Dc3+ 41.Kb1 Dxf6 ist leicht für Schwarz gewonnen.) 39...dxe5 (oder 39...Lxe5 40.f4 Lf6 41.Dd3 Te7) ist die Situation hoffnungslos 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog