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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5218 vom 17.10.2008, Kategorie Kolumne

Jan Werle gewinnt EU-Meisterschaft

Ein gut dotiertes Open-Turnier ohne die Konkurrenz aus Russland, Ukraine und den restlichen Ex-Sowjetrepubliken ist kaum vorstellbar. Aber so eine Oase gibt es und sie heißt EU-Meisterschaft, deren 4. Auflage mit 30.000 Pfund Preisfond vom 9. bis 16. September in Liverpool stattfand. Die Favoritenrolle hatten die Lokalmatadore Adams und Short inne, den Sieg schnappte sich aber der als Nummer 13. gestartete Jan Werle. Entscheidender Beitrag für den Erfolg des jungen Niederländers war seine Partie gegen den direkten Konkurrent Viktor Laznicka (unsere heutige Analyse).

Österreich war durch Eva Moser vertreten. Sie startete gut mit 2 aus 3 (jeweils remis gegen die beiden Großmeister Sulskis und Kotronias), verlor dann aber gegen den zukünftigen Turniersieger. In der Folge spielte sie im Mittelfeld und beendete die Meisterschaft mit 5,5 aus 10.

Endstand nach 10 Runden:

1. Jan Werle (Holland) 8 Punkte
2. Viktor Laznicka (Tschechien) 7,5
3. Adams (England) 7,5
4. Short (England) 7,5
5. D.Alberto (Luxemburg) 7.

Laznicka (2601) - Werle (2591)

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.g3 d5 Übergang in die Katalanische-Eröffnung.

4.Sf3 dxc4 Eine der Grundstellungen entsteht nach : 4...Le7 5.Lg2 0-0 6.0-0 dxc4 7.Dc2 a6.

5.Lg2 c5 6.0-0 Sc6 7.Se5 Verbreitet sind die Fortsetzungen:

1) 7.Sa3 cxd4 8.Sxc4 Lc5 9.a3 a5 10.Lf4 0-0 11.Tc1 Ld7 12.Sd6 Db6 13.Sxb7 Le7 14.Se5 Sxe5 15.Lxe5 Sd5 16.Lxd5 exd5 17.Tc7 Lf6 18.Txd7 Lxe5 19.Txd5 mit minimalem Vorteil für Weiß, 1-0, Avrukh (2652) - Mikhalchishin (2526), Göteborg 2005 und

2) 7.Da4 Ld7 8.Dxc4 b5 9.Dd3 Tc8 10.dxc5 Lxc5 11.Sc3 Sb4 12.Dd1 Lc6 13.Dxd8+ Txd8 14.Lg5 mit ungefähr gleichen Chancen, 1-0, Avrukh (2628) - Moiseenko (2643), Israel 2008.

7...Ld7 7...Sxe5 wäre für Schwarz gefährlich. Zum Beispiel: 8.dxe5 Dxd1 9.Txd1 Sd7 10.Sa3 Sxe5 11.Lf4.

8.Sa3 cxd4 9.Saxc4 Lc5 10.Db3 0-0 Beachtung verdient 10...Sxe5 11.Sxe5 Db6 und weiter 12.Dxb6 axb6 13.Lxb7 Ta7 14.Lf3 0-0 mit Gleichgewicht.

11.Dxb7 Sxe5 12.Sxe5 Tb8 13.Df3 Ld6 14.Sc6 Lxc6 15.Dxc6 De7 Weiß konnte nach 15...e5 16.Tb1 Tb6 17.Da4 Db8 18.Lg5 Le7 19.b4 Lxb4 20.Lxf6 gxf6 21.Dd7 Dc8 22.Dxa7 bequemen Vorteil erlangen, 1-0, Kasparov (2795) -Deep Blue, Philadelphia 1996.

16.Da4 Bekannt ist: 16.Tb1 h6 17.e3 Lc5 18.exd4 Lxd4 19.Dc4 Tfd8 20.b3, remis, Eljanov (2692) - Adams (2726), Wijk aan Zee 2008.

16...e5 17.Tb1 h6 Gegen Lc1-g5 gerichtet.

18.Ld2 Im Nachhinein konnte man sagen, dass 18.b3 Tfc8 19.Lb2 Tc2 20.Da6 besser war.

18...Lb4! Nach dem Läufertausch hat Schwarz überhaupt keine Probleme mehr.

19.Lxb4 Die Alternative war 19.Dd1 Tfd8 20.Tc1.

19...Txb4 20.Da3 Vorsichtiger scheint 20.Dc2 e4 21.Tfd1 zu sein.

20...e4 21.Tfc1 Td8 22.Tc2 Die Vereinfachung mit 22.Tc4 a5 23.Txb4 axb4 24.Db3 wäre einen Versuch wert: 24...d3 25.exd3 exd3 26.Td1 d2 27.Lf3.

22...Sg4 Schwarz bereitet sich für den entscheidenden Sturm vor.

23.Tbc1? Übersieht die drohende Gefahr.

Diagramm

Richtig war 23.Te1 (vermeidet d4-d3) und auf 23...e3 folgt 24.f4.

23...d3 23...e3!? ist auch interessant.

24.exd3 e3! Die Pointe!

25.Tc8 25.fxe3 Dxe3+ 26.Kh1 Sf2+ 27.Txf2 Dxc1+ 28.Tf1 Dc5 sollte für den Gewinn reichen.

25...Txc8 26.Txc8+ Kh7 27.Te8 Auf 27.Le4+ folgt einfach 27...Txe4 28.dxe4 exf2+ 29.Kf1 Dxe4.

27...exf2+ 28.Kf1 Dc5 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog