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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5196 vom 12.09.2008, Kategorie Kolumne

Tal Memorial

Ein absoluter Triumph für Vassily Ivanchuk wurde das Tal Memorial in Moskau! Mit einem ganzen Punkt Vorsprung gewann der sympathische Ukrainer den Hauptwettbewerb und als Zugabe das doppelrundige Blitzturnier mit 16 Teilnehmern. Entscheidend für seinen Erfolg war der Sieg gegen seinen direkten Konkurrenten, den bis dahin führenden Moskauer Morozevich in der siebenten Runde. Zwei andere "Oldies" sorgten ebenfalls für Überraschungen. Gelfand für eine positive: Ungeschlagen wurde er Dritter! Und Shirov für eine negative: Er wurde Letzter.

Ivanchuk (2781) - Kamsky (2723)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.Lf4 Lg7 5.Sf3 0-0 6.Tc1 dxc4 7.e4 Lg4 Zu kompliziertem Spiel führt hier 7...b5. Ein Beispiel: 8.Sxb5 Sxe4 9.Lxc7 Dd7 10.Lxc4 Sc6 11.d5 Sb4 12.Le5 Lh6 13.0-0 La6 14.Sc7 Lxc1 15.Dxc1 Sd3 16.Lxd3 Lxd3 17.Td1 Le2 18.Te1 Lxf3 19.gxf3 Sd6 20.Sxa8 Txa8 21.Dc6 Dd8 22.Da4 Sf5 23.De4 Tc8 24.Lc3 h5 25.De5 Kh7 und Schwarz hat Kompensation, 1-0, Kramnik (2790) - Kasparov (2825), Frankfurt 1998. Der klassische Vorstoß 7...c5 ist hier nicht empfehlenswert.

8.Lxc4 Sfd7 8...Lxf3 hat sich in der Praxis nicht bewährt: 9.gxf3 Sfd7 10.Le3 e6 11.h4 Sc6 12.e5 Sa5 13.Le2 c5 14.f4 cxd4 15.Dxd4 Sc6 16.De4 Da5 17.h5 Tfd8 18.hxg6 hxg6 19.Kf1 und Weiß dominiert, 1-0, Sokolov (2652) - Sasikiran (2700), Zafra 2007.

9.Le2 Sc6 10.Le3 Gespielt wurde auch 10.d5 und dann: 10...Lxf3 11.Lxf3 Sd4 12.0-0 c5 13.Le2 a6 14.Te1 b5 15.Lf1 Sb6 16.Le3 Tc8 17.a4 b4 18.Sb1 a5 19.Sd2 Dd7 20.b3 f5 mit dynamischem Gleichgewicht, 1-0, Drozdovskij (2561) -Borisek (2507).

10...Sb6 11.d5 Lxf3 12.gxf3 12.Lxf3 ist wegen 12...Se5 13.Le2 Sec4 nicht gut.

12...Se5 13.Db3 c6 Beachtung verdient 13...Dd7. Nun hätte Weiß zwei Alternativen: 14.h3 c5 15.Lxc5 Tfc8 16.Le3 Sec4 17.Lxc4 Sxc4 18.Ke2 oder 14.h4 h5 15.a4 c6 16.a5 Sc8 17.f4 Sg4 18.e5 Td8 19.Td1 Dc7 20.Db4 Sxe3 21.fxe3. In beiden Fällen mit unklarem Spiel.

14.f4 Sed7 15.0-0 De8 Mit 15...cxd5 16.Sxd5 Sxd5 17.Dxd5 Sf6 18.Dxd8 Tfxd8 19.Lf3 vereinfacht Schwarz zwar die Stellung, das weiße Läuferpaar ist aber der dominierende Faktor.

16.a4 cxd5 17.Sb5 Tc8 Das positionelle Qualitätsopfer mit 17...d4 18.Sc7 Dd8 19.Sxa8 dxe3 20.Sxb6 exf2+ 21.Txf2 axb6 22.e5 wäre unzureichend für Schwarz.

18.Txc8 Dxc8 19.e5 Vielversprechend sieht 19.Sxa7 aus: 19...Dd8 (oder 19...Db8 20.Lxb6 Sxb6 21.Dxb6 Dxf4 22.De3; 19...Dc7 20.Sb5) 20.exd5.

19...a6? Nach diesem Zug geriet Kamsky in große Schwierigkeiten. Richtig war 19...Dc6 20.Tc1 Sc4 21.Sxa7 De6 mit Gegenspiel.

20.Sa7! Im Nachhinein sieht alles logisch aus was Ivanchuk macht. Aber auf die Idee, den Springer auf a7 einzusperren, muss man zuerst einmal kommen! Das triviale 20.Sc3 sollte ebenfalls vorteilhaft für Weiß sein: 20...Dc6 21.a5 Sc4 22.Sxd5 Dxd5 23.Lxc4 Df3 24.Ld5 Dg4+ 25.Kh1.

20...Dc7 21.Tc1 Dd8 Nach 21...Sc4 22.Lxc4 dxc4 23.Txc4 Db8 24.Tb4! b6 25.Sc6 De8 26.Dc4 a5 27.Tb5 wäre Schwarz wie gelähmt.

22.a5 Sc4 23.Lxc4 dxc4 24.Dxb7 g5 Kamsky versucht, Gegenspiel zu organisieren. 24...Sb8 könnte vielleicht mehr Widerstand leisten.

25.Sc6 De8 26.Txc4 gxf4 27.Lxf4 Kh8 28.Lg3 Tg8 29.Kf1 e6 30.Td4 30.Dxa6 war natürlich möglich.

30...Sc5 31.Db6 Sd7 32.Dc7 Sb8

Diagramm

33.Sd8! Dieser Springer ist eindeutig der Gewinner in der Partie!

33...Db5+ 34.Kg1 h6? Nach 34...Tf8 35.Sxf7+ Kg8 36.Sd8 wäre die schwarze Position kaum mehr zu halten.

35.Sxf7+ Kh7 36.Dc2+ 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog