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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5223 vom 24.10.2008, Kategorie Kolumne

Die Bundesligasaison ist eröffnet

Mit der 2. Bundesliga Ost wurde die heurige Spielsaison 2008/2009 vom 3. bis 5. Oktober in Bruck an der Leitha eröffnet. Nach den ersten drei Runden übernahm SK Austria Wien mit 11,5 Punkten die Führung. Die Top-Spieler waren Manfred Hangweyrer und Regina Pokorna mit jeweils dem Maximum von 3 Punkten aus 3 Partien. Einen halben Zähler dahinter liegt der SV Stockerau, gefolgt vom 1. Wiener Neustädter SV und ASVÖ Pamhagen (Absteiger aus der 1. Bundesliga) mit jeweils 9,5 Punkten. Tabellenschlusslicht ist die zweite Mannschaft des amtierenden österreichischen Meisters SK Advisory Invest Baden mit 7 Punkten.

Am darauffolgenden Wochenende (11. und 12. Oktober) startete auch die 2. Bundesliga Mitte. Die Gastgeber aus Wolfsberg präsentierten sich mit dem starken kroatischen Großmeistertrio Kozul, Stevic und Jovanovic und führen erwartungsgemäß nach den ersten beiden Runden gemeinsam mit SK Fürstenfeld und ESV Austria Graz mit jeweils 8 Punkten.

Stevic (2588) - Hirneise (2440)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sd4 Die Bird-Variante in der spanischen Partie ist auf Großmeisterniveau eher eine Rarität. Auf Kosten der Entwicklung vereinfacht Schwarz die Stellung.

4.Sxd4 exd4 5.Lc4 In der folgenden Begegnung konnte Schwarz erfolgreich die Eröffnungsprobleme lösen: 5.0-0 Lc5 6.d3 c6 7.La4 d6 8.Sd2 Se7 9.c3 Lb6 10.Dh5 dxc3 11.bxc3 0-0 12.d4 Le6 13.Sf3 f6 14.Lb3 Dd7 15.Te1 Tae8 16.La3 Sg6, 0-1, Bacrot (2712) -Morozevich (2743), Biel 2004.

5...Sf6 6.0-0 6.e5 kontert Schwarz mit 6...d5 Ein Beispiel: 7.Lb3 Se4 8.0-0 Le7 9.c3 d3?! (Besser war 9...Sc5!?) 10.Df3 c6 11.Dxd3 Lf5 12.Df3 Lg6 13.d4 0-0 14.Sd2 und Weiß realisierte allmählich den Mehrbauern, 1-0, Laznicka (2525) -Feoktistov (2423).

6...Sxe4 7.Lxf7+ Auf 7.Te1 folgt 7...d5 und weiter: 8.Lb5+ c6 9.d3 cxb5 10.dxe4 dxe4 11.Txe4+ Le6 und nach 12.Txd4 Dxd4! 13.Dxd4 Td8 14.Le3 Txd4 15.Lxd4 a6 16.Sc3 f6 hätte Schwarz das Läuferpaar. Sehr interessant und wenig erforscht ist 7.Dh5 Hier ein Beispiel: 7...Sg5 8.f4 Se6 9.f5 g6 10.Df3 gxf5 11.Dxf5 De7 12.a4 Lg7 13.Ta3 d6 14.Dh5 Ld7 15.Taf3 Tf8 16.Sa3 mit unklarer Stellung.

7...Kxf7 8.Dh5+ g6 9.Dd5+ Kg7 10.Dxe4 Df6 11.d3 c6 Die Alternative ist 11...Lc5: 12.Sd2 Tf8 13.Sf3 h6 14.c3 dxc3 15.d4 Lb6 16.bxc3 d6 17.h4 Le6 18.Te1 Tae8 19.Ld2 Df5 mit Vorteil für Schwarz, remis, Sokolov (2645) - Tukmakov (2575), Leningrad 1987.

12.Lf4 d6 13.Sd2 Lf5 14.Df3 Le7 15.Tfe1 Thf8?! 15...The8 war wahrscheinlich genauer: 16.Se4 Df8 17.Dg3 Lxe4 18.Txe4 d5 19.Tee1 Lf6 mit gleichen Chancen.

16.Se4 Lxe4 17.Txe4 Tf7 18.Tae1 Kg8

Diagramm

19.Lh6! GM Stevic forciert den Übergang ins Endspiel, wo er risikolos auf Gewinn spielen kann. Eine gute Option war auch 19.g3 Lf8 20.Dg4.

19...Dxf3 20.gxf3 Lf8 21.Te8 Txe8 22.Txe8 g5 Schwarz gewinnt mit 22...Txf3 einen Bauern, aber nach 23.Kg2 Tf5 24.a4 wäre die schwarze Lage mehr als kritisch.

23.Kg2! Erfordert genaue Berechnung des Bauernendspiels. Nicht so einfach war das Turmendspiel nach 23.Ta8 a6 24.Tb8 Tf6 25.Lxf8 Txf8 26.Txb7 zu realisieren.

23...Tf6 24.Txf8+ Txf8 25.Lxf8 Kxf8 26.f4! gxf4 27.Kf3 Kf7 28.Kxf4 Kf6 29.Ke4 c5 30.Kd5 Ke7 31.a4 Kd7 32.a5 Ke7 33.f4 h5 34.f5 h4 35.Ke4 Kf6 36.Kf4 d5 37.h3 b5 38.a6 c4 39.b4! 39.b4 cxb3 40.cxb3 b4 41.Kg4 Ke5 42.Kg5 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog