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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5373 vom 24.07.2009, Kategorie Kolumne

9. Sieg für Kramnik in Dortmund!

Nach einer langen Durststrecke konnte Ex-Weltmeister Vladimir Kramnik wieder einmal das Siegesgefühl ausleben. Das doppelrundige Großmeisterturnier in Dortmund vom 2. bis 12. Juli gewann er zum rekordverdächtigen 9. Mal. Entscheidend für das Endklassement war die Begegnung zwischen ihm und dem führenden Carlsen in der achten Runde. Der junge Norweger stand vor der Wahl 25...Dc5 oder 25...Dc7? Der erste Zug hätte ein Remis gesichert, er wählte aber den zweiten, der zum Verlust führte. Dieser Fehler kostete ihn wahrscheinlich den ersten Platz.

Endstand nach 10 Runden:

1. Kramnik 6,5 Punkte.
2. Leko 5,5.
3. Carlsen 5,5.
4. Jakovenko 5,5.
5. Bacrot 4.
6. Naiditsch 3.

Kramnik (2759) - Naiditsch (2697)

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 dxc4 5.e4 Lb4 6.Lg5 c5 7.Lxc4 cxd4 8.Sxd4 Lxc3+ 9.bxc3 Da5 10.Lb5+ Ld7 11.Lxf6 gxf6 12.Lxd7+ Sxd7 13.0-0 a6 14.Tb1 Dc7 15.Dh5 16.Tb4 De5 17.Dh6 Tc8 18.Sf3

Diagramm

Kramniks Verstärkung zu einer Partie in der Runde davor. Dort geschah: 18.a4 Dxe4 19.Dxf6 Tg8 20.Df3 Tg4 21.Dh3 h5 22.Sb3 Dg6 23.Sxc5 Txc5 24.Df3 Td5 25.g3 Txb4 26.cxb4 Dc2 27.Df4 Dxa4, remis, Leko - Naiditsch, 8 Runde.

18...Dxc3 19.Td4 Ke7 Weiß steht nach 19...Tg8 20.Dxf6 Sd7 21.Df4 Dc7 22.e5 besser

20.e5 Sd7 20...fxe5?? wäre wegen 21.Dg5+ Kf8 22.Dxe5 Tg8 23.Td8+ Txd8 24.Dxc3 ein Fehler.

21.Dh4 Nach 21.Tfd1 Thd8 22.Tf4 Sxe5 hätte Weiß nicht mehr als Dauerschach: 23.Dxf6+ Ke8 24.Txd8+ Txd8 25.Dh8+ Ke7 26.Df6+ Ke8.

21...Thg8 22.Kh1 b5 Schwarz verfügt hier über folgende Möglichkeiten: 22...Dc6 (mit der Drohung Sd7-e5) 23.exf6+ (23.Tf4 Tg6) 23...Sxf6 nebst Tg8-g6. bzw. 22...Tcd8 (wieder mit der Idee Sd7-e5) 23.Tc4 Da5.

23.h3 Weiß nutzt die Zeit für das wichtige Luftloch.

23...Tc4 Konsequent. Zwingt Weiß, die Qualität zu geben.

24.Txd7+ Nach 24.Dxh7 Txd4 25.Dxg8 Td5 26.exf6+ Sxf6 steht Schwarz nicht schlechter.

24...Kxd7 25.Dxf6 Dd3 Die aggressive Variante. Die passive wäre 25...Ke8 26.Td1 Tc8 27.Sg5 Txg5 (27...Dc7!? 28.Se4 Kf8) 28.Dxg5 Dc2 29.Td2 Dc3 30.Kh2 h6 31.Dxh6 Dxe5+ 32.g3 Tc5 33.Dh7 Td5 34.Tc2 Tc5 mit Ausgleich.

26.Dxf7+ Kc6 27.Dxe6+ Kb7 28.Te1 Tg6 Beachtung verdient 28...Tg7!?

29.Df7+ Tc7 30.Df4 Tc4 31.Df8 Tc8 32.De7+ Tc7 33.Dh4 Dc4 Das beste Feld für die Dame ist d5: 33...Dd5 Zum Remis führt: 33...Tcg7!? 34.Dd4 (34.Tg1?? Dxf3 35.gxf3 Txg1+ 36.Kh2 T7g2#) 34...Dxd4 35.Sxd4 Txg2 36.Sf5 (oder 36.e6 Txf2 37.e7 Tgg2) 36...T7g5 37.e6 Txf2 38.e7 Tgg2 39.e8D Th2+ 40.Kg1 Thg2+.

34.Sd4 Dxa2?! Mutig gespielt. 34...Td7 war die einfachste Lösung: 35.e6 Dxd4 36.Dxd4 Txd4 37.e7 Tg8 38.e8D Txe8 39.Txe8 Td2 und Schwarz hat keine Probleme in diesem Endspiel.

35.De4+ Auf 35.e6 folgt 35...Dd5.

35...Kb6 35...Kb8 36.e6 Dd2 37.Ta1 Tc1+ 38.Txc1 Dxc1+ 39.Kh2 Dc7+ 40.g3 Tg8 41.e7 Te8 42.De6 mit weißer Überlegenheit.

36.De3 Kb7 37.Df3+ Kb6 37...Ka7 war vielleicht genauer. Wenn nun wie in der Partie 38.Sb3 dann 38...Te6.

38.Sb3 Tc2?? Entscheidender Fehler in Zeitnot. Richtig war 38...Da3 39.e6 Tgg7 40.Td1 Db4 und die Partie wäre noch offen.

39.De3+ Kb7 40.e6! Txf2 Für 40...Tg8 ist zu spät: 41.e7 Tcc8 42.Td1.

41.De4+ Kb6 41...Ka7 42.Dd4+.

42.Dd4+ Weiß setzt zuerst matt: 42.Dd4+ Kb7 43.Dd5+ Ka7 (43...Kb6 44.e7 Tfxg2 (44...Te2 45.Dd8+ Kb7 46.Txe2 Dxe2 47.Sa5+ Ka7 48.Dc7+ Ka8 49.Db7#) 45.Dd8+ Kb7 46.Sc5+) 44.e7 Tfxg2 45.Da8+! Kxa8 46.e8D+ Kb7 47.Te7+ Kb6 48.Db8+ Kc6 49.Db7+ Kd6 50.Dd7# 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog