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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5383 vom 07.08.2009, Kategorie Kolumne

Schachfestival in San Sebastian

Der Sieg beim starken Großmeisterturnier Donostia in San Sebastian (Spanien) vom 7. bis 16. Juli wurde erst in einem Blitz-Stichkampf entschieden. Der amerikanische Champion und Husek Wien-Legionär Hikaru Nakamura setzte sich hier mit 2-0 gegen den Ex-Weltmeister aus der Ukraine, Ruslan Ponomariov, durch. Ein schweres Schicksal traf einen anderen Ex-Weltmeister. Anatoly Karpov, der übrigens im September ein Match gegen seinen Ex-Rivalen Gary Kasparov spielen wird, hatte sowohl mit seinen um viele Jahre jüngeren Gegnern als auch mit der Zeitkontrolle (90 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug für die ganze Partie) enorme Probleme. Drei Remisen bei sechs Niederlagen ist wahrscheinlich das schlechteste Ergebnis in seiner Karriere.

Endstand nach 9 Runden:

1.Nakamura 6,5.
2.Ponomariov 6,5.
3.Svidler 5,5.
4.Kasimdzhanov 5.
5.Vallejo Pons 5.
6. Movsesian 4,5.
7.Vachier-Lagrave 4,5.
8.Grande Zuniga 3,5.
9.San Segundo 2,5.
10.Karpov 2,5.

Nakamura (2710) - Vachier Lagrave (2703)

1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Le3 Sg4 7.Lc1 Sf6 Interessant ist 7...Sc6 und nach 8.Sxc6 bxc6 9.Le2 Sf6 10.0-0 hat Weiß Entwicklungsvorsprung, dafür ist aber die schwarze Position fest.

8.f3 e6 9.Le3 b5 10.Dd2 Sbd7 11.g4 h6 12.0-0-0 Lb7 13.h4 b4 14.Sa4 Früher spielte man 14.Sce2, aber nach 14...d5 steht Schwarz gut. Zum Beispiel: 15.Lh3 (15.Sf4 Da5!) 15...dxe4 16.g5 hxg5 17.hxg5 exf3 18.g6 Txh3! 19.Txh3 fxe2 20.gxf7+ Kxf7 21.Dxe2 Da5 mit Vorteil für Schwarz.

14...Da5 15.b3 Sc5 15...d5 ist wegen 16.e5 Sxe5 17.Sxe6 fxe6 18.Lb6 nicht gut (Damengewinn).

16.a3 Tc8 Die Alternative ist 16...Sxa4 17.axb4 Dc7 18.bxa4 und nun zB 18...e5 (oder 18...d5 19.e5 Sd7 20.f4 Le7 21.Ld3 Tb8) 19.Sb3 d5 mit kompliziertem Spiel.

17.Dxb4 Wenig erforscht ist 17.axb4 Sxb3+ 18.Sxb3 Dxa4 19.Kb2.

17...Dc7 Das Endspiel nach 17...Dxb4 18.axb4 Sxa4 19.bxa4 d5 20.e5 Sd7 21.b5 axb5 22.Lxb5 Lc5 23.Td3 Ke7 24.f4 scheint trotz des Mehrbauern unklar zu sein.

18.Sxc5 dxc5 19.Da4+ Sd7 20.Se2 Lc6 21.Dc4 Nach 21.Dxa6 c4 22.b4 Ta8 23.Dxc4 Txa3 entwickelt Schwarz starke Initiative.

21...Se5 22.Dc3 Sxf3 23.Lf4 Eine andere Option war 23.Lg2 Lxe4 24.Lf4 Db7 25.Sg3 Lc6 26.Sh5 Sd4 27.Lxc6+ Txc6 28.Kb1 mit beidseitigen Chancen.

23...e5 Starke Beachtung verdient 23...Db7!? 24.Sg3 (24.Dxf3? Lxe4 25.De3 c4) 24...Sd4.

24.Dxf3 exf4 25.Dxf4 Oder 25.Sxf4 c4 26.b4 Ld6 27.Sd5 Lxd5 28.Txd5 mit scharfem Spiel.

25...c4 26.b4 a5 27.Dxc7 Txc7 28.c3 Lxe4 Auf 28...h5 folgt einfach 29.g5.

29.Th3 Le7

Diagramm

30.Sd4! Der Textzug ist viel stärker als 30.Te3 Lc6! 31.Sd4 La4 32.Tde1 Kd8 und Schwarz konsolidiert sich.

30...axb4 31.axb4 0-0?! Ungenauigkeit in schwieriger Lage. Besser war 31...Lh7!? 32.Sb5 Td7 33.Txd7 Kxd7 34.Lxc4 h5 35.gxh5 Lf5 36.Tg3 Txh5 37.Lxf7 Txh4 38.Sd4 g6 39.b5 Ld6 mit praktischen Chancen.

32.Sb5 Tb7 32...Tcc8 33.Te3 Lc6 34.Sa7 Lxh4 35.Sxc8 Txc8 (35...Lg5 36.Se7+) 36.Kb2 kostet Schwarz die Qualität.

33.Sd6! Lxd6 34.Txd6 Tc7 35.Td4 Lb7 36.Txc4 Weiß gewinnt den wichtigen c4-Bauern. Der Rest ist Technik.

36...Te7 37.Td4 Te1+ 38.Td1 Tfe8 Besser war 38...Te5.

39.Ld3 Lc8 40.Tg3 g5? 40...T1e5.

41.hxg5 hxg5 42.Txe1 Txe1+ 43.Kd2 Te5? Verliert sofort. 43...Ta1 hätte das Spiel etwas verlängert.

44.Te3! 44.Te3 Txe3 45.Kxe3 Lxg4 46.b5 Lc8 47.b6 nebst 48.Le4 und 49.b6-b7. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog