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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5134 vom 06.06.2008, Kategorie Kolumne

Sofia: Schach im "Aquarium"

Eine alte Idee wurde beim M-Tel Masters in Sofia neu realisiert. Die Akteure spielten in einem Glashaus ("Aquarium") mitten im Turniersaal. Die Zuschauer konnten sich dadurch problemlos unterhalten und die Akteure sich besser auf ihre Partien konzentrieren. Laut dem Chef von M-Tel (Tochterfirma des Telekom Austria und Hauptsponsor des Events), Josef Vinatzer, wird überlegt, das "Aquarium" bei der nächsten Auflage im Jahr 2009 im Freien aufzustellen.

Topalov (2767) - Radjabov (2751)

1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 e5 Die Kalaschnikow-Variante war eine kleine Überraschung. Radjabov spielt vorwiegend die Sweschnikow Variante mit 4...Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6

5.Sb5 d6 6.S1c3 Die andere Hauptvariante ist 6.c4.

6...a6 7.Sa3 b5 8.Sd5 Sf6 Gespielt wird auch 8...Sce7 und 8...Sge7.

9.c4 9.Lg5 Le7 10.Lxf6 Lxf6 11.c3 wäre die normale Sweschnikow-Variante.

9...b4 Interessant ist 9...Sxd5 wie in der folgenden Partie: 10.exd5 Sd4 11.cxb5 Le7 12.Le3 Sf5 13.Ld2 e4 14.bxa6 0-0 15.Le2 Lf6 16.Sc4 Lxa6 17.0-0 Sd4 18.Tc1 Lb5 19.Lc3 Sxe2+ 20.Dxe2 Txa2 21.Dxe4, Remis, Carlsen - Radjabov, Wijk aan Zee 2007.

10.Sxf6+ Dxf6 11.Sc2 Dg6 Schwarz geriet nach 11...Lb7 12.g3 Le7 13.Lg2 Ld8 14.0-0 Lb6 15.Sxb4 Sxb4 16.Db3 a5 17.a3 Lc5 18.axb4 axb4 19.Txa8+ Lxa8 20.Da4+ Ke7 21.Le3 Tc8 22.Lxc5 dxc5 23.Da7+ Kf8 24.Td1 g6 25.Lh3 in Schwierigkeiten, 1-0, Areshchenko -Tregubov, Moskau 2005.

12.Se3 Ein Beispiel mit dem naheliegendem Zug 12.Dd5: 12...Lb7 (12...Ld7!? 13.Sxb4 Tc8) 13.Sxb4 Tc8 14.Le3 Le7 15.h4 0-0 16.h5 Dg4 17.f3 Dg3+ (17...Dd7) 18.Kd1 Lg5 19.Sxc6 (19.Th3 Dxh3 20.gxh3 Lxe3) 19...Lxe3 20.Se7+ Kh8 21.Dd3 und Weiß kann sich langsam konsolidieren und den materiellen Vorteil realisieren, 1-0, Anand - Shirov, Linares 2002.

12...Le7 12...Dxe4 könnte gefährlich für Schwarz sein: 13.Ld3 Dd4 14.Sd5 Tb8 15.Dc2 Da7 16.Le3 Sd4 und nun 17.0-0-0!?

13.g3 Sd4 Unkonventionell agierte Schwarz in der folgenden Begegnung: 13...h5!? 14.Lg2 h4 15.Sf5 Le6 16.Le3 Tc8 17.0-0 Lxf5 18.exf5 Dxf5 19.Da4 e4 mit unklarem Spiel, Remis, Grischuk - Fedorov, Istanbul 2003.

14.Lg2 Lb7 15.Sf5

Diagramm

Auf 15.Dd3 antwortet Schwarz mit 15...Dh5! und weiter: 16.Sc2 Sxc2+ 17.Dxc2 0-0 18.0-0 f5 19.exf5 Lxg2 20.Kxg2 Tac8 21.De4 Dxf5 22.Dxf5 Txf5 mit ungefähr gleichen Chancen, remis, Hamdouchi - Tregubov, Fügen 2006.

15...Dxf5!! Im Stile von Mikhail Tal würden viele meinen! Dem ist aber nicht so. Der große Tal improvisierte am Brett. Heutzutage werden bekannte Partien (wie hier) nachgespielt oder vorbereitete Analysen "heruntergespult".

16.exf5 Lxg2 17.Tg1 Lf3 18.Dd3 Neuerung. Die Ursprungpartie: 18.Da4+ Lc6 19.Dd1, Remis, Klovans - Sveshnikov, Riga 2005.

18...d5 Das Endspiel sollte nach 18...Le2 19.Dxe2 (19.De4 Lf3 20.Db1 d5 21.cxd5 Tc8) 19...Sxe2 20.Kxe2 eine Spur besser für Weiß sein.

19.cxd5 Tc8 20.Le3 Beachtung verdiente 20.d6!? Lxd6 21.Le3 Sc2+ 22.Kf1 0-0 23.Tb1 Tc6 mit kompliziertem Spiel.

20...Sc2+ 21.Kf1 21.Kd2 sieht natürlicher aus. Eine Simulation: 21...Sxa1 22.Txa1 Td8 23.Ke1 Txd5 24.Db3 0-0 25.Lg5 Lxg5 26.Dxf3 Tfd8 27.De4 a5 28.h4 Lf6 29.Tc1.

21...e4! 21...Sxa1 war wegen 22.f6! Lxf6 23.Df5 0-0 24.Dxf3 Sc2 25.Kg2 ungenau. Weiß steht klar besser.

22.Dxa6 0-0 23.Tb1 Sxe3+ 24.fxe3 Tc2 25.h4 Td8 26.Db7 Kf8 27.a4 Td2 28.Tc1 T2xd5 29.Tc8 Td1+ 30.Kf2 T1d2+ 31.Ke1 Td1+ 32.Kf2 T1d2+ 33.Ke1 Td1+ 34.Kf2 T1d2+ Remis

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog