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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5466 vom 11.12.2009, Kategorie Kolumne

Bundesligaauftakt in Jenbach

Der Auftakt zur 1. Bundesliga 2009/2010 fand mit einer Trippelrunde vom 6. bis 8. November in Jenbach (Tirol) statt. Die Gastgeber Sparkasse Jenbach mit den Großmeistern Gyimesi, Schlosser, Acs, Bönsch und den internationalen Meistern Lehner und Reich nutzten gleich den Heimvorteil aus und gingen mit drei hohen Siegen in Führung. Auf dem zweiten Platz mit einem Matchpunkt weniger (ab dieser Saison wird der Rang nach Matchpunkten und erst danach nach Spielpunkten ermittelt) liegt überraschenderweise  der letztjährige Aufsteiger Sparkasse Fürstenfeld. Erst an dritter und vierter Stelle liegen die Favoriten für den Meistertitel Holz Dohr und Advisory Invest Baden.

Bischoff (2569) - Ruck (2556)

Holz Dohr gegen Styria Graz

1.c4 Sf6 2.Sc3 d5 3.cxd5 Sxd5 4.g3 e5 5.Lg2 Sb6 6.Sf3 Sc6 7.0-0 Le7 8.a3 0-0 Nun entstand eine klassische Stellung aus der Englischen Eröffnung, die ähnlich der Drachenvariante in der Sizilianischen Verteidigung ist, hier aber mit verkehrten Farben und einem Tempo mehr für Weiß.

9.b4 Te8 Die andere Hauptvariante beginnt mit 9...Le6. Hier eine aktuelle Partie: 10.d3 f6 11.Tb1 Sd4 12.Sd2 c6 13.e3 Sb5 14.Dc2 Sxc3 15.Dxc3 Dd7 16.Sb3 Tad8 17.Td1 Lg4 18.Td2 Kh8 19.Sc5 Dc8 20.Lb2 Sd5 mit dynamischem Gleichgewicht, remis, Carlsen (2765) - Cheparinov (2696), Baku 2008.

10.d3 Nach 10.b5?! Sd4 11.Sxe5 Lf6 12.f4 Lxe5 13.fxe5 Txe5 hat Schwarz keine Probleme.

10...Lf8 11.Sd2 Am häufigsten wird hier 11.Lb2 gespielt. Z.B.: 11...a5 12.b5 Sd4 13.Sd2 c6 14.bxc6 Sxc6 15.Sb5 a4 16.Tb1 Lg4 17.Te1 Dd7 18.La1 Le6 19.Dc2 Tec8 20.Db2 f6, 1-0, Hübner, R. (2628) - Ruck (2569), Leipzig 2002.

11...Sd4 Das scheint ein neuer Zug zu sein. Bis jetzt wurde meistens zuerst 11...a5 12.b5 und dann 12...Sd4 gespielt. Zum Beispiel: 13.e3 Se6 14.Sf3 Sg5 15.Sxg5 Dxg5 16.Lb2 Dd8 17.Tc1 a4 18.Dh5 Ld6?! 19.Se4 De7? 20.d4! mit klarem Vorteil für Weiß, 1-0, Markowski (2568) - Wojtkiewicz (2581), Zakopane 2000.

12.e3 Se6 13.Sb3 c6 14.Lb2 f6 Interessant war 14...g6 nebst Lf8-g7.

15.Dc2 Dc7 16.Tac1 Df7 17.Se4 Sd5 18.Sa5 Td8 19.La1 Dh5 20.Tb1 Df7 20...Tb8 war vielleicht besser.

21.Sd2 Tb8 22.Sf3 Ta8 22...Sec7 sieht logischer aus, mit der Idee den Läufer zu entwickeln.

23.Tfd1 Sdc7 24.Db3 Sb5 25.a4 Sbc7 25...Sd6 war besser.

26.b5 c5 27.Sd2 Tb8 28.Sdc4 Beachtung verdient 28.Se4.

28...Se8 Zu passiv. Gutes Spiel für Schwarz bot 28...Sg5 an: 29.b6 axb6 30.Dxb6 Sh3+ 31.Kf1 Le6.

29.b6 a6 30.Dc2 Kh8 30...Sd6!?

31.f4! Weiß attackiert den e5-Bauern. Schwarz kann den Punkt nicht halten.

31...exf4 32.gxf4 Le7 32...Dh5 war genauer.

33.f5! Nun wird der schwarze Springer auf f8 vertrieben, wo er ziemlich passiv steht.

33...Sf8 34.Le4 Sd6 35.Sxd6 Lxd6 36.Sc4 Le7 37.Dg2 Sd7? 37...Ld7!?

38.Tf1 Lf8 Wieder ein Fehler. Besser war 38...Sf8.

39.Tf4! GM Bischoff orientiert sich unmissverständlich in Richtung h-Linie !

39...Se5 39...Dh5 könnte zumindest den Angriff auf der h-Linie erschweren. 40.Lxe5 40.Sxe5 fxe5 41.Lxe5 Ta8 42.f6 g6 43.Lc7 sollte für Weiß leicht zu gewinnen sein.

40...fxe5 41.Sxe5 Df6

Diagramm

42.Sg6+! Schnelle und effektvolle Lösung!

42...hxg6 Oder 42...Kg8 43.Ld5+ Txd5 44.Dxd5+ Df7 45.Dxf7+ Kxf7 46.Sxf8 Kxf8 47.Tc1 mit baldigem Sieg.

43.fxg6 De5 44.Dg3! Le7 45.Th4+ Lxh4 46.Dxh4+ 46.Dxh4+ Kg8 47.Dxd8+ De8 48.Dxe8 matt 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog