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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5536 vom 16.04.2010, Kategorie Kolumne

1. Bundesliga: Sparkasse Jenbach siegt überlegen

Begleitet von einer Reihe von Veranstaltungen (Blitz-, Open-, Simultanturniere) ging Ende März in Baden die Bundesliga über die Bühne. Das überraschend führende Team Sparkasse Jenbach ließ keinen Zweifel daran, wer der Boss im Feld ist! Mit vier Siegen in den letzten vier Runden (ohne Remis-Schiebereien) bewies die kompakte Mannschaft aus Tirol, dass im Schach nicht alles mit Elopunkten zu bemessen ist. Respekt und Gratulation!

Endstand nach 11 Runden: 1.Sparkasse Jenbach (Peter Acs und Philipp Schlosser erreichten jeweils 9 Punkte aus 11 Partien) mit 22 Mannschaftspunkten (100%) vor 2.Holz Dohr (17), 3.SK Advisory Invest Baden (15), 4.Styria Graz (14) und 5.ASVÖ Wulkaprodersdorf (14). Heute eine Partie vom Wettkampf Sparkasse Jenbach gegen Sparkasse Fürstenfeld aus der letzten Runde.

Gyimesi (2586) - Mikhalevski (2611)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 7.Lg5!? Seltene Fortsetzung. Die üblichen Züge sind 7.Sf3 oder 7.Lc4.

7...c5 8.Tc1 0-0 9.Sf3 Lg4 10.d5 Da5 11.Dd2 e6 12.c4 Da3 13.Le2 Sa6 14.0-0 Sb4 15.Le7 Dxa2!? Damit fangen die schwer zu kalkulierenden taktischen Varianten an. Die ruhigere Option wäre 15...Tfc8.

16.Dg5!? Weiß hat keine Angst vor weiteren Verwicklungen.

16...Tfe8 Spielbar war auch: 16...Lxf3 17.Lxf3 Tfe8 18.dxe6 fxe6 19.Tfd1 Sc6 20.Lxc5 Se5.

17.Lxc5 17.d6 wäre ungenau: 17...Lxf3 18.Lxf3 Sc6 19.Dxc5 Sxe7 20.dxe7 Tac8 21.Db4 b6 und der e7-Bauer geht verloren.

17...Lxf3 18.Lxf3 Sd3 19.d6 b6 Mit 19...Sxc1 20.Txc1 Da5 könnte Schwarz in ein leicht besseres Endspiel steuern.

20.Le3 Tad8 Nach 20...Sxc1 21.Txc1 Lb2! 22.Td1 Dxc4 muss Weiß noch beweisen, dass der d-Bauer die Qualität und den Minusbauern kompensiert.

21.c5 h6

Diagramm

Auch hier war 21...Sxc1 empfehlenswert: 22.Txc1 Lb2 23.Td1 f6 24.Dh6 Da5 25.h4 (25.c6?? Txd6 26.Txd6 De1 matt) 25...bxc5 26.h5 g5 und wenn 27.Lxg5 fxg5 28.e5 Tf8 29.Le4 Tf7 30.Dxe6 dann 30...Da4! 31.Dd5 Lxe5 32.Lg6 hxg6 33.hxg6 Df4.

22.Dxd8!! Zwei Rufzeichen für den Mut! Nach 22.Dh4 Sxc1 23.Txc1 bxc5 24.Lxc5 Dd2 25.Le3 Dxd6 26.Lxa7 De7 stünde Weiß ein schwerer Kampf ums Remis bevor.

22...Txd8 23.c6 Se5 24.c7 Tc8 25.Tfd1 Da4 26.Le2 g5 Nach 26...Sd7 27.Tb1 a6 28.Lxb6 Le5 29.Le3 g5 30.Tbc1 wäre die Stellung immer noch schwer einzuschätzen.

27.Ld4 Nach 27.Ta1 Dd7 28.Txa7 Lf8 29.Lxb6 Dc6 30.La6 Dxb6 31.Lxc8 Sd3! 32.Ta2 Lxd6 33.La6 Lxh2+ 34.Kf1 Lxc7 35.Lxd3 sollte Schwarz leicht besser stehen.

27...Sd7 28.Lxg7 Auf 28.Ta1 Dc2 29.Ld3 folgt 29...Dc6 und auf 30.La6 könnte es mit 30...Txc7 31.dxc7 Dxc7 32.Tac1 Sc5 weitergehen.

28...Kxg7 29.Ta1 Dc2? Die erste Ungenauigkeit von Schwarz. Stark war 29...Dc6! 30.Tac1 (30.Txa7 Dc2 31.Lf3 Se5 32.Taa1) 30...Sc5 31.d7 (31.e5 Tf8) 31...Dxc7 32.dxc8D Dxc8.

30.Lb5 Se5? Der zweite Fehlgriff! Richtig war 30...Sc5 31.Tac1 Db3 32.La6 Sxa6 33.d7 Txc7 34.d8D Txc1 35.Dd4+ Kg6 36.Txc1 Sc5; oder 30...Sb8!? 31.Tac1 Db3 32.La6 Sxa6 33.d7 Txc7 34.d8D Txc1 35.Dd4+ Kg8 36.Txc1 Sc5 mit Überlebenschancen.

31.Tac1 Da2?? Dieser Fehler kostet schon die Partie. Nach 31...Db3 32.La6 Th8 33.c8D Txc8 34.Lxc8 Sc6 35.La6 Sd8 könnte Schwarz die Partie eventuell noch halten.

32.d7 Txc7? Eine Spur besser war 32...Sxd7 33.Lxd7 Th8 34.c8D Txc8 35.Txc8 De2 36.Tdc1 Dxe4 mit minimalen Chancen.

33.Txc7 Sxd7 34.Tdxd7 Kf6 35.Txf7+ Ke5 36.Txa7 Db2 37.Lf1 Kxe4 38.Ta6 b5 39.Txe6+ Kd5 40.Txh6 b4 41.Tf5+ 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog