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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5397 vom 28.08.2009, Kategorie Kolumne

Tina Kopinits verteidigt ihren Titel

Zwei Wienerinnen standen auf dem Siegerpodest bei der Damenstaatsmeisterschaft vom 25. Juli bis 2. August, die parallel zur Herrenstaatsmeisterschaft in Jenbach in Tirol ausgetragen wurde. Die Titelverteidigerin Tina Kopinits konnte die Probleme am Brett meistens mit Hilfe ihrer Gegnerinnen lösen. Der Höhepunkt war die Schlussrunde, wo sie eine verlorene Stellung gegen Julia Novkovic mit viel Glück in ein Remis retten konnte. Bei einer Niederlage hätte die junge Wienerin Veronika Exler mit einem Sieg die Chance auf den Titel gehabt. Sie überzog die Partie und verlor, beendete das Turnier aber als ausgezeichnete Dritte. Die Grande Dame des österreichischen Damenschachs, Helene Mira, spielte souverän und wurde Zweite.

Endstand nach 9 Runden:
1.Tina Kopinits 7 Punkte,
2. Helene Mira 6,5,
3.Veronika Exler 6,
4. Christin Anker 6,
5. Michaela Kessler 5,5,
6. Maria Horvath. (19 Spielerinnen)

Eine Kostprobe von Veronika Exler:

Exler (2018) - Novkovic (2116)

1.e4 c5 2.c3 Sf6 3.e5 Sd5 4.d4 cxd4 5.Sf3 Sc6 6.Lc4 e6 Eine der Hauptvarianten ist hier 6...Sb6 7.Lb3 d5 8.exd6 Dxd6 9.0-0

7.0-0 Sb6 Selten gespielt. Die übliche Fortsetzung ist 7...d6.

8.Lb3 dxc3 9.Sxc3 d5 10.exd6 Dxd6 11.Sb5 Db8 11...Dxd1 wäre für Schwarz gefährlich: 12.Txd1 Ke7 13.Le3.

12.g3 12...e5?? Fahrlässig. Richtig war 12...Le7 13.Te1 e5 14.Lg5 f6 15.Le3 Lg4 16.h3 Lh5 17.g4 Lf7 18.Lxf7+ Kxf7 19.Db3+ Kf8 20.Tad1 und Weiß hat ausreichende Kompensation für den Bauern.

13.Sg5! Sd8

Diagramm

14.Dc2! Einfach. Sb5-c7 ist nicht zu verhindern.

14...Le7 15.Sc7+ Vielleicht ist hier 15.f4!? am stärksten und auf 15...Lxg5 16.Sc7+ Kf8 17.fxg5 gewinnt Weiß.

15...Kf8 16.Sxa8 16.Te1!? verdient Beachtung.

16...Sxa8 17.f4 17.Sxh7+! war um einiges besser: 17...Kg8 (17...Ke8 18.Lg5) 18.Lg5 Txh7 19.Lxe7 Sc6 20.Dg6.

17...b5 18.Df2 18.Le3 sieht natürlicher aus.

18...e4!? Sonst wird die f-Linie geöffnet.

19.Sxe4 Auch hier wäre 19.Le3 nebst Tad1 und Le3-c5 viel direkter.

19...Lf5 20.Sc5 Es ist unklar, was der Springer hier leistet. 20.Sc3 wäre besser.

20...Sb6 21.Le3 h5 22.h4 22.De2!? verdient Beachtung und auf 22...h4 kommt 23.g4.

22...Th6 23.Lc2 Ein Zeichen, dass Weiß keine klare Linie findet. Die Türme sollten langsam ins Spiel kommen: 23.Tac1.

23...Lh3?! Besser war 23...Dc8

24.Tfe1 Dc8 25.Ld4?! Türme gehören auf die offenen Linien: 25.Tac1.

25...Sc6 26.Lc3 Richtig war 26.Sb3.

26...b4 Weiß hat in den letzten 10 Züge viel vom Vorteil wieder eingebüßt.

27.Txe7! Fast erzwungen.

27...bxc3? Schwarz nutzt die Chance nicht aus. Richtig war 27...Sxe7 28.Lxb4 Sed5 29.La3 Kg8 30.Te1 Td6 und die Partie wäre noch offen.

28.Tee1? 28.Te3 cxb2 29.Tae1 wäre viel einfacher.

28...cxb2 29.Tab1 Sc4 30.Ld3 S6a5 31.Sb3 Td6 32.Sxa5 Txd3 Auf 32...Sxa5 folgt 33.Lb5.

33.Sxc4 Dxc4 34.Txb2 Kg8 35.Kh2 Lf5 36.Dxa7 Die Verwertung des weißen Vorteils sollte nur eine Frage der Zeit sein.

36...Dc3 37.Df2 Gut war 37.Db8+ Kh7 38.De5.

37...Kh7 38.Tbe2 Lg4 39.Tc2 Tf3 40.Dd2 Da3 41.Tg1 Le6 42.De2 Lg4 43.De4+ g6 44.Td2 Da7 45.De8 Te3 46.Df8 Db7 47.Tgg2 Es droht schon Td2-d8 nebst matt.

47...De7 48.Dxe7 Txe7 49.a4 Lf3 50.Tg1 Kg7 51.a5 Kf6 52.Ta1 La8 53.a6 Ta7 54.Kg1 Ke6 55.Ta5 f6 56.Kf2 Lc6 57.Ke3 Ld7 58.Tb2 Kd6 59.Tb7 Txb7 60.axb7 Kc7 61.Ta6 Kxb7 62.Txf6 Lf5 63.Txf5 gxf5 64.Kd4 Kc7 65.Ke5 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog