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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5420 vom 02.10.2009, Kategorie Kolumne

Grand Slam in Bilbao

Vom 5. bis 12. September ging die zweite Auflage des Grand Slams über die Bühne. Vieles blieb wie im Vorjahr: Remisangebot verboten, 3 Punkte für den Sieg und 1 Punkt fürs Remis. Es wurde wieder im ?Glasaquarium? gespielt, das Teilnehmerfeld wurde aber von 6 auf 4 reduziert. Nur die Sieger der 4 Grand Slam Turniere durften an den Start: Karjakin (Wijk aan Zee), Grischuk (Linares), Shirov (Sofia) und Topalov (Nanching). Der Titelverteidiger Topalov sagte wegen wichtiger Vorbereitungen für sein Match um den Weltmeistertitel gegen Anand ab. Für ihn sprang die Nummer 4 der Weltrangliste, Levon Aronian, ein. Der Neueinsteiger verlor zwar die erste Runde, es folgten aber 4 Siege wodurch der sympathischen Armenier das Turnier souverän für sich entscheiden konnte.

Endstand nach 6 Runden:
1. Aronian 13 Punkte,
2.Grischuk 8,
3. Karjakin 7,
4.Shirov 3.

Aronian (2773) - Grischuk (2733)

1.d4 d5 2.Sf3 Sf6 3.c4 c6 4.e3 a6 5.Sc3 b5 6.c5 Sbd7 7.a3 a5 8.Ld3 e5 9.dxe5 Sg4 10.Lxb5N

Diagramm

Neuer Zug.

10...cxb5 11.Dxd5 Tb8 Noch zu analysieren ist 11...Ta6

12.h3 b4 Auf 12...Sxc5 folgt 13.Dxd8+ Kxd8 14.hxg4 Lxg4 15.e4!

13.axb4 axb4 14.Se4 Sxc5 15.Dxd8+ Kxd8 16.Sxc5 Sxf2 Wichtiger Zwischenzug.

17.Kxf2 Lxc5 18.Ld2 Kc7 19.Thc1 Kb6 20.Sd4 Beachtung verdient 20.Tc4!? Le6 21.Th4 Le7 22.Te4 und Schwarz kann den b4-Bauer schwer decken.

20...Td8 21.Tc2 Nach 21.Tc4 könnte das folgende Endspiel entstehen: 21...Le6 22.Sxe6 Txd2+ 23.Ke1 Txg2 24.Sxc5 Tg1+ 25.Ke2 Txa1 26.Sd7+ Ka7 27.Sxb8 Kxb8 28.Txb4+ Kc8 und Weiß hat zwar einen Bauern mehr, aber angesichts der vielen Schwächen wäre dessen Realisierung nicht leicht.

21...Td5 22.Tac1 Interessant war 22.Txc5!? Txc5 23.Lxb4 Td5 24.Ld6 Tb7 25.b4.

22...Le6 23.Sb3 Tbd8?! 23...Tc8 nebst Td5-e5 wäre genauer, in Zeitnot aber sehr schwer zu spielen.

24.Ke2 Lf8 25.Sd4 25.Tc6+ scheint stärker zu sein: 25...Kb7 26.Tc7+ (26.e4!?) 26...Kb8 27.Sd4 Txe5 28.Sxe6 fxe6 29.Le1 mit klarem Übergewicht für Weiß.

25...Lc5? Vielleicht der entscheidende Fehler. Richtig war 25...Ld7 und Schwarz hält die Balance.

26.Sxe6 fxe6 27.e4! Der Gewinnzug!

27...Txe5 28.Tc4? Rätselhaft, warum Aronian die Idee von 27.e4 mit 28.Lf4! nicht vollenden wollte? 28...Txe4+ 29.Kf3 Tdd4 30.Lh2 Le7 31.Lg1 (31.Tc8!?) 31...Tf4+ 32.Kg3 Lh4+ 33.Kh2 Lf6 34.g3 Tfe4 35.b3 und Weiß sollte mit der Qualität mehr leicht gewinnen.

28...Td4 29.Txd4 Lxd4 30.b3 Tc5 30...Txe4+? 31.Kd3 Th4 32.Le1 Tf4 33.Lg3

31.Tf1 Kb5 31...Ta5! war viel aktiver. Zum Beispiel: 32.Kd3 Lc5 33.Tf7 Ta3 34.Kc4 Ta2 35.Lxb4 Lxb4 36.Kxb4 Txg2 37.Te7 Tg6 und Schwarz hätte sehr gute Remischancen.

32.Tf7 Lc3 33.Le3 Tc6 34.Tb7+ Ka6 35.Tb8 Ka5 36.Lg5 h6 Einfacher den Ausgleich zu halten war 36...Lf6 37.Ld2 Lc3.

37.Le7 e5 38.g4 Te6? Kostet nur Zeit. Besser war sofort 38...g6.

39.Lf8 g5 Nun wird der h6-Bauer sehr schwach. Notwendig war, den Bauern sofort für entsprechendes Gegenspiel zu opfern: 39...h5 40.gxh5 Th6 41.Lxg7 Txh5 42.Th8 Tg5 43.Lf6 Tg6.

40.Td8 Schwarz ist in Zugzwang.

40...Tf6?? Der Verlustzug. Einzig möglich war 40...Kb5 und nach 41.Td6 Te8 42.Lxh6 Th8 43.Kf1 Tg8 bleibt Schwarz mit einem Bauern weniger, aber die Partie wäre noch nicht verloren.

41.Td5+ Kb6 42.Td6+ Nach 42.Td6+ Txd6 43.Lxd6 verliert Schwarz zumindest zwei Bauern. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog