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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5594 vom 13.08.2010, Kategorie Kolumne

Staatsmeister 2010: Moser und Ragger

Eva Moser und Markus Ragger verteidigten erfolgreich ihre Favoritenrollen bei den Staatsmeisterschaften für Damen und Herren vom 24. Juli bis 1. August in Wien. Während der Durchmarsch von Markus Ragger (8 aus 9) keinen Zweifel aufkommen ließ, musste Eva Moser eine Niederlage einstecken und sich an die Spitze zurück kämpfen. Bei den Herren starteten insgesamt 110 Spieler. Es war beinahe die gesamte österreichische Elite am Start, ausgenommen GM Niki Stanec, der kurzfristig absagte. Wie schon erwähnt, legte die Nummer 1 von Österreich ein unglaubliches Tempo vor. Nur sein Hauptkonkurrent, GM David Shengelia, konnte in der ersten Hälfte mitgehalten. Allgemein präsentierte sich David aber nicht in bester Form. Es reichte aber für den zweiten Platz. Einen zweiten Schachfrühling erlebt der Routinier IM Alexander Fauland. Nach seinem guten Abschneiden in Oberwart eroberte Alexander, nicht weniger überraschend, den dritten Platz. Unter ihrer Erwartung blieb der Rest der Nationalmannschaft: IM Neubauer, IM Kreisl und IM Danner. Sie werden gemeinsam mit Ragger und Shengelia im September Österreich bei der Olympiade in Russland vertreten.

Ragger M. (2614) - Neumeier K. (2380)

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sc3 Sf6 4.e3 e6 5.Sf3 Sbd7 6.Le2 Markus weicht von den erprobten Varianten nach 6.Ld3 ab.

6...Ld6 Weiß droht noch nicht e3-e4, Schwarz kann sich daher ruhig weiter entwickeln.

7.0-0 0-0 8.b3 Se4 9.Sxe4 dxe4 10.Sd2 f5 11.c5 Lc7 12.f4 exf3 13.Sxf3 Sf6 14.Ld3 Ld7 15.De1 Le8 16.Dh4 Lg6 17.Ld2 Weiß deutet das Manöver Ld2-e1-g3 mit Tausch der schwarzfeldrigen Läufer an. Die Alternative war 17.Lb2

17...Dd7 Schwarz konnte natürlich ins Endspiel übergehen: 17...Se4 18.Le1 h6 19.Dxd8 Taxd8 mit dynamischem Gleichgewicht. Das Endspiel ist aber nicht unbedingt die Stärke von Klaus Neumeier.

18.Lc4 Tae8 19.Le1 Sd5 Gut war auch 19...Se4 20.Sd2 Sxd2 21.Lxd2 Tf6 nebst Lf7.

20.Ld2 Markus kommt mit seinem Plan nicht weiter. Klaus hält bis jetzt problemlos die Balance.

20...Sf6 Für den aktiven Stil von Klaus wäre 20...b5 zu erwarten, was hier ganz gut funktionieren würde.

21.Dh3 Das war vielleicht die einzige Partie, wo Markus Probleme mit der Stellungsbehandlung hatte. Dies zeigte sich auch durch seinen hohen Zeitverbrauch.

21...Kh8 Aggressiver war 21...Se4 22.Le1 und 22...b5!

22.Le1 Sd5 Interessant war 22...Sg4

23.Lg3?! Fragwürdige Entscheidung, die sich aber im Nachhinein als richtig erwiesen hat.

23...f4!? Ambitioniert gespielt. Nach 23...Lxg3 24.Lxd5 (24.hxg3? Sxe3 25.Tfe1 25...Sg4 26.Tad1 b5) 24...Lxh2+ 25.Dxh2 exd5 26.Se5 De6 27.Tf3 hätte Weiß natürlich Kompensation für den Bauern, aber nicht mehr.

24.Lxf4 Sxf4 25.exf4 Txf4 26.Tad1 Lf5 27.Dg3 Lg4 28.Kh1 Es ist auch nach 28.h3 Lh5 29.Dg5 Lxf3 30.Txf3 Txf3 31.gxf3 Tf8 nicht leicht für Weiß.

28...Tef8 29.Se5 Dxd4??

Diagramm

Schade! Klaus spielte bis jetzt hervorragend und dann so ein Patzer! Zum Vorteil führte 29...Txf1+ 30.Txf1 Txf1+ 31.Lxf1 Dxd4 32.Sf7+ Kg8 33.Dxc7 Df2 34.Sh6+ (34.Db8+ Kxf7 35.Dxb7+ Kf6 36.Da6 Dxc5) 34...gxh6 35.Dd8+ Df8 36.Dd3 e5.

30.Dxf4! Böse Überraschung!

30...Dxf4 30...Txf4 31.Txd4 Txd4 32.Tf8#

31.Sxg4!! Und das ist schon der Todesstoß! Das Endspiel 31.Txf4 Txf4 32.Sxg4 Txg4 33.Td7 La5 34.Txb7 h5 35.g3 Td4 36.a3 sollte auch gewonnen sein, dauert aber länger!

31...h5 32.Txf4 Txf4 33.Se3 Der Rest ist überflüssig.

33...Tf2 34.a4 h4 35.Kg1 Tb2 36.Sg4 h3 37.gxh3 La5 38.Lxe6 Lb4 39.Td8+ Kh7 40.Lf5+ g6 Nach diesem schwierigen Punkt in der vierten Runde war Markus Ragger nicht mehr zum stoppen. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog