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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5718 vom 15.04.2011, Kategorie Kolumne

EM: Markus Ragger sensationell Sechster!

Die Serie von russischen Siegen bei Europameisterschaften setzte sich bei der diesjährigen Auflage in Aix Les Bains (Frankreich) vom 22. März bis 2. April fort. Nach den Großmeistern Nepomniachtchi im Jahr 2009 und Tomashevsky 2010 heißt der neue Europameister Vladimir Potkin! Der 29-jährige Russe startete optimal mit 5 Punkten aus 5 Partien. Es spielte sehr ökonomisch mit im Schnitt nur knapp 29 Zügen pro Partie. Mit dem wichtigen Sieg in der vorletzten Runde mit Schwarz gegen Jobava (unsere heutige Partie) legte er den letzten entscheidenden Grundstein für seinen Turniersieg.

Ein sensationelles Turnier spielte Österreichs Nummer 1, Großmeister Markus Ragger! Er belegte, als Nummer 73 gesetzt, den sensationellen sechsten Platz bei 393(!) Teilnehmern mit 8 Punkten aus 11 Runden ohne Niederlage und qualifizierte sich damit für den FIDE Welt Cup. Der Rest des rot-weiß-roten Teams präsentierte sich unterschiedlich. Über ihren Erwartungen spielten IM Fauland (6 Punkte), IM Diermeier (5,5), IM Wittmann (5,5), IM Kreisl (5) FM Dietmeyer-Kräutler (5). Etwas unter ihren (Elo-)Erwartungen blieben GM Shengelia (6,5) und IM Schroll (5).

Endstand nach 11 Runden:
1. Vladimir Potkin (Russland),
2. Radoslaw Wojtaszek (Polen),
3. Judit Polgar (Ungarn),
4. Alexander Moiseenko (Ukraine) jeweils 8,5 Punkte,
5. Francisco Vallejo Pons (Spanien),
6. Markus Ragger (Österreich),
7. Sebastien Feller (Frankreich),
8. Peter Svidler (Russland) jeweils 8 Punkte,
121 David Shengelia (Österreich).

Jobava (2707) - Potkin (2653)

1.c4 c6 2.d4 d5 3.Sf3 Sf6 4.Db3 e6 5.Lg5 h6 6.Lh4 dxc4 7.Dxc4 b5 8.Dc2 Lb7 9.Sc3 9.e3 Sbd7 10.Ld3 Tc8 11.De2 a6 12.a4 c5 13.0-0 c4 14.Lc2 Db6 15.axb5 axb5 16.Sc3 b4 17.Sa4 Dc6 18.e4 Sxe4 19.d5 exd5 20.Sd4 Dc7 21.f3 De5 22.fxe4 Dxd4+ 23.Kh1 Ld6 24.Tf5 c3 25.bxc3 bxc3 26.exd5+ Se5 27.Db5+ Lc6 28.dxc6 und Schwarz konnte sich retten, remis, Bologan (2693) - Grigorian (2595), Moskau 2011.

9...Sbd7 10.e4 Db6 10...b4 11.Lxf6 gxf6 12.Sa4 Da5 13.b3 Tc8 14.Td1 Lg7 15.Lc4 0-0 16.0-0 Tfd8 17.Tfe1, remis, J. Horvath (2519) - Ribli (2577), Österreichische Bundesliga 2007.

11.Le2 11.Ld3 wäre unpräzis: 11...a6 12.0-0 c5 13.d5 c4 14.dxe6 Dxe6 15.Le2 (Tempoverlust) 15...Lc5 16.Tad1 0-0 17.Sd4 Db6 mit dynamischem Gleichgewicht, 1-0, Stocek (2539) - Kniest (2293), Barcelona 2003.

11...Sh5!? 12.d5!? Typisch für den aggressiven Stils von GM Jobava.

12...Sf4 Interessant war 12...g5!? 13.dxe6 fxe6 14.Se5 Sf4 15.Sxd7 Kxd7 16.0-0-0+ Ke7 17.Lg3 Lg7.

13.dxe6 Sxe6 13...fxe6 verdient Beachtung: 14.0-0-0 g5 (14...Lb4 15.Lg3) 15.Lg3 Lc5.

14.0-0-0 Lb4 15.Kb1 Sdc5 16.Td6 0-0 17.Sd5!?

Diagramm

Gewinnt die Dame! Die Konsequenzen sind aber unklar! Die Alternative war 17.Se5.

17...cxd5! Nach 17...Da5 18.Se7+ Kh8 19.Thd1 dominiert Weiß eindeutig!

18.Txb6 axb6 Plötzlich wird es rund um den weißen König ungemütlich. Die Stellung ist mit Weiß sehr schwer zu behandeln. GM Jobava versucht forciert, die Spannung zu entlasten. Ohne Erfolg.

19.a3 dxe4 20.axb4 exf3 21.bxc5 21.Lxf3 Lxf3 22.gxf3 Sd4 23.Dc3 Scb3 und matt auf a1.

21...fxe2 22.c6 22.Dxe2 kostet zusätzlich Material: 22...Sxc5 23.f3 Sb3 24.Dd3 Ta1+ 25.Kc2 Txh1 26.Kxb3 Txh2 27.Le7 Ta8 28.Dd7 Lc8.

22...Sd4 23.Dd3 Das Endspiel nach 23.cxb7 Ta1+ 24.Kxa1 Sxc2+ 25.Kb1 e1D+ 26.Txe1 Sxe1 27.Lg3 Sxg2 28.Kc2 g5 29.b8D Txb8 30.Lxb8 f5 sollte für Schwarz gewonnen sein.

23...Sxc6 24.f3 Auf 24.Dxe2 folgt 24...Ta4 25.Lg3 Tfa8.

24...Ta4 25.Dd7 Txh4 26.Dxb7 Td4 und der e-Bauer entscheidet! 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog