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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5380 vom 31.07.2009, Kategorie Kolumne

Schachsommer in Österreich

Mit dem Open in Oberwart Mitte Juli beginnt der Schachsommer in Österreich. Die konstant hohe Teilnehmerzahl (heuer 114 im A- und 118 im B-Bewerb) bestätigt die große Beliebtheit des Turniers. Rückgängig ist die Anzahl der Titelträger. Dennoch waren heuer fünf Großmeister am Start und die dominierten das sportliche Geschehen. Der Neo-Österreicher und Bundestrainer Davit Schengelia hatte Anlaufprobleme (1,5 Punkte aus 3 Partien), aber mit dem restlichen Ergebnis von 5,5 aus 6 konnte er seine Titelkollegen einholen und das Siegerquartett komplettieren. Erster nach Zweitwertung wurde der Wiener Großmeister Niki Stanec, dem offensichtlich das Spiel wieder Spaß macht! Erwähnenswert ist die starke Leistung von Fabian Platzgummer, der ein Remis gegen IM Kovacs (2514) und einen Sieg gegen IM Klenburg (2437) verbuchen konnte und als Sechster im Endklassement landete.


Endstand im A-Wettbewerb:
1.GM Stanec 7.
2.GM Palac 7
3.GM Hera 7.
4.GM Shengelia 7.
5.IM Schroll 6,5.
6.NM Platzgummer 6,5.
7.IM Kovacs 6,5.
8.FM Neumeier 6,5.


Parallel zu Oberwart fand das 28.internationale Open in St.Veit/Glan, ebenfalls in zwei Kategoriegruppen, statt. Hier sind traditionell die südliche Nachbarn im Spitzenfeld stark vertreten, die auch meistens die ersten Plätze belegen, so auch heuer. Endstand nach 9 Runden:


1.IM Mazi (Slownien) 7,5
2.GM Rogic (Kroatien) 7,5.
3.IM Jurkovic (Kroatien) 7.
Bester Österreicher wurde IM Andreas Diermair als Fünfter mit 6 Punkten.


Der Gewinner des World Open in Philadelphia, Großmeister Najer, setzte seine Siegesserie beim starken Aktivschachturnier in Maccabiah (Israel) fort. Seine einzige Niederlage in der Schlussrunde wurde gleichzeitig der einzige Sieg des letztplatzierten Emil Sutovsky! Die Partie ist auf jeden Fall sehenswert.

Sutovsky (2675) - Najer,E (2663)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.h3 In den 60-er Jahren führte Fischer diese Idee in die Großmeisterpraxis erfolgreich ein.

6...e6 7.g4 d5 8.exd5 Sxd5 9.Sde2 h5 Neuerung. Die häufigste Fortsetzung ist 9...Lb4.

10.Sxd5 10.Lg2 hxg4 11.hxg4 Txh1+ 12.Lxh1 Sc6 wäre Ausgleich.

10...exd5 11.Sf4 hxg4 Beachtung verdiente 11...Ld6!? Zum Beispiel: 12.Sxh5 0-0 13.Ld3 Te8+ 14.Kf1 Sc6 15.Kg2 Ld7 16.Lf4 Se5 mit Kompensation für den Bauern.

12.Dxd5 Ld7 Nach 12...Sc6 13.Dxd8+ Sxd8 14.Le3 hätte Weiß immer noch Entwicklungsvorsprung. Interessant war 12...De7+ 13.Le3 Sc6 14.0-0-0 g5 und nun 15.Lc5 Dxc5 16.Te1+ Le6 17.Sxe6 Dxd5 (17...fxe6?? 18.Txe6+ Kf7 19.Te7+!) 18.Sc7+ Kd8 19.Sxd5 Lc5 20.Lg2 gxh3 21.Txh3 Kd7 22.Td1 Tad8 mit ungefähr gleichen Chancen.

13.Lc4 De7+ 14.Le3 Lc6 14...g5!? führt zu undurchschaubaren Komplikationen. Weiß hätte mit 15.Sg6, 15.Sd3 oder 15.0-0-0 die Qual der Wahl.

15.Df5 Db4+?

Diagramm

Verliert forciert. Notwendig war entweder 15...Ld7 16.Dd3 Sc6 17.Sd5 Sb4 18.Sxb4 Dxb4+ 19.c3 Dd6 20.Dxd6 Lxd6 21.0-0-0 Lc6 22.The1 0-0-0 23.hxg4 mit einem Bauern mehr für Weiß oder 15...Sd7 16.Ld5 g6 (16...g5? hier führt zu Schwierigkeiten) 17.Dxg4 Th4 18.De2 Lg7 19.Lxc6 bxc6 20.c3 Kf8 mit gewisser Kompensation für den Minusbauern.

16.c3 Dxc4 17.Dc8+ Ke7 18.0-0-0 Sd7 18...f6 19.Dc7+ Sd7 20.Txd7+ Ke8 21.Thd1

19.Txd7+ Kf6 20.Ld4+ Kg5 20...Dxd4 21.Txf7+ Kxf7 (21...Kg5 22.Dxg4+ Kh6 23.Dh5 matt) 22.De6 matt.

21.Td5+! Effektvolles Finale! 21.Td5+ Dxd5 22.Dxg4+ Kh6 23.Dh4+ Dh5 24.Dxh5 matt 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog