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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5473 vom 25.12.2009, Kategorie Kolumne

Gelfand siegt in Khanty-Mansiysk

Der Sieger des Weltcups in Khanty-Mansiysk (Russland) vom 20. November bis 14. Dezember erhält einen Platz beim Kandidatenturnier um den Weltmeistertitel. Als Elo-Favorit des 128 Spieler umfassenden Teilnehmerfeldes (KO-System) konnte sich der israelische Großmeister Boris Gelfand durchsetzen. Im Semifinale fertigte er den jungen Ukrainer Sergey Karjakin mit 2-0 ab. Im anderen Semifinale musste der Ex-Fide-Weltmeister Ruslan Ponomariov in die "Verlängerung" gegen den überraschend starken Vladimir Malakhov, wo sich Ponomariov im Stichkampf mit 3-1 durchsetzte. Im Finale endeten die ersten 4 Partien unspektakulär remis. Erst im Stichkampf wurde es spannender. Hier konnte der 41-jährige Gelfand seine Erfahrung zur Geltung bringen und sich im Blitzen 3-1 durchsetzen.

Gelfand (2758) - Karjakin (2723)

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 c6 5.e3 Sbd7 6.Dc2 Mit einem Punkt Vorsprung weicht Gelfand verständlicherweise von der scharfen Hauptvariante mit 6.Ld3 ab.

6...Ld6 7.Ld3 0-0 8.0-0 dxc4 In einer anderen Turniersituation könnte Schwarz direkt 8...e5 spielen: 9.cxd5 cxd5 10.e4 (10.Sb5 Lb8) 10...dxe4 (10...exd4 11.Sxd5 Sxd5 12.exd5 h6 13.Td1 Sf6 14.Sxd4 Sxd5 15.Le2 Df6, remis, Jackelen - Ragger, Deutschland 2007) 11.Sxe4 Sxe4 12.Lxe4 h6 13.Le3 exd4 14.Lh7+ Kh8 15.Lxd4 Sf6 16.Lf5 Da5 17.Lxc8 Tfxc8 18.Dd3 Td8 19.Db3 Dd5 20.Lxf6 Dxb3 21.Lxg7+ Kxg7 22.axb3 Le7 23.Se5 Lf6 24.f4 a6 25.Tac1 Tac8 26.Txc8 Txc8 27.Td1 Lxe5 28.fxe5 Tc5 29.Td7 Txe5 30.Txb7 Te2 remis, Georgiev - Shirov, Caleta 2005.

9.Lxc4 b5 10.Le2 Schwarz erreichte in der folgenden Begegnung angenehmes Spiel: 10.Ld3 Lb7 11.Td1 De7 12.h3 b4 13.Se4 Sxe4 14.Lxe4 f5 15.Ld3 c5 16.De2 e5, 0-1, Van Wely - Grachev, Sotschi 2008.

10...Lb7 11.Td1 Dc7 Eine ähnliche Idee wäre 11...Db8.

12.Ld2 Gespielt wird auch sofort 12.e4. Zum Beispiel: 12...e5 13.Lg5 exd4 14.Txd4 Lc5 15.Tdd1 Sg4 16.Lh4 Tac8 17.Lg3 Sde5 18.Sh4 Db6 19.Lxg4 Sxg4 20.Sf5 Tfe8 21.e5 Lf8 22.Sd6 Lxd6 23.exd6 Tcd8 24.b4 c5 25.d7 Te6 26.Sd5 Lxd5 27.Txd5 Sf6 28.Txc5 Txd7 29.Td1, remis, C. Horvath - Korneev, Österreich 2006.

12...e5 Am häufigsten wird 12...Tfe8 gespielt.

13.Tac1 a6 14.b4 Tfe8 15.Ld3N Ein neuer Zug. Bekannt ist 15.h3 h6 16.a3 exd4 17.exd4 Sb6 18.Te1 Sbd5 19.Sxd5 Sxd5 mit dynamischem Gleichgewicht, 1-0, Beliavsky - Pavasovic, Zrece 2003.

15...Lxb4 Die Alternativen waren 15...exd4 16.exd4 h6 oder 15...g6.

16.Sg5 Nach 16.Lxh7+ Sxh7 17.Sd5 Dd8 18.Sxb4 c5! 19.dxc5 Lxf3 20.gxf3 Dg5+ 21.Kf1 Dh5 erhält Schwarz ausreichend Gegenspiel.

16...h6? Die erste Ungenauigkeit. Richtig war 16...Sf8 und nach 17.Sxb5 axb5 18.Lxb4 exd4 19.exd4 Df4 mit kompliziertem Spiel.

17.Sxb5 axb5 18.Lh7+ Kf8 19.Lxb4+ c5 20.dxc5 Lc6 21.Le4! Starker Zug, wahrscheinlich von Karjakin übersehen. Nun wird die Blockade auf c6 unter Druck gesetzt.

21...Sb8 Nach 21...Ta6 22.Lxc6 Txc6 23.Sh7+ Kg8 24.Sxf6+ Sxf6 25.De2 bleibt Weiß einfach ein Bauer mehr.

22.Sh7+ Sxh7 23.Lxh7 g6?! Provokant, aber was bleibt Karjakin übrig?

24.Td6 Te7 25.h4 h5

Diagramm

26.Lxg6! Der entscheidende Schlag, der in allen Varianten gewinnt!

26...fxg6 27.Dxg6 Txa2 27...Tg7 verliert einfach: 28.Df6+ Kg8 29.Td8+ Kh7 30.Df5+ Tg6 31.Dxh5+ Th6 32.Df5+ Tg6 33.Td6 Le8 34.h5.

28.Tcd1 Tf7 29.Dh6+ Tg7 30.Df6+ Kg8 31.Td8+ Kh7 32.Df5+ Tg6 33.Dxh5+ Th6 34.Df5+ 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog