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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5288 vom 06.03.2009, Kategorie Kolumne

Arik Braun ist deutscher Meister

Trotz bescheidener Großmeisterteilnahme (nur 9) wurde die deutsche Einzelmeisterschaft in Saarbrücken vom 6. bis 14.Februar spannend und voller Überraschungen. Dafür sorgten vor allem die Vertreter der jüngeren Generation Arik Braun, Georg Meier, David Baramidze, Michael Prusikin. Die neuen Nationalspieler und Elo-Favoriten Daniel Fridman und Igor Khenkin kamen nicht richtig in Fahrt und blieben im Kampf um den Meistertitel zurück. Die besten Karten um den Turniersieg hatte Michael Prusikin: Er führte mit einem halben Punkt vor der letzten Runde. In der Schlussrunde riskierte er nichts und remisierte schnell gegen Klaus Bischoff. Ganz anders agierte sein Verfolger Arik Braun. Er übernahm mit Schwarz die Initiative gegen David Baramidze, riskierte und erntete den ganzen Punkt. Damit holte er Prusikin ein und nach der Zweitwertung wurde er der neue deutsche Meister 2009!

Endstand nach 9 Runden:

1. Arik Braun 7.
2. Michael Prusikin 7.
3. Klaus Bischoff 6,5.
4. Igor Khenkin 6.
5. Georg Meier 6.
6. Daniel Fridman 6.
7. Rainer Buhmann 6.
8. Arno Zude 5,5.
9. David Baramidze 5,5.
10. Alexander Markgraf 5,5.
Insgesamt 44 Teilnehmer.

Braun (2558) - Buhmann (2565)

1.c4 c6 2.e4 Arik wählt eine raffinierte Zugreihenfolge, um den Gegner von der slawischen Verteidigung wegzubringen.

d5 3.exd5 Sf6 4.d4 cxd5 5.Sc3 Das ist die Grundstellung des Panow-Angriffs in der Caro-Kann-Verteidigung (1.e4 c6 2.d4 d5 3.ed cd 4.c4 Sf6 5.Sc3).

e6 6.Sf3 Lb4 Diese Position ist wiederum typisch für Eröffnungen wie Nimzo-Indisch (1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.e3 c5 5.Sf3 cd 6.ed d5) oder Damengambit (1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Sf6 4.Sf3 c5 5.e3 cd 6.ed Lb4).

7.cxd5 Die häufigste Fortsetzung. Weiß will sich den Tempoverlust nach 7.Ld3 dxc4 8.Lxc4 ersparen.

Sxd5 8.Ld2 Sd7 Seltener Zug. Gespielt wird hauptsächlich 8...Sc6 und 8...0-0 Hier eine aktuelle Partie: 9.Ld3 Sc6 10.0-0 Le7 11.Sxd5 Dxd5 12.Dc2 h6 13.Tfd1 Td8 14.Le4 Dd6 15.Tac1 Sb4 16.Db3 Db6 17.Lf4 Sd5 18.Lxd5 Txd5 19.Dxb6 axb6 mit Ausgleich, remis, Mamedjarova (2271) - Van Wely (2677), Baku 2008.

9.Ld3 S7f6 10.0-0 Le7 10...0-0 könnte flexibler sein.

11.Se5 0-0 12.Lg5 Ld7 Die Alternative war 12...h6 13.Lh4 und dann 13...Ld7

13.Df3 Lc6 14.Dh3 g6 Nun muss Schwarz auf 14...h6 mit 15.Lxh6! rechnen.

15.Tad1 Tc8 16.Tfe1 Sh5 17.Lh6 Sdf4 Beachtung verdiente 17...Shf4!? 18.Dg4 f5 19.Sxc6 (19.Dg3 Lh4 20.Df3 Sxd3 21.Txd3 Te8 22.Sxc6 bxc6 wäre für Schwarz ok.) 19...Txc6 20.Df3 Sxc3 21.bxc3 Sxd3 22.Txd3 Tf7 mit minimalem Vorteil für Weiß.

18.Dg4 Sxd3 Auch hier war 18...f5!? interessant: 19.Sxc6 fxg4 20.Sxd8 Tfxd8

19.Txd3 Sg7 20.Df4 Ld5 21.Th3 g5 22.Dd2 f6 23.Dd3! Die Einleitung zu einer langen Mattkombination!

23...fxe5 Notwendig war 23...f5 24.Dd2 g4 25.Td3 Lf6.

24.Lxg7 e4? Das ist schon der entscheidende Fehler. Einziger Zug war 24...Tf5 und nach 25.Lxe5 Lc4 26.Dc2 g4 27.Tg3 Tg5 hätte Schwarz einen Bauern weniger, aber die Stellung könnte man noch verteidigen.

25.Sxe4 Kxg7

Diagramm

26.Txh7+!! Nach diesem Hinlenkungsopfer kommen Dame und Springer mit Tempo zum Angriff!

26...Kxh7 Auf 26...Kg8 folgt einfach 27.Sd6.

27.Sxg5+ Kh6 28.Dh7+ Kxg5 29.Dg7+ Kh5 29...Kf4 30.g3+ Kf3 31.Te3# oder 29...Kh4 30.Dh6+ Kg4 31.h3+ Kf5 32.Te5#.

30.g4+ Kh4 31.Dh6+ Kxg4 32.h3+ Kf5 33.Te5# 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog