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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5104 vom 11.04.2008, Kategorie Kolumne

Levon Aronian siegt in Nizza

Die 17. Auflage des Amber-Turniers mit einem Preisfond von 216.000 Euro entschied der armenische Großmeister Levon Aronian für sich. 7,5 Punkte aus 10 Partien im Aktivschach bildeten die Grundlage für den Gesamtsieg schon eine Runde vor dem Finish. Beim Amber Turnier spielt jeder Spieler jeweils eine Aktivschach- und eine Blindpartie (!) gegen alle anderen Teilnehmer.

Gesamtwertung: 1.Aronian 14,5 Punkte. 2.Kramnik 12. 3.Leko 12. 4.Topalov 12. 5.Carlsen 12. 6.Ivanchuk 11. 7.Anand 11. 8.Morozevich 11. 9.Karjakin 9,5. 10.Gelfand 9. 11.Mamedyarov 9. 12.Van Wely 9.

Van Wely (2681) - Aronian (2739)

Aktivschach

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.e3 Gegen die Grünfeld-Verteidigung ist dieser Zug nicht besonders anspruchsvoll.

4...Lg7 5.b4 Weiß gewinnt Raum am Damenflügel und erschwert den Vorstoß c7-c5, natürlich auf Kosten der Entwicklung.

5...0-0 6.Db3 c6 7.Sf3 Lg4 8.h3 Schwarz hat auch nach 8.Se5 Le6 keine Probleme. Ein Beispiel: 9.c5 Sbd7 10.Sxd7 Sxd7 11.Ld3 a5 12.Ld2 b6 13.cxb6 Dxb6 14.bxa5 Dxa5 15.Dc2 Tfc8 16.Tc1 Da7 17.0-0 c5 mit Vorteil für Schwarz, 0-1, Jovanic - Borisek, Nova Gorica 2007. Auf 8.Le2 könnte 8...dxc4 9.Dxc4 b5 10.Db3 a5 mit gutem Spiel für Schwarz folgen.

8...Lxf3 9.gxf3 a5 10.bxa5 Die Alternative war 10.b5 und auf 10...Sbd7 dann 11.La3.

10...Txa5 10...Dxa5 11.Ld2 dxc4 verdient ebenfalls Beachtung.

11.Ld2 Schwarz entwickelt nach 11.Dxb7 c5 starke Initiative.

11...c5 12.Sxd5 Die Balance war mit 12.dxc5 zu halten. Zum Beispiel: 12...Txc5 (oder 12...dxc4 13.Lxc4 Sfd7 14.Tb1 Sc6 15.f4 Sxc5 16.Dc2 Ta8) 13.Sa4 Tc8 14.Lc3 Sbd7 15.Tc1.

12...Sxd5! 13.cxd5 cxd4! 14.e4 Die Qualität ist nicht zu nehmen: 14.Lxa5 Dxa5+ 15.Kd1 (15.Ke2 d3+) 15...dxe3.

14...Sd7 15.Lb5 15.Tc1 scheint natürlicher zu sein. 15.Lxa5 geht noch immer nicht: 15...Dxa5+ 16.Kd1 d3 17.Tb1 Sc5 18.Dc4 Lh6 19.Tb4 Da3 und Weiß steht vor unlösbaren Problemen.

15...d3 Aronian nutzt sofort die Gelegenheit, die große Diagonale zu öffnen. Gegen 15...Ta8 ist auch nichts einzuwenden.

16.0-0 Auf 16.Tc1 hätte Schwarz zwei Optionen: 16...Se5 (oder 16...Ta7 17.Lxd3 b6) 17.Kf1 Db6 18.Lxa5 Dxa5 19.Lxd3 Sxf3 20.Dd1 Sd4 21.Kg2 f5 mit unklarem Spiel.

16...Lxa1 17.Txa1 Ta8 18.Dxd3 Interessant war 18.Lh6. Eine Simulation: 18...Se5 19.f4 (19.Db2 Dd6 20.f4 Sf3+ 21.Kg2 Sh4+ 22.Kg3 f6 23.Kxh4 g5+ 24.fxg5 Df4+ 25.Kh5 Df3+ 26.Kh4 Df4+ 27.Kh5 Df3+ mit Dauerschach.) 19...Sf3+ 20.Kg2 Sd4 21.Dxd3 Sxb5 22.Lxf8 Dd7 23.a4 Sd6 24.Lh6 f6 mit dynamischem Gleichgewicht.

18...Se5 19.Db3 Db6 20.Kg2?? Grober Fehler. Richtig war 20.Tb1 Tfc8 21.a4 Tc7 22.Kg2 mit beidseitigen Chancen.

20...Sxf3! 21.Lh6 21.Kxf3 Df6+ 22.Kg2 Dxa1; 21.Dxf3 Dxb5

21...Df6 21...Tfc8 ist gleichwertig.

22.Tb1 Sh4+ 23.Kf1 Tfc8 24.Db2 Tc3! 25.Ld2 Taa3!? Das Endspiel nach 25...Txh3 26.Dxf6 exf6 27.Tb2 Sf3 28.Le3 g5 29.Ld7 Th4 30.Lf5 Se5 wäre nicht so einfach zu realisieren.

26.Lxc3 Txc3 27.Tc1

Diagramm

27...Tc5! Sehr eleganter Zug!

28.Dd2 28.Dxf6?? Txc1+ 29.Ke2 exf6

28...Sf3 29.De3 Txc1+ 30.Dxc1 Dd4 31.Dc8+ Oder 31.De3 Dxe4 32.Dxe4 Sd2+ 33.Ke2 Sxe4 mit technisch gewonnenem Endspiel.

31...Kg7 32.Dxb7 Sd2+ 32...Dd1+ war schneller: 33.Kg2 Sh4+ 34.Kh2 (34.Kg3 Df3+ 35.Kxh4 Dxf2+ 36.Kg4 h5+ 37.Kg5 Dg3#) 34...Df3 und matt.

33.Ke2 Sxe4 34.Lc6 34.Kf3

34...Dxf2+ 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog