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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5176 vom 15.08.2008, Kategorie Kolumne

Damenstaatsmeisterschaft

Die besten Schachspielerinnen Österreichs (ausgenommen Eva Moser) und viele junge Nachwuchstalente nahmen an der Damenstaatsmeisterschaft in Leoben teil, die gleichzeitig mit den Herren ausgetragen wurde. Zum dritten Mal hintereinander ging der Sieg an die Wienerin Tina Kopinits. Sie spielte solide und nutze jeden Fehler aus. Besonders deutlich wurde ihre Stärke in einfachen Stellungen und Endspielen. Die Vorarlbergerin Julia Novkovic war die einzige, die mit Tina mithalten konnte. In der direkten Begegnung machte Julia aber eine Reihe von Fehlern, die ihre Chance auf den Meistertitel schwinden ließen (unsere heutige Analyse). Sie kämpfte zwar weiter, aber es reichte wie im Vorjahr nur für Silber. Dritte von 22 Teilnehmerinnen wurde die erfahrene Wienerin Maria Horvath.

Kopinits (2273) - Nagy (1954)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 Sf6 4.d4 exd4 Eine wichtige Fortsetzung ist hier 4...Lb4.

5.Sxd4 Sxd4 So gerät man sofort in Nachteil. Viele Partien in der Variante 5...Lb4 6.Sxc6 bxc6 7.Ld3 d5 8.exd5 cxd5 9.0-0 0-0 10.Lg5 c6 zeigen, dass Schwarz problemlos ausgleichen kann.

6.Dxd4 d6 7.Lc4 Le7 8.Lf4 0-0 9.0-0-0 Sg4 10.Sd5 Lf6 11.Sxf6+ Dxf6 12.Dxf6 Sxf6 13.The1 Sd7 Besser war 13...Le6 14.Lf1 und 14...Sg4 15.f3 Se5 16.Te3 f6 17.Tc3 Tf7 18.Le3 g5.

14.h3 Nach 14.e5 dxe5 15.Lxe5 Sxe5 16.Txe5 Le6 17.Lxe6 fxe6 18.f3 Tae8 ist es schwer für Weiß, die Schwäche e6 auszunutzen.

14...Sb6 14...Se5 sieht natürlicher aus.

15.Lf1 Ld7? 15...f6 war notwendig.

16.e5! Tina nutzt die Gelegenheit das Spiel zu öffnen, wodurch der schwarzfeldrige Läufer ein "Riese" wird.

16...dxe5 17.Lxe5 c6 18.b3 Le6 19.g4 Tfe8 20.f4 Tad8 21.Txd8 Txd8 22.c4 Ld7 23.Td1 Tc8 24.a4 Le8 25.Ld4 Td8 Auf 25...c5 könnte 26.Le3 Sd7 27.Lg2 b6 28.Kc2 folgen mit a4-a5 als Vorbereitung.

26.Lg2 f6 27.Kc2?! Kleine Unaufmerksamkeit.

27...Sc8 Plötzlich konnte Schwarz mit 27...Sxc4 28.Lxa7 (28.bxc4? c5) 28...Txd1 29.Kxd1 Sa5 30.Kc2 Lf7 das Spiel vereinfachen, wobei nach 31.b4 Sc4 32.Kc3 Weiß immer noch überlegen steht.

28.a5 a6 29.Td2 Td7 30.Kc3 Lf7 31.Lf3 Se7 32.f5 Sc8 33.b4 Te7? Das beschleunigt das Geschehen. Zu empfehlen war 33...Se7.

34.Lc5 Te8 35.Td7 Te1 36.Txb7 Tc1+ 37.Kd2 37.Kd2 Txc4 38.Tb8 mit Figurgewinn. 1-0

Novkovic (2128) - Kopinits (2273)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 Sc6 6.Lg5 Ld7 7.Dd2 Tc8 8.f3 Die üblichen Fortsetzungen sind 8.0-0-0 bzw. 8.f4.

8...Sxd4 9.Dxd4 Da5 10.Le3. 10.Ld2 a6 11.0-0-0 wäre ein Übergang in eine bekannte Variante.

10...a6 11.g4?!

Diagramm

Fragwürdige Aktion mit dem König noch in der Mitte.

11...g6! Verlangt eine genaue Berechnung!

12.g5? Es war noch nicht zu spät: 12.a3 Lg7 13.0-0-0 0-0 14.Db4 Dxb4 15.axb4.

12...Lg7 13.gxf6? Ein Fehler kommt selten allein. Mit 13.Ld2 Sh5 14.Da7 Dc7 15.Sd5 wäre die Partie noch offen.

13...Lxf6 14.Dd1?? Der entscheidende Fehler. Einzig möglich war 14.Dd2 Txc3 und 15.Kf2.

14...Txc3 15.Ld2? Es ging noch 15.bxc3 Dxc3+ 16.Kf2 Lh4+ (oder das einfache 16...Dxa1 17.Dxa1 Lxa1 18.Lxa6 bxa6 19.Txa1 0-0) 17.Kg2 Dxe3 18.Tg1, aber am schwarzen Vorteil ist nicht zu zweifeln.

15...Lh4+ 15...Lh4+ 16.Ke2 Lb5# 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog