Wiener Zeitungs Schachergebnisserver - Kolumne
Schach Homepage Swiss-Manager Homepage Österreichischer Schachbund Homepage Wiener Zeitung Homepage CMS-Version 10.06.2017 12:15, Logged on: Gast Suche Impressum Sitemap Login Logoff Kontakt
 Home   Österreich   Welt   Kolumne   Meisterschaft   Turnier-DB   Archiv   Turnierkalender   Links   Datenpflege 

Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5612 vom 17.09.2010, Kategorie Kolumne

Graz Open

Das traditionelle Open in Graz (In Memoriam Gertrude Wagner) verliert leider von Jahr zu Jahr etwas an Bedeutung und Stärke. Heuer überlegten sich die Veranstalter, das vom 28. August bis 5. September stattfindende Turnier attraktiver zu gestalten. Neben den zwei üblichen Open-Turnieren wurden ein IM- und ein Damen-Großmeister-Turnier organisiert. Eine begrüßenswerte Initiative, die hoffentlich Tradition wird!

Im A-Open fehlten neue interessante Namen und ein Großteil der österreichischen Spitze. Für Viele wie auch für mich überraschend war, dass nicht der favorisierte David Shengelia gewann, sondern GM Georg Mohr aus Slowenien, ein alter Bekannter in diversen österreichischen Ligen.

Die Schachattraktion in Graz war für mich aber die Siegerin des Damenwettbewerbs, IM Carolina Lujan aus Argentinien. Mit ihrem für eine Dame untypisch aggressiven Stil kamen ihre Gegnerinnen schwer zurecht! Eva Moser bestätigte ihre gute Form und wurde Zweite. Der Rest des Nationalteams (Kopinits, Exler, Schink, Novkovic) war der internationalen Konkurrenz nicht gewachsen.

Im IM-Turnier fehlte offensichtlich die Motivation beim älteren Teil des Feldes, dafür konnten die jungen Österreicher Lukas Handler, Peter Schreiner und Florian Pötz wichtige Erfahrungen sammeln. Unbeeindruckt von der friedlichen Turnier-Stimmung verfolgte der 17-jährige Deutsche Patrick Zelbel sein Ziel, die Erreichung einer IM-Norm. Er schaffte die dafür notwendigen 6 Punkte und diese genügten auch für den Turniersieg.

Mohr (2511) - Basagic (2327)

1.e4 e5 2.Sf3 d6 3.d4 Sf6 4.Sc3 Sbd7 5.Lc4 Le7 6.0-0 0-0 7.Te1 c6 8.a4 Dc7 9.h3 b6 10.Sh4 exd4 11.Dxd4 Te8 11...Se5 war hier angebrachter.

12.Sf5 Se5 Nach 12...Lf8 13.Lg5 kommt Schwarz in Schwierigkeiten.

13.Sxe7+ Dxe7 14.Le2 c5 Flexibler war vielleicht zuerst 14...Lb7.

15.Dd1 15.De3 verdiente Beachtung.

15...Lb7 16.Lb5 Ted8 17.Sd5 Sxd5 18.exd5 Dh4 Genauer war 18...a6 19.Lf1 Te8 20.Le3 und jetzt 20...Dh4.

19.Ta3 a6 20.Lf1 Te8 21.Tb3 Sd7 22.c4 a5 23.Tbe3 Kf8 24.De2 Txe3 Auf 24...Te5 könnte 25.g3 Df6 26.f4 Txe3 27.Dxe3 folgen.

25.Dxe3 Se5 26.Ld2 Interessant war 26.Db3 Dd8 27.Ld2.

26...La6 27.b3 Auch hier war 27.Db3 eine interessante Option: 27...Dd8 28.Lc3

27...Dd8 Präziser war 27...Te8 28.g3 (Auf 28.f4 einfach 28...Sf3+ 29.Dxf3 Txe1) 28...Dd8.

28.Lc3 Sg6 Schwarz kann den Punkt e5 nicht halten: 28...f6 29.De4 Kg8 30.f4 Sg6 31.g3 Ta7 32.De8+ Dxe8 33.Txe8+ Kf7 34.Tb8 Lb7 35.h4 nebst Lf1-h3.

29.Ld3 Weiß könnte hier mit 29.Dg3 Ta7 30.h4 vielleicht mehr erreichen.

29...Ta7 30.Lxg6!? hxg6 31.Kh2 Lc8 32.Lb2 f6 33.Dg3 Weiß greift den schwachen d6-Bauern an.

Lf5 34.Lc1 Te7 35.Txe7 Kxe7 36.Lf4 Lc2 37.Dc3 Lf5 38.g4 Lc8 39.De3+ Kf7 40.Dg3 Ke7

Diagramm

41.h4! GM Mohr eröffnet eine zweite Front.

41...Dd7 42.f3 Dd8 43.Kg1! Zuerst wird die Stellung des Königs verbessert.

43...Dd7 44.Kf2 Dd8 45.Ke1 Dd7 46.Kd2 Dd8 47.Dh2! Dd7 48.h5! g5 48...gxh5 49.gxh5 nebst Dg3.

49.Lg3 f5 Falls sich Schwarz mit 49...Dd8 passiv verhält, kommt Weiß in folgender Weise weiter: 50.Kc3 Dd7 51.h6 gxh6 52.Dxh6 Dd8 53.Dh2 Dd7 54.Kb2 Dd8 55.f4 und wenn 55...Lxg4 dann 56.Dh7+ Ke8 57.fxg5 fxg5 58.Dg6+.

50.h6! gxh6 51.Dxh6 fxg4 52.Dxg5+ Kf7 53.fxg4 De7 Das Endspiel 53...Dxg4 54.Dxg4 Lxg4 55.Lxd6 ist hoffnungslos für Schwarz.

54.Df4+ Kg8 54...Ke8 55.g5

55.Dxd6 De4 56.Dd8+ Kf7 57.Dc7+ Kg6 58.Dxb6+ Kg5 59.Dd8+ Kxg4 60.Dh4+ 60.Dh4+ Kf3 (60...Kf5 61.Dh7+) 61.Dh1+ und Schwarz verliert die Dame. 1-0

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog