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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5539 vom 23.04.2010, Kategorie Kolumne

Deutsche Bundesliga: Baden-Baden verteidigt Titel

Trotz eines Ausrutschers gegen den direkten Konkurrenten aus Bremen in der zehnten Runde konnte das Team aus Baden-Baden mit danach fünf Siegen in Folge den Meistertitel erfolgreich verteidigen. Damit hat OSG Baden-Baden auch den Rekord von Bayern München aus den 80-er Jahren egalisiert: Fünf Meistertitel in Folge. Mit Spielern wie Anand, Carlsen, Svidler, Shirov, Vallejo Pons, Bacrot, Adams und Caruana wäre es auch nicht verwunderlich, wenn dieser Rekord in der nächsten Saison gebrochen wird. Silber ging an die Mannschaft aus Bremen (Gashimov, Mamedyarov, McShane, Eljanov, Efimenko, Fressinet, G.Meier, Areshchenko). Der einzige österreichische Legionär in der deutschen Bundesliga, Markus Ragger, leistete mit 9 Punkten aus 13 Partien einen wichtigen Beitrag für den dritten Platz seines Teams SG Solingen. Endstand nach 15 Runden: 1.OSG Baden-Baden 28. 2.Werder Bremen 27. 3.SG Solingen 26. 4.SV Mülheim Nord 21. 5.Hamburger SK 17. 6.SC Eppingen 16. 7.SK Turm Emsdetten 16. 8.SV Wattenscheid 1930 16. 9.SC 1950 Remagen 15. 10.SG Trier 14.

Müller (2523) - Ragger (2561)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 Sf6 4.Lb5 Bekanntlich bringt die Vierspringer-Variante keinen Vorteil für Weiß.

4...Sd4 5.0-0 Sowohl 5.Sxe5 Sxb5 (5...De7 oder die Gambit-Fortsetzung 5...Lc5) 6.Sxb5 c6 7.Sc3 De7 8.d4 d6 9.Sf3 Sxe4 10.0-0 Sxc3 11.bxc3 Dc7 12.Te1+ Le7 13.Lg5 f6 als auch 5.Sxd4 exd4 6.e5 dxc3 7.exf6 Dxf6 8.dxc3 De5+ 9.De2 (9.Le2 Lc5 10.0-0 0-0) 9...Dxe2+ 10.Lxe2 Le7 wären unproblematisch für Schwarz.

5...Sxb5 6.Sxb5 c6 7.Sc3 d6 8.d4 Dc7 9.h3 Le7 10.a4 0-0 11.Te1 Te8 12.b3N Genau in dieser Stellung ist dieser Zug eine Neuerung, das ändert aber nichts an der Bewertung der Position: Ausgleich. Nach 12.Dd3 b6 13.Lg5 a6 14.Se2 Le6 15.c4 h6 16.Le3 Lf8 17.Sc3 Lc8 hat Weiß zwar Raumvorteil, aber Schwarz ist mit dem Läuferpaar ohne Schwächen, 0-1, Zude (2450) - Malaniuk (2582), Bad Wörishofen 2010.

12...b6 13.Dd3 Konsequenter war 13.La3 nebst Tausch auf e5, gefolgt vom Läufertausch.

13...Lb7 14.Lb2 Tad8 15.Dc4 Db8 16.dxe5 dxe5 17.Se2 Sd7 18.Sg3 g6 19.Tad1 Lf6 20.Sf1 Beachtung verdient 20.b4 Sf8 21.Sf1 Se6 22.Se3 h5 23.Txd8 Txd8 24.Db3.

20...Sc5 21.Txd8 Txd8 22.Dc3 Hier steht die Dame nicht optimal. Eine Alternative war 22.Se3 h5 23.De2 La6 24.Sc4.

22...Se6 23.S1h2 Sd4 23...h5! könnte genauer sein.

24.Sg4 Lg7 25.Sxd4 25.Lc1!?

25...exd4 26.Df3 Mit 26.Dd2 c5 27.e5 (27.Sh6+ Kf8) 27...Dc8 28.Sh6+ Lxh6 (28...Kf8 29.e6) 29.Dxh6 Df5 30.Dd2 könnte Weiß die Balance halten.

26...c5 27.Sf6+ Kh8 28.Sd5 De5 28...f5 29.c4 De5 führt nur zur Zugumstellung.

29.c4

Diagramm

29...f5! Plötzlich steht der Springer auf d5 auf wackeligen Füßen.

30.Lc1 Lxd5 Nach 30...Txd5!? 31.cxd5 Lxd5 32.Lf4 De7 konnte Weiß, wie in der Partie, fortsetzen: 33.exd5 Dxe1+ 34.Kh2.

31.cxd5 Txd5 32.Lf4 De6 33.exd5 Vielleicht sollte Weiß das Endspiel 33.Kf1 Td8 34.exf5 Dxf5 35.De4 anstreben.

33...Dxe1+ 34.Kh2 De4 35.d6? Verliert ziemlich einfach. Chancen aufs Überleben bot 35.Dxe4 fxe4 36.Kg1 d3 (36...a6 37.Lc7 b5 38.axb5 axb5 39.d6 Le5 40.Lb8) 37.Kf1 Kg8 38.Lb8 Lc3 39.Lxa7 La5 40.Lb8 Kf7 41.Lf4 Kf6 an.

35...Dxf3 36.gxf3 Lf6 37.d7 Kg8 38.Kg2 Ld8 39.Lb8 Wenn 39.a5 bxa5 40.Ld6 d3 41.Kf1 dann 41...a4 42.bxa4 c4.

39...a5 40.Kf1 Kf7 41.Ke2 Ke6 42.Kd3 Kxd7 43.Lg3 Kc6 44.Kc4 h5 45.f4 h4 46.Lh2 Lc7 47.f3 g5 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog