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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5245 vom 19.12.2008, Kategorie Kolumne

Halbzeit in der zweiten Bundesliga

Die Bundesliga B ging ins "Mittelspiel". Im Osten formierte sich nach 5 Runden ein Führungstrio: SV Stockerau mit 18 Punkten vor ASVÖ Pöchlarn mit 17,5 und ASVÖ Pamhagen mit 17 Zählern, wobei von der Auslosung her Pöchlarn die besten Chancen auf den Titel hat. In der Mitte sind erst 4 Runde gespielt worden und es ist noch alles offen. Es führen ZH-Technologies Wolfsberg und Austria Graz mit 15,5 vor SC Die Klagenfurter mit 14,5 Punkten. Im Westen führen nach 6 Runden Mayerhofen/Zillertal und Wüstenrot Salzburg mit jeweils 23 Punkten vor Ranshofen mit 22 Zählern.

Zwei Partien von der Bundesliga B Ost:

Plachetka (2406) - Ganaus (2275)

1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.c4 c5 4.d5 b5 5.Lg5 Die Hauptvariante beginnt mit: 5.dxe6 fxe6 6.cxb5 d5.

5...b4 Eine seltene Fortsetzung.

6.e4 Eine interessante Abwicklung geschah in der Begegnung Ivanchuk (2787) gegen Nisipeanu (2668): 6.a3 h6 7.Lh4 a5 8.axb4 cxb4 9.Sd4 Le7 10.Sb5 d6 11.c5 0-0 mit unklarem Spiel, 1-0, Khanty Mansiysk 2007.

6...d6 7.Ld3 Le7 8.0-0 0-0!? Ein ganz normaler Zug, der aber zu einem Qualitätsopfer führt. Die Abwicklung 8...Sxd5? funktioniert hier nicht: 9.exd5 Lxg5 10.dxe6 fxe6 11.Sxg5 Dxg5 12.Le4 d5 13.cxd5 (13.h4!?) 13...Lb7 14.Da4+ Kf8 15.Sc3 bxc3 (15...exd5 16.Db5) 16.dxe6 Df4 17.Da5 mit Gewinn.

9.dxe6 Lxe6 10.e5 Damit gewinnt Weiß eine Qualität, Schwarz erhält aber dafür ausreichend Kompensation. Die Alternative wäre 10.a3 Sc6 11.axb4 cxb4 12.Sbd2.

10...dxe5 11.Lxf6 11.Sxe5 war vielleicht objektiv besser.

11...Lxf6 12.Le4 Sd7 13.Lxa8 Dxa8 14.Dc2 e4 15.Sfd2 Lf5 16.Te1? Der erste Fehler. Nach 16.a3!? Se5 17.axb4 cxb4 18.Da4 Sd3 19.Dxa7 Dc8 wäre die Partie noch offen.

16...g6 17.g4? Nach diesem zweiten Fehler bricht die weiße Position auseinander. Weiß sollte die Qualität zurückgeben: 17.Te3 Ld4 18.Sf1 Se5 19.Sbd2.

17...e3! 18.gxf5 exf2+ 19.Kxf2 Lh4+ 20.Kg1 Lxe1 21.De4 Dxe4 22.Sxe4 Te8 23.Sd6 Te3 24.Kf1 Lh4 25.Sd2? Td3 26.S2e4 gxf5 und Weiß verliert einen Springer. 0-1

Wukits (2318) - Plachetka (2406)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 7.Lc4 c5 8.Se2 Sc6 9.Le3 0-0 10.Tc1 Diese Variante wurde von Lev Polugaevskij in Mode gebracht. Die Hauptvariante lautet: 10.0-0 Lg4 11.f3 Sa5 12.Ld3 cxd4 13.cxd4 Le6.

10...cxd4 11.cxd4 Da5+ 12.Kf1 Weiß bleibt mit dem König in der Mitte. Die Praxis zeigte, dass das Endspiel nach 12.Dd2 gleichwertig ist.

12...Td8 Die anderen Möglichkeiten sind: 12...Da3 13.Tc3 Dd6 bzw. 12...Ld7 13.h4 Tfc8.

13.Db3 e6 14.d5 Rene leitet eine verlockende Kombination ein, die aber einen Haken hat!

14...Se5 15.dxe6 Sxc4 16.exf7+ Kxf7 17.Txc4

Diagramm

17...Le6? Nach diesem Zug erhält Schwarz unlösbare Probleme. Der leicht in die Jahre gekommene Großmeister Jan Plachetka ist ein begnadeter Taktiker. Hier aber versäumte er die elegante Antwort 17...Dxa2!! und nach 18.Tc7+ Ke8 19.Db5+ Ld7 20.Db4 a5 muss Weiß ums Überleben kämpfen.

18.Sf4! Td1+? Die falsche Entscheidung. Richtig war 18...Lxc4+ 19.Dxc4+ Ke8 und nach 20.Dg8+ Lf8 21.Se6 Db5+ 22.Ke1 Db1+ 23.Ke2 Db2+ 24.Kf3 Df6+ 25.Kg4 Td7 26.Lh6 Dxf2 27.Kh3 Df7 28.Dxf8+ Dxf8 29.Sxf8 Te7 wäre die schwarze Stellung völlig spielbar.

19.Ke2 Txh1 Oder 19...Da6 20.Sxe6 Txh1 21.Kf3 Kg8 22.Tc7.

20.Dxb7+ Kg8 21.Dxa8+ Lf8 22.Sxe6 Te1+ 23.Kf3 Dh5+ 24.Kg3 De5+ 25.Sf4 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog