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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5321 vom 08.05.2009, Kategorie Kolumne

Aufsteiger in die 1. Bundesliga

In der 2. Bundesliga Ost konnte sich das Team von ASVÖ SK Lackenbach (GM Zoltan Varga, IM Gabor Papp, IM Peter Vavrak, Frantisek Vass, Eduard Hagara, NM Wolfgang Krpelan und MK Franz Ranits) deutlich durchsetzen und gewann die Meisterschaft mit 3 Punkten Vorsprung vor ASVÖ VHS Pöchlarn und Blackburne Nickelsdorf.

In der Bundesliga Mitte schaffte die Mannschaft aus Fürstenfeld (GM Jozsef Pinter, IM Gergely Szabo, IM Andreas Schenk, IM Günter Kuba, IM Markus Wach und FM Georg Kilgus) wieder den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Steirer gewannen überraschend die Meisterschaft vor dem favorisierten Team aus Wolfsberg

Der dritte Aufsteiger in die 1. Bundesliga ist kein Unbekannter. Die Tiroler aus Mayrhofen/Zillertal waren schon oft in der obersten Klasse. Das Team mit GM Zigurds Lanka, IM David Gross, GM Jens-Uwe Maiwald, IM Ivan Hausner, FM Bernhard Tabernig, Josef Schiestl, MK Johannes Kroell und NM Fabian Platzgummer konnte den Dreikampf um den Aufstieg gegen Ranshofen und Schwarzach für sich entscheiden.
Heute eine Partie aus dem Westen:

Zelcic (2578) - Baldauf (2313)

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sd2 c5 Schwarz kann zuerst auch das Zentrums mit 3...Sf6 4.e5 Sfd7 fixieren und dann mit c7-c5 kontern.

4.exd5 Dxd5 Nach 4...exd5 entsteht eine klassische Isolani-Stellung mit minimalem Vorteil für Weiß.

5.Sgf3 cxd4 6.Lc4 Dd6 7.0-0 Sf6 8.Sb3 Sc6 9.De2 Ein seltener Zug.

9...a6 9...Le7 wäre die Alternative.

10.a4 Vermeidet b7-b5.

10...Dc7 Hier eine hoch interessante Partie des in den 90-er Jahren in Wien lebenden serbischen Großmeisters Petar Popovic: 10...Le7 11.Td1 e5 12.h3 0-0 13.c3 Le6 14.cxd4 Lxc4 15.Dxc4 Tac8! und Schwarz übernahm das Kommando. Es folgte: 16.d5 Sd4 17.Dd3 Sc2 18.Sh4 e4! 19.Dd2 e3 20.Dd3 exf2+ 21.Kf1 Db4 22.Lg5 Sxa1 23.Txa1 Tfd8 24.Sf5 Txd5 25.Sbd4 Ld8 26.De3 Dc4+ 27.Kxf2 Txf5+, 0-1, Velimirovic (2540) -Popovic (2530), Stara Pazova 1988.

11.Lg5 Sg4 In der Eröffnung, besonders mit Schwarz, in einer offenen Stellung mit einer Figur zweimal ziehen ist meistens zweifelhaft. Normal wäre 11...Le7 oder 11...Ld6.

12.Tad1 Weiß zentralisiert sich ungestört.

12...Sge5 Genauer war 12...h6. Eine mögliche Abwicklung: 13.Lh4 Ld6 14.Sfxd4 Sge5 (14...Sxh2? wäre zu gefährlich. Weiß antwortet einfach mit 15.Tfe1) 15.Lg3 Sxc4 16.Dxc4 Sxd4 17.Dxd4 Lxg3 18.hxg3 0-0 mit dynamischem Gleichgewicht.

13.Sbxd4 Sxc4? Eindeutig ein schlechter Abtausch! Richtig war 13...Ld7 oder 13...Sxf3+ 14.Sxf3 Lc5.

14.Dxc4 Ld7 15.Tfe1 Schwarz machte drei schlechte Züge mit dem f6-Springer und steht nun am Rande der Katastrophe.

15...Tc8 16.Sf5!? Weiß hat die Qual der Wahl! 16.Sxc6! war auch sehr verlockend: 16...Dxc6 (16...Lxc6?? 17.Txe6+ fxe6 18.Dxe6+ Le7 19.Se5 mit Gewinn) 17.Df4! Dc7 18.Se5 Lc6 19.Ld8! Txd8 20.Txd8+ Kxd8 21.Sxf7+ Kc8 22.Dxc7+ Kxc7 23.Sxh8 und Weiß sollte das Endspiel problemlos gewinnen.

16...Se5!? Geistreich, hilft aber nichts!

17.De2 Sxf3+ 17...Sg6 könnte noch etwas mehr Widerstand leisten.

18.Dxf3 Lc6 Nun ist der Punkt e6 schwach und die Entscheidung folgt unmittelbar. Auf 18...g6 gewinnt einfach 19.Se3!

19.Dc3 Tg8 20.Dh3 20.Db3 mit der Drohung Te1-e6 verdiente Beachtung.

20...h6

Diagramm

20...Th8 verliert auch schnell.

21.Sxh6!! gxh6 22.Txe6+! fxe6 23.Dxe6+ De7 24.Lxe7 Txg2+ 25.Kf1 Lxe7 26.Dxc8+ Kf7 27.Df5+ Kg8 28.De6+ Kf8 29.Dxh6+ Tg7 30.Td3 Lg2+ 31.Ke2 Lg5 32.Dxg7+ 32.Dxg7+ Kxg7 33.Tg3 und Weiß hat eine Qualität und drei Bauern mehr. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog