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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5225 vom 31.10.2008, Kategorie Kolumne

Russische Meisterschaft

11 Runden reichten nicht aus, um den heurigen russischen Meister zu ermitteln. Gleich drei Spieler teilten sich den ersten Platz beim Super-Finale vom 2. bis 16. Oktober in Moskau. Nach einer spannenden und hart umkämpften 11. Runde konnten die Verfolger Jakovenko und Svidler den alleinigen Führenden Alekseev einholen.

Alekseev (2715) - Svidler (2727)

1.e4 c6!? Für einen Spieler wie Svidler, der die Dynamik liebt und den direkten Angriff sucht, ist die Caro-Kann Verteidigung natürlich untypisch. Noch mehr - er überraschte schon in der ersten Runde mit 1.d4!

2.d4 d5 3.e5 Interessanter Moment. Die Vorstoßvariante ist keine schlechte Idee, gegen Caro-Kann auf Gewinn zu spielen. Aber Alekseev führte im Turnier mit einem ganzen Punkt vor Svidler und ein Remis hätte den Turniersieg für ihn bedeutet. Aus diesem Grund wäre 3.Sd2 vielleicht angebrachter.

3...Lf5 4.Sf3 e6 5.Le2 Sd7 6.0-0 Lg6 Mit der Idee Sg8-h6-f5 und Lf8-e7. Die wichtigsten Fortsetzungen sind hier 6...Se7 und 6...h6.

7.b3 Weiß will im Zentrum mit c2-c4 angreifen, nachdem Schwarz die Entwicklung verzögert hat. Die Standardvariante ist 7.Sbd2 Sh6 8.Sb3 Sf5 9.c3 Ein Beispiel: 9...c5 10.dxc5 Lxc5 11.Sxc5 Sxc5 12.Lb5+ Sd7 13.Lg5 Dc7 14.c4 a6 15.Lxd7+ Dxd7 16.cxd5 exd5 17.Dd2 0-0 mit dynamischem Gleichgewicht, 1-0, Almasi (2691) -Medvegy (2512), Ungarn 2007.

7...Sh6 8.c4 Sf5 9.Sc3 Lb4 10.Lb2 0-0 11.Ld3 f6 Neuerung.

12.Se2 fxe5 13.dxe5 Sc5 14.Sf4 Sxd3 15.Sxd3 Lh5! Spätestens hier wird es klar: Weiß konnte aus der Eröffnung nichts herausholen.

16.Sf4 16.Sxb4? Sh4 sieht ungesund für Weiß aus.

16...Lxf3 17.Dxf3 De7 18.cxd5 cxd5 19.Dg4?! Die erste Ungenauigkeit. Zu großen Komplikationen führt 19.Tac1 Ld2 Eine Simulation: 20.Sxd5! Dg5 21.Tc7 exd5 22.Dxd5+ Kh8 23.e6 Tad8 24.Dxb7 Le3 25.Td7 Lc5.

19...Ld2! 20.Sd3 Auf 20.Tad1 könnte 20...Db4 folgen und weiter: 21.Lc1 Lxf4 22.Dxf4 Dxf4 23.Lxf4 Tac8 mit besserem Endspiel für Schwarz. Übrigens wäre 24.Tc1 wegen 24...Sd4 schlecht.

20...Tac8 21.Dd1 Auch nach 21.De2 Dg5 (21...Tc2 22.Tac1!) 22.f4 Le3+ 23.Dxe3 Sxe3 24.fxg5 Sxf1 25.Txf1 Txf1+ 26.Kxf1 Tc2 27.Lc1 Txa2 28.Le3 Kf7 steuert Weiß auf Schwierigkeiten zu.

21...Dg5 22.g3

Diagramm

Bereitet f2-f4 vor.

22...Le3! Lästiger Läufer! Lässt f2-f4 nicht zu. Genial!

23.Kh1 Nach 23.fxe3 Sxg3 24.Tf4 (24.hxg3?? Dxg3+ 25.Kh1 Txf1+ 26.Dxf1 Tc2) 24...Se2+ 25.Kh1 Dh5 (mit der Drohung 26....g5!) 26.Se1 Sxf4 27.exf4 Dxd1 28.Txd1 Txf4 entsteht ein sehr unangenehmes Endspiel für Weiß.

23...Dh6 Verhindert f2-f4.

24.Lc1 d4 25.Kg2? Für das stärkste Schachprogramm Rybka kein Problem, die Stellung mit 25.Tg1! zu halten.

25...Tc3 26.De2 Natürlich nicht 26.fxe3? Txc1! 27.Dxc1 Sxe3+. Auf 26.Kg1 hätte Schwarz zumindest ein Endspiel mit einem Bauern mehr: 26...Lxc1 27.Txc1 Se3 28.fxe3 Dxe3+.

26...Dg6 26...Tfc8! war die logische Fortsetzung.

27.fxe3 Txd3 28.Kg1 Sxe3 Rybka schlägt 28...Tf7! vor. 29.Ld2 (29.Dxd3?? Sxe3) 29...Sxe3 30.Txf7 Kxf7 31.Lxe3 dxe3 32.Df3+ Kg8 33.Dxb7 h5 mit Vorteil für Schwarz.

29.Txf8+ Kxf8 30.Lxe3 dxe3 31.Tc1? Der entscheidende Fehler. Richtig war 31.Dc2! und die weiße Stellung hält! Auf 31...Td8 folgt 32.Dc5+ Kg8 33.Dxe3.

31...h6 32.Tc8+ Kf7 33.g4? Eine letzte Rettungschance bot das Turmendspiel: 33.Df1+ Df5 34.g4! Dxf1+ 35.Kxf1.

33...De4 34.Tc4 Dd5 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog