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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5406 vom 18.09.2009, Kategorie Kolumne

Die ungarische Staatsmeisterschaft

Die komplette ungarische Schachelite, mit Ausnahme von Peter Leko und Judit Polgar, spielte vom 9. bis 17. August in Szeged um den Staatsmeistertitel. Die beiden Großmeister und Elo-Favoriten Zoltan Almasi und Ferenc Berkes verteidigten ihre Rollen und teilten sich den ersten Platz. Nach der Zweitwertung ging Gold an Zoltan Almasi. Dritter wurde Csaba Balogh. Trotz der hohen Remisquote (32 aus 45) waren fast alle Partien hart umkämpft.

Prohaszka (2508) - Almasi (2684)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 Lg7 4.e4 d6 5.Le2 0-0 6.Sf3 e5 7.0-0 Sc6 8.d5 Se7 9.Lg5 Seltene Fortsetzung. Die populärsten Varianten sind: 9.b4, 9.Se1 oder 9.Sd2.

9...Sh5 10.Se1 Sf4 11.Sd3 Sxe2+ 12.Dxe2 h6 13.Le3 f5 14.f3 f4 15.Lf2 g5 16.c5 Nun entstand die typische königsindische Struktur: Bei geschlossenem Zentrum spielt Weiß am Damen- und Schwarz am Königsflügel.

16...h5 Neuerung. Bekannt ist 16...Sg6, wie in der folgenden Begegnung: 17.Tfc1 Tf7 18.Tc2 h5 19.Tac1 Ld7 20.a4 a6 mit beidseitigen Chancen, 1-0, Pelletier (2549) - Nataf (2546), Frankreich 2002.

17.Tac1 Beachtung verdient 17.Tfc1.

17...Ld7 18.a4 a6 19.b4 Sg6 Auf 19...g4 muss Schwarz mit 20.Lh4 rechnen.

20.Sb2 g4 21.cxd6 cxd6 22.Sc4? 22.Kh1 war vorsichtiger.

22...gxf3 23.gxf3 Oder 23.Dxf3 Lg4 24.Dd3 und 24...f3.

23...Lh3 24.Kh1 Weiß muss sich von der Qualität trennen.

24...Lxf1 25.Dxf1 Tc8 26.Sb6 Tc7 27.Dh3 De8!? GM Almasi opfert einen Bauern für die h-Linie. 27...h4 war ebenfalls spielbar.

28.Dxh5 Se7 29.Dg4 Tf6 30.Se2 Tg6 31.Dh3 Dd8 Interessant war 31...Txc1+ 32.Sxc1 Th6 33.Dg4 Dd8 nebst Dd8-c7.

32.Sc3 Lf8 33.a5 De8 34.Df1 Th6 35.Dd3 Dh5 36.Tg1+ Sg6 37.Tg2 Tg7 Während das Spiel von Weiß am Damenflügel stagniert, erreicht Schwarz eine optimale Stellung am Königsflügel.

38.Sd1 Kh8 38...Sh8!? sieht gut aus: 39.Txg7+ Kxg7 40.Lg1 Tg6 41.Sc4 Tg3 42.Sd2 Dh3 43.De2 Sg6 mit entscheidendem Angriff.

39.De2 Le7 40.Sc8 Dh3 41.Sxe7 Sxe7 42.Lb6 Das Endspiel nach 42.Le1 Txg2 43.Dxg2 Dxg2+ 44.Kxg2 Kh7 45.Sb2 Sc8 wäre sehr schwer für Weiß zu halten.

42...Tg3! 43.Ld8 Sg6 44.Lf6+ Kg8 45.Dc2 Dxg2+ 45...Se7! gewinnt sofort: 46.Lxe7 Thg6.

46.Dxg2 Txg2 47.Kxg2 Kf7 48.Lg5 Th5 49.Ld8 Th8 50.Lb6 Sh4+ 51.Kf2 Tc8 0-1


Balogh (2595) - Prohaszka (2508)

Diagramm

37.Txe5 Weiß hat minimalen Vorteil: Die Figuren stehen aktiver und die weißen Bauern am Damenflügel sind beweglicher als die schwarze Bauernmajorität am Königsflügel. Trotz allem sollte das Endergebnis remis sein.

37...Td8 38.Tb5 b6 39.a4 Tc8 40.Kd4 40.a5? Tc5! und die schwarze Stellung ist schon zu bevorzugen.

40...Kd6 Oder 40...Td8+ 41.Kc3 Kd6.

41.f5 exf5 42.Txf5 Tc7 43.Td5+ Kc6 44.b4 Te7 45.Td8 Kc7 46.Tg8 f6 47.b5 Kb7 48.Kd5 Kc7 49.Kd4 Kb7 50.Tf8 Td7+? Unachtsam gespielt. Richtig war, mit 50...Kc7 abzuwarten.

51.Ke4 Te7+ 52.Kf5 Te5+ 53.Kf4 Das Damenendspiel nach 53.Kg6 Tg5+ 54.Kh7 Txg4 55.Tf7+ Kb8 56.Txg7 Txg7+ 57.Kxg7 f5 58.Kxh6 f4 59.Kg6 f3 60.h6 f2 61.h7 f1D 62.h8D+ Kb7 63.Dg7+ Kc8 64.Dg8+ Kc7 65.De6 wird nicht zu gewinnen sein.

53...Te7 54.Td8 Kc7 54...a6!? verdiente Beachtung.

55.Td5! Der Turm schützt nun den König, der über f5 eindringt.

55...Te1 56.Kf5 Te2 57.Kg6 Te7 57...Te4 58.Kxg7 Txg4+ 59.Kxh6

58.Td4 Kc8 59.Kh7 Tc7 60.Kg8 a6 61.Kf8 axb5 62.axb5 Kb8 63.Te4 Kc8 64.Te8+ Weiß erzwingt den Turmtausch, wonach das Bauernendspiel leicht gewonnen ist. 64.Te8+ Kb7 65.Te7 Txe7 66.Kxe7 Kc7 67.Ke6. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog