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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5239 vom 05.12.2008, Kategorie Kolumne

38. Schacholympiade in Dresden

Eine Reihe von Neuerungen wurden vom Weltschachbund (FIDE) bei der Olympia 2008 vom 12. bis 25. November in Dresden eingeführt:

1. Ein Remisangebot vor dem 30. Zug wurde verboten; 2. Unpünktlichkeit wird sofort mit Partieverlust (Kontumaz) bestraft. Früher konnte der Spieler bis zu einer Stunde später kommen; 3. Der Endstand wird jetzt nach Matchpunkten statt nach Brettpunkten ermittelt; 4. Die Rundenanzahl wurde von 13 auf 11 verkürzt; 5. Die Auslosungsregeln wurden an die reduzierte Rundenanzahl angepasst. Einige davon sind nicht unumstritten.

Im Hauptbewerb konnte der Titelverteidiger Armenien mit Startnummer 9 (mit Aronian, Akopian, Sargissian, Petrosian, Minasian), nach dem Umfaller gegen Israel in der neunten Runde, zweimal hintereinander gewinnen und sich damit die Goldmedaille sichern. Einen großen Erfolg feierte die verjüngte Mannschaft aus Israel - Silber! Und nicht weniger überraschend war der dritte Platz der USA nach einem fulminanten 3,5-0,5-Sieg über die Ukraine in der Schlussrunde! Erst danach kommen die großen Favoriten wie Russland, Ukraine und China.

Bei den Damen löste sich der Krimi um die ersten Plätze ebenfalls in der Schlussrunde. Das führende Team aus Polen verlor gegen Ukraine und davon profitierte Georgien. Endstand: 1.Georgien 18, 2.Ukraine 18, 3.USA 17, 27.Österreich 13.

Die Olympiade aus österreichischen Sicht: Beide Teams, betreut von IM Egon Brestian und GM Ribli, haben tapfer gekämpft und konnten einigen starken Gegner Paroli bieten. Die Herren mit Startnummer 54 landeten auf Rang 45, wobei ein Sieg gegen Estland in der 11. Runde einen Sprung von knapp 20 Plätzen nach vorne bedeutet hätte! Die Damen landeten sogar unter den ersten 30! Hervorzuheben sind die Leistungen von Markus Ragger mit 7,5 Punkten aus 11 Partien mit einer Eloleistung von 2662(!) ebenso wie jene von Eva Moser mit 8,5 aus 10 und einer Eloleistung von 2531(!). Insgesamt war die österreichische Teilnahme mehr als gelungen und deutet klar auf einen Trend nach oben hin!

Ragger (2518) - Adly (2586)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 Sg4 7.Lg5 h6 8.Lh4 g5 9.Lg3 Lg7 10.h3 Se5 11.Sf5 Lxf5 12.exf5 Sbc6 13.Sd5 e6 14.fxe6 fxe6 15.Se3 Da5+ 16.c3 Sf3+ 17.Dxf3 Lxc3+ 18.Kd1 Da4+ 19.Sc2 Lxb2 20.Tc1! 20...Dxa2N Neuer Zug.

21.De4 Sa5 22.Sb4 Interessant ist auch die folgende forcierte Variante, vorgeschlagen vom Schachprogramm Rybka: 22.Sd4 Lxc1 23.Dg6+ Kd8 24.Df6+ Kc7 25.Sxe6+ Kc6 26.Sd4+ Kb6 27.Dxd6+ Sc6 28.Dc7+ Kc5 29.Ld6+ Kxd4 30.Dg7+ Ke4 31.Dg6+ Kd5 32.Df7+ Kxd6 33.Dxa2 Lf4 34.g3 Le5 35.Lg2 und Weiß sollte besser stehen.

22...Db3+ 23.Tc2 Tc8 24.Ld3 Kd7 Auf 24...Lc3 folgt einfach 25.Sa2.

25.Te1 Lc3 26.Te3 The8

Diagramm

27.Sd5!! Schönes Zerstörungsopfer! Die ruhige Fortsetzung wäre 27.Sa2.

27...exd5 Schwarz kann das Opfer nicht vernünftig ablehnen. Zum Beispiel: 27...Lg7 28.Dg6 Kd8 29.Sf6.

28.Dg6! Markus hatte diesen starken Zug natürlich im Voraus geplant. Nun ist die schwarze Lage hoffnungslos!

28...Sc4 Oder: 28...Txe3 29.Dxd6+ Ke8 30.Lg6# bzw. 28...Le5 29.Lf5+ oder 28...Db1+ 29.Tc1 Dxc1+ 30.Kxc1 Le5+ 31.Kb1.

29.Lf5+ Kc6 30.Texc3 Db4 31.Df7 Kb6 Vielleicht die letzte praktische Chance war 31...b5 32.Lxc8 Txc8 33.Ke2 a5.

32.Lxc8 Txc8 33.Dxd5 Tc5 Nach 33...Se3+ 34.fxe3 Txc3 35.Txc3 Dxc3 36.Dxd6+ bleibt für Weiß eine Figur mehr.

34.Dd4 Kb5 35.Lxd6 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog