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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5162 vom 25.07.2008, Kategorie Kolumne

30. Open Oberwart

Das größte, stärkste und älteste Open Österreichs feierte heuer das 30-jährige Jubiläum! Leider wurde es einem der Mitbegründer und Unterstützer nicht vergönnt, dieses Schachfest mitzufeiern. Gerhard Radosztics verstarb im Dezember 2007. Zum Andenken trägt das Turnier seinen Namen. Mit einem für österreichische Verhältnisse Rekord-Preisfond von 22.000 Euro startete der Wettbewerb am 5 Juli in zwei nach der Elostärke geteilten Gruppen.

In der A-Gruppe dominierten die Gäste, insbesondere junge Spieler aus Ungarn. Wie so oft bei Opens, wurde der erste Platz geteilt. Gleich acht Spieler erreichten 7 Punkte und erst die zweite Wertung entschied über den Turniersieg zu Gunsten von internationalen Meister Krisztian Szabo. In der separaten Wertung ?bester Österreicher?, konnte sich Ex-Staatsmeister Eva Moser durchsetzen. Der zweitplatzierte Harald Schneider-Zinner zeigte aber die beste Eloleistung: 2538, was eine internationale Meisternorm bedeutet!

Endstand nach 9 Runden: A-Turnier:
1. IM Krisztian Szabo (Ungarn),
2. IM Gergely Antal (Ungarn),
3. GM Mladen Palac (Kroatien),
4. IM Gabor Papp (Ungarn),
5. GM Arutinian (Georgien),
6. GM Shengelia (Georgien),
7. GM Hera (Ungarn),
8.GM Rabiega (Deutschland), jeweils 7 Punkte.

Bester Österreicher: 1. IM Eva Moser 6,5 Punkte, 2. FM Schneider-Zinner 6. 3.IM DDr.Schroll 6.

B-Turnier: 1.Robert Makk (Ungarn) U14 mit 8 Punkten, 2.Daniel Stolterfoht (Österreich) 7,5, 3. Andras Bajak (Ungarn) 7.

Szabo, K (2510) - Lendwai, R (2421)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 Sg4 Wird immer seltener gespielt. Schwarz antwortet hier zur Zeit am häufigsten mit 6...e5.

7.Lg5 h6 8.Lh4 g5 9.Lg3 Lg7 10.h3 Sf6 Die Alternative ist 10...Se5 worauf 11.Sf5 Lxf5 12.exf5 folgt. Hier eine aktuelle Partie: 12...Sbc6 13.Sd5 e6 14.fxe6 fxe6 15.Se3 0-0 16.Le2 d5 17.0-0 De7 18.Lh5 Tad8 19.Te1 b5 20.a4 b4 21.De2 Da7 22.Tad1 Sd4 23.Txd4 Dxd4 24.Dxa6 Tf6 25.Td1 Dxb2 26.Lxe5 Dxe5 27.Sg4 Dd6 28.Sxf6+ Lxf6 29.Dd3 und Weiß steht klar besser, 1-0, Vachier Lagrave (2632)-Shomoev (2559), Plovdiv 2008.

11.De2 Relativ neue Idee. Am natürlichsten sieht 11.Lc4 aus.

11...Sh5 Neuerung.

12.Dxh5 Lxd4 13.Lc4 Th7 14.0-0 Interessant war 14.0-0-0 Sc6 15.Td3.

14...Sd7 15.Sd5 e6?!

Diagramm

Reinhard Lendwai unterschätzte offenbar die weiße Antwort. Schwarz verfügt hier über folgende Möglichkeiten: 15...Lxb2 16.Tab1 Le5 17.f4 gxf4 18.Lh4 Sf6 19.Lxf6 exf6 oder 15...Sf6 16.De2 Sxd5 17.Lxd5 oder 15...b5 16.Ld3 Se5 17.De2 e6 18.c3 Lc5 19.b4 La7 20.Se3, überall mit kompliziertem Spiel, wobei Weiß jedoch die ?besseren Karten? hätte.

16.Lxd6!! Der Zug gewinnt zwar nicht direkt, bringt Schwarz aber in eine sehr unangenehme Lage.

16...exd5 17.exd5 Sf6 18.De2+ Kd7 19.Lg3 De7 20.Dd3 Die schwarzen Figuren stehen in völliger Disharmonie.

20...Lxb2 21.Tfe1 Db4 Vielleicht wäre 21...Lxa1 22.Txe7+ Kxe7 23.Da3+ Ke8 eine praktische Chance, obwohl die Lage nach 24.Db4! (droht 25.De1) wieder kritisch wäre.

22.a3 22.Tab1 ist auch möglich.

22...Dc5 22...Dc3 geht wegen 23.Lb5+! Kd8 (23...axb5 24.Dxb5+ Kd8 25.Db6+ Kd7 26.Dd6#) 24.Dxh7! nicht. Laut Homepage des Veranstalters gab Reinhard hier auf, was etwas verfrüht aussieht. Mögliche Fortsetzung wären 22...Dc5 23.Tab1, aber nach 23...Ld4 (oder 23...Dd4 24.Txb2 Dxb2 25.De3) 24.c3 wäre die schwarze Stellung nicht mehr zu halten. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog