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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5238 vom 28.11.2008, Kategorie Kolumne

Partienachlese Bundesliga

Heute zwei weitere Partien vom Bundesligaauftakt in Sankt Veit/Glan.

Atlas (2465) - Rogic (2492)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Viele Spieler greifen zur guten, alten italienischen Partie, bevor sie sich in der spanischen Partie mit dem Marshall-Angriff oder der Berliner Mauer plagen müssen.

3...Lc5 Die Alternative ist die Dreispringer-Variante: 3...Sf6.

4.c3 Sf6 5.d3 Die Praxis zeigt, dass Schwarz sich vor 5.d4 exd4 6.cxd4 Lb4+ 7.Sc3 Sxe4 8.0-0 Lxc3 9.bxc3 d5 nicht zu fürchten braucht.

5...a6 6.h3 La7 7.Lb3 d6 8.Sbd2 0-0 9.Sf1 Valery bringt den Springer auf g3 bevor er rochiert. Sonst muss Weiß Zeit für Tf1-e1 "verlieren".

9...Se7 9...d5 ist naheliegend. Ein Beispiel: 10.De2 Le6 11.Sg3 dxe4 12.dxe4 Lxb3 13.axb3 Dd7 14.Lg5 Se8 15.0-0 De6 16.Sd2 Sd6 17.Tfd1 f6 18.Le3 Lxe3 19.Dxe3 Tad8 mit Ausgleich, 1-0. Khamrakulov (2604) -Sargissian (2673), Pamplona 2007.

10.Sg3 Sd7N Neuer Zug mit der Idee, den Läufer von b3 zu vertreiben und dann im Zentrum mit f7-f5 zu kontern. Üblich ist 10...Sg6. Valery hatte diese Stellung in der folgenden Begegnung: 11.0-0 b5 (Gespielt wird auch 11...c6 und 11...Le6 ) 12.Sh2 Sd7 13.d4 Lb7 14.Le3 Sf6 15.d5 Lxe3 16.fxe3 Kh8 17.Tf2 c5 18.De2 Sg8 19.Taf1 De8 20.Sf5 Td8 mit gleichen Chancen, 0-1, Atlas (2458) - Bellini (2472), Schweiz 2006.

11.d4 Einfacher Zug, der das schwarze Vorhaben verhindert. Es stellt sich bald heraus, dass Schwarz einige Tempi sinnlos eingebüßt hat.

11...h6 12.0-0 Nun ist es aus schwarzer Sicht schwer, einen Zug ohne Zugeständnisse zu machen.

12...Te8 GM Rogic versucht es, aber nicht ohne Folgen. 12...Sg6 wäre angebracht.

13.Sh4 Solche Züge versprechen nichts Gutes. Das Tor nach h5 für die Dame wird geöffnet.

13...exd4 Auf 13...Sf6 folgt 14.dxe5 dxe5 15.Df3 mit Übergewicht. Und 13...Sf8 14.Dh5 Le6 15.Lxe6 Sxe6 16.dxe5 dxe5 17.Td1 Dc8 18.Dxe5 kostet einfach einen Bauern.

14.Dh5 d5 Oder 14...Se5 15.f4 dxc3+ 16.Kh1.

15.Lxh6! Zeit für Aktionen!

15...Sc5 Auf 15...g6 folgt 16.Df3 Sc6 17.Df4 Df6 18.exd5 und auf 15...gxh6 16.Dxh6 nebst 17.Sh5.

16.Lxd5 16.Lxg7 führt ebenfalls zum Ziel: 16...Kxg7 17.De5+ Kg8 18.Sh5 Sf5 19.Sf6+ Dxf6 (19...Kf8 20.Sxe8) 20.Dxe8+ (Aber aufpassen! Nicht 20.Dxf6?? wegen 20...Sxe4! 21.Dxf5 Lxf5 22.Sxf5 dxc3 23.bxc3 Sxc3 und Schwarz hätte schon die Oberhand.) 20...Kh7 21.Sxf5 mit großem Vorteil.

16...Sxd5 Wenn 16...Le6 dann 17.De5 und auf 17...gxh6 18.Sh5.

17.Lxg7! Kxg7 18.Shf5+ Lxf5 19.Sxf5+ Kf6 20.Dh6+ Ke5 21.cxd4+ Kxe4 22.f3+ Kd3 Der König auf der Durchreise, eine Seltenheit in der Großmeisterpraxis! 22...Kxf5 23.g4#.

23.Tac1 Sb3 24.Tfd1+ Gefolgt von Matt in 2 Zügen 1-0

Bischoff (2545) - Buhmann (2541)

25...e5??

Diagramm

Richtig war 25...Sg6 26.Dg4 Td8 27.Dh3 Kf8 mit unklarem Spiel.

26.Dh2 Sg6 27.Sxe5! Lxe5 28.Dh7+ Kf8 29.La3+ Ld6 30.Lxd6+ Dxd6 31.Sf5 und Schwarz muss sich zumindest von der Dame trennen.

31...Sf4+ Ein letztes Schach vor dem Tod.

32.Kd1 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog