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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5339 vom 29.05.2009, Kategorie Kolumne

Mitropacup in Slowenien

Höhen und Tiefen begleiteten die österreichischen Teams (Damen und Herren) beim Mitropacup in Rogaska Slatina vom 9. bis 17. Mai. Die Herren in Besetzung von Ragger, Neubauer, Kreisl, Pilaj und Schachinger, betreut von Zoltan Ribli, starteten mit zwei Niederlagen. Nach zwei Siegen gegen Schweiz und Frankreich und einem Remis gegen Tschechien folgten wieder zwei schwere Runden gegen Italien und Slowakei. Im Finale gab es ein Unentschieden gegen den zukünftigen Sieger Kroatien und schließlich einen Sieg gegen den Gastgeber Slowenien.

In sehr guter Form präsentierten sich Markus Ragger (5 Punkte aus 9 Partien), Martin Neubauer (3,5 aus 7) und Robert Kreisl (5 aus 9). Leider konnte Herwig Pilaj sein Können nicht aufs Brett bringen, sonst wäre für die ganze Mannschaft mehr möglich gewesen. Für den Neuen im Kader, Mario Schachinger (1,5 aus 5), war das Turnier eine wichtige Erfahrung.

Die Damen (Julia Novkovic, Barbara Schink und Marie-Christine Bauer, betreut vom neuen Bundestrainer Davit Schengelia) konnten sich von der Außenseiterrolle leider nicht absetzen. Aber Grund zur Freude gab es trotzdem: Einen fantastischen Sieg gegen Italien und ein Unentschieden gegen Ungarn!

Endstand Herren nach 9 Runden:
1.Kroatien 22,5.
2.Italien 22,5.
3.Ungarn 21.
8.Österreich 16.

Borisek (2581 ) - Neubauer (2414)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 4.0-0 Sxe4 5.d4 Sd6 6.Lxc6 dxc6 7.dxe5 Sf5 8.Dxd8+ Kxd8 9.Sc3 Ke8 10.h3 h5 11.Se4 Beachtung verdiente 11.Lg5!?

11...Le7 12.Te1 Le6 13.Lg5 Td8 14.c3 Schwächt das Feld d3. Es scheint, dass Weiß keinen klaren Plan hat. 14.Tad1 war zu bevorzugen.

14...h4 15.a3 Auf 15.Lf4 könnte 15...Kd7!? folgen.

15...b6 15...Lxg5 16.Sexg5 Ke7 war ebenfalls gut.

16.Lxe7 Kxe7 17.Seg5 Td3 Nachdem Weiß brav den ganzen Komplex weißer Felder geschwächt hatte, wäre zu überlegen, den Läufer zu behalten: 17...Ld5.

18.Sxe6 Kxe6 Interessant war 18...fxe6!? und auf 19.Tad1 Td5.

19.Te4 Thd8 20.Tae1 Nach 20.Sxh4 Sxh4 21.Txh4 Td1+ 22.Txd1 Txd1+ 23.Kh2 Td2 kann nur Schwarz besser stehen.

20...Td1 21.Kf1 21.Sd4+? wäre natürlich wegen 21...Sxd4 22.Txd1 Sf3+ 23.gxf3 Txd1+ ein Fehler.

21...c5!? Martin stellt seinem Gegner eine feine positionelle Falle!

22.Sd4+?!

Diagramm

Und er fällt hinein! "Bescheidenheit" war richtig: 22.Ke2.

22...T1xd4 23.cxd4 cxd4 24.Ke2 c5 25.Kd3 b5 26.b3 Tc8 Weiß hat zwar eine Qualität gewonnen, aber wie man sieht, die schwarzen Bauern rollen unaufhaltsam und der schwarze König wird majestätisch auf d5 stehen.

27.Tb1 Die Idee, die Qualität mit 27.Tf4 c4+ 28.bxc4 bxc4+ 29.Ke4 zurückzugeben, scheitert an 29...d3!

27...c4+ 28.bxc4 bxc4+ 29.Kc2 Tc5 30.Tb4 Kd5 31.Te1 d3+ 32.Kc3 Sd4 33.Tb7 Se2+ 34.Kd2 34.Txe2 dxe2 35.Tb1 Ta5 36.Kd2 Txa3 37.Kxe2 Ke4 38.f3+ Kxe5 wäre hoffnungslos.

34...Kd4 35.Td7+ Td5 36.Txd5+ Kxd5 Weiß hat es geschafft, einen Turm zu tauschen. Das macht das Leben aber nicht leichter.

37.Ke3 Sd4 37...Kxe5 38.Tb1 Sf4 war auch stark.

38.Kd2 Die folgende Variante zeigt, wie hilflos der weiße Turm ist: 38.Tb1 Sb3 39.f4 f6 40.exf6 gxf6 41.Tb2 (41.g3 hxg3 42.h4 Sd4) 41...f5 42.Tb1 d2 43.Tf1 Kc5 44.Th1 Kb5 45.Ke2 Ka4 46.Kd1 Kxa3 47.Kc2 Kb4

38...Sc2 39.Tb1 Kd4 40.Tb7 c3+ 41.Kd1 Sxa3 42.Td7+ Ke4 43.Tc7 Sb5 44.Txf7 44.Tc8 d2.

44...Sd4 45.Tc7 c2+ 46.Kc1 Kxe5 47.Tc3 Se2+ 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog