Wiener Zeitungs Schachergebnisserver - Kolumne
Schach Homepage Swiss-Manager Homepage Österreichischer Schachbund Homepage Wiener Zeitung Homepage CMS-Version 10.06.2017 12:15, Logged on: Gast Suche Impressum Sitemap Login Logoff Kontakt
 Home   Österreich   Welt   Kolumne   Meisterschaft   Turnier-DB   Archiv   Turnierkalender   Links   Datenpflege 

Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5159 vom 11.07.2008, Kategorie Kolumne

Statistische Spielereien

Die Statistik ist sicher nützlich, manche halten sie sogar für unentbehrlich. Und sie hat natürlich auch im Schach längst Einzug gehalten. Etwa stehen bei der Schachdatenbank ?Chess Base? eine Menge Statistiken zu Verfügung. Und es gibt genug Benutzer, die ihre Schachstrategien nach diesen Statistiken orientieren.

Auch wir können unserer Leserschaft eine statistische Spielerei präsentieren, die auf der neuen Weltrangliste vom 1. Juli basiert. Diese Statistik hat keine Wahrheitsansprüche, sie ist nur eine Momentaufnahme, die vielleicht gewisse Trends in der globalen Schachentwicklung andeutet. Worum geht es? Aus der aktuellen Weltrangliste nahm ich 17 Länder heraus, davon wieder die jeweiligen Top-10-Spieler mit ihren Elozahlen und dem Alter. Nicht berücksichtigt wurden das Geschlecht und die Schachaktivität. Kasparov wurde bei Russland einkalkuliert. Von den Top-10 Spielern werden der Eloschnitt und das Durchschnittsalter berechnet. Die Durchschnittselozahl minus 2000 (vereinfacht die Rechnung) wird durch das Durchschnittsalter dividiert. Das Ergebnis ist ein Koeffizient, der den Entwicklungstrend darstellt. Es gilt: Je höher das Koeffizient (durch hohe Elo und/oder niedriges Alter), desto besser. Dabei ergibt sich folgende Reihenfolge:

1. Aserbaidschan 27,04 (Elo 2622, Alter-23)
2.Ukraine 26,30 (Elo -2684, A-26)
3.Indien 25,83 (Elo -2620, A-24)
4.Russland 24,43 (Elo -2733, A-30)
5.China 23,81 (Elo -2643, A-27)
6.Polen 20,65 (Elo -2599, A-29)
7.Niederlande 20,43 (Elo -2613, A-30)
8.Ungarn 19,68 (Elo -2630, A-32)
9.Frankreich 19,40 (Elo -2621, A-32)
10.Spanien 18,80 (Elo -2583, A-31)
11.Bulgarien 18,45 (Elo -2609, A-33)
12.Tschechien 18,03 (Elo -2577, A-32)
13.Deutschland 17,19 (Elo -2619, A-36)
14.Armenien 17,05 (Elo -2614, A-36)
15.Kroatien 12,81 (Elo -2551, A-43)
16.Italien 12,45 (Elo -2498, A-40)
17.Österreich 11,52 (ELO-2484, A-42)

Hätten Sie geglaubt, dass im Rahmen der EU-Staaten Polen die Nase vorn hat und beispielsweise - anders als zuletzt bei der Fußball-EM - Deutschland deutlich hinter sich lässt?

Zum Nachspielen bieten wir diese Woche das Vierturmendspiel aus der Partie Shirov-Svidler aus Foros an:

Shirov (2740) - Svidler (2746)

Diagramm

26...Dxb5 27.Txh6! Df5 Einziger Zug. Natürlich nicht 27...gxh6?? wegen 28.Dg6+ Kh8 und 29.cxb5.

28.Dxf5 exf5 29.Th4 Nach 29.Ta6 Txc4 30.Txa7 sollte die Partie friedlich enden. 30...Tf7.

29...f4 Die Alternative war 29...a5.

30.Td4 Tb8 30...a5 war immer noch interessant.

31.h3 f3 32.g4 Tb1+? Svidler betritt den falschen Pfad. Richtig war 32...a5 und auf 33.c5 Ta8. Beispiel: 34.Ta4 g6 35.Kh2 Tfc8 36.Kg3 Txc5 37.Kxf3 Kg7 mit guten Remischancen.

33.Kh2 Tf1 34.Td2 Te8? Sehr ambitioniert, aber es stellt sich heraus, dass Weiß doch schneller ist. Mit 34...Te1 könnte Schwarz noch weiter kämpfen: 35.Th5 Te2 36.Thd5 Tf4 37.c5 Tc4 38.Kg3 Txd2 39.Txd2 Txc5.

35.Kg3 Te2 36.Td8+ Kf7 37.Td7+ Kg6 Auch nach 37...Ke6 gerät der schwarze König ins Mattnetz. 38.Txg7 Texf2 39.Kf4 Kd6 40.Tg5.

38.Th8! Texf2 39.Tg8 Tg2+ 40.Kf4 f2 41.Tgxg7+ Kf6 42.Th7 Ke6 Oder 42...Kg6 43.Tdg7+ Kf6 44.Txa7 Kg6 45.Thd7.

43.Kg5! Hübsches Finale! Gegen 44.The7 matt ist Schwarz hilflos. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog