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Aus dem Schacharchiv der Wiener Zeitung: Artikel: 5822 vom 30.09.2011, Kategorie Kolumne

Weltcup in Khanty-Mansiysk

Zu einem rein russischen Finale zwischen Peter Svidler und Alexander Grischuk kam es beim Weltcup in Khanty-Mansiysk (Russland) vom 28. August bis 20. September. Mit einem schwarzen Sieg übernahm Svidler gleich die Führung in der ersten von vier Partien. Mit den drei folgenden Remisen behielt er gekonnt den Vorsprung und gewann damit zum ersten Mal den Weltcup! Im Kampf um den dritten Platz, der die Teilnahme beim Weltmeisterschaftszyklus sichert, konnte sich Ivanchuk gegen seinen Teamkollegen Ponomariov durchsetzen.

Zum ersten Mal war auch Österreichs Nummer 1, Markus Ragger, dabei. Seine Auslosung fiel nicht gerade leicht aus: GM Alekseev. Die beiden regulären Partien endeten mit zwei Kurzremisen - beide Gegner zeigten zu viel Respekt von einander. In der ersten Schnellschachpartie des Stichkampfes hatte Markus nach einem großartig geführten Angriff ein total gewonnenes Endspiel. Aber anscheinend versagten seine Nerven und die Partie endete Remis. Noch nicht vom Schock erholt, musste er gleich die zweite Partie mit Schwarz bestreiten, was ihm auch ganz gut gelang. Sein Gegner spielte auf Zeit und wartete auf Fehler von Markus, die leider passierten.

Kamsky (2741) - Svidler (2739)

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0-0 b5 6.Lb3 Lc5 7.a4 Tb8 8.axb5 axb5 9.c3 d6 10.d4 Lb6 11.Le3 0-0 12.Sbd2 h6 13.h3 Te8 14.Dc2 exd4 15.cxd4 Sa5 16.La2 Lb7 17.e5 Sd5 18.Lb1 g6 19.Lxh6 Sc6 20.exd6 Beachtung verdient 20.Se4!? Sxd4 21.Sxd4 Lxd4 22.exd6 cxd6 23.Dd2.

20...Dxd6 21.Se4 Db4 22.La2 Sxd4 Auf 22...De7 könnte 23.Lxd5 Sb4 24.Dd2 folgen. Zum Beispiel: 24...Lxd5 25.Sc5 Lxf3 26.Dxb4 Lc6 27.Le3 mit Vorteil für Weiß.

23.Sf6+ Kh8 23...Sxf6?? 24.Dxg6+.

24.Sxd4 Sxf6 25.Sc6 Dh4 26.Sxb8

Diagramm

Weiß hat es auch nach 26.Lxf7 Dxh6 27.Lxe8 Txe8 28.Tae1 Dg5 29.Txe8+ Sxe8 30.Te1 Sg7 schwer und auf 26.Le3 folgt 26...Txe3!! 27.fxe3 Te8!

26...Te2!! Die richtige Reihenfolge! 26...Dg3? wäre ungenau: 27.Sc6 Te2 28.Dc3 Lxf2+ 29.Kh1 Dxc3 30.bxc3 Lxc6 31.Tfd1 Lc5 32.Td2 Lxg2+ 33.Kh2 Ld6+ 34.Kg1 Lc5+ 35.Kh2 Ld6+ mit Dauerschach.

27.Dc3 Nach 27.Dxe2 Dg3 wäre Weiß schutzlos gegen das Matt auf g2.

27...Txf2 28.Sc6 Txf1+ 0-1


Ponomariov (2764) - Svidler (2739)

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 7.Da4+ Ld7 Eher selten gespielt.

8.Da3 Sc6N Interessanterweise wurde dieser natürliche Zug noch nie gespielt!

9.Sf3 e5 10.Le3 Beachtung verdient 10.d5 Se7 11.Ld3.

10...exd4 11.cxd4 De7 12.Dxe7+ Sxe7 13.Tb1 Die Alternative war 13.Tc1 c6.

13...0-0-0 Nach 13...b6 14.Lc4 dominiert Weiß.

14.Lc4 f5!? Svidler sucht sofort das Gegenspiel. Nach 14...f6 15.0-0 stünde Schwarz sehr passiv.

15.Sg5 Nun muss sich Schwarz von einer Qualität trennen. Die Alternative war 15.e5 Lc6 16.Ke2 Sd5 17.Thc1.

15...fxe4 16.Sf7 Sf5 17.0-0 Auf 17.Ld5 folgt 17...b6.

17...Sxd4 18.Lxd4 Weiß trennt sich vom Läuferpaar, dafür gewinnt er aber einen Bauern zurück. Die andere Möglichkeit wäre: 18.Tfd1 Lf5 19.h3 h5.

18...Lxd4 19.Sxh8 Txh8 20.Ld5 b5 21.Lxe4 c5 Schwarz hat durch seine starken verbundenen Bauern am Damenflügel trotz Minusqualität ausreichende Kompensation.

22.g3 a5 23.Kg2 b4 24.Ld5 Kc7 25.Lc4 Kd6 26.Tfe1 a4 27.f3 Tb8 28.Te2? Diese Ungenauigkeit beschleunigt den weißen Niedergang. Besser war 28.g4!?

28...Lf5 29.Td1 b3 30.axb3 axb3 31.g4 Ld7 32.Te3 b2 33.Tb3 Txb3 34.Lxb3 Lb5 35.La2 Kc6 36.Td2 Kb6 37.f4 Lc6+ 38.Kg3 Le4 39.Td1 Kb5 40.Te1 Ld3 41.Te7 c4 42.Td7 c3! 43.Td5+ 43.Txd4 c2

43...Lc5 43...Lc5 44.Txd3 c2 0-1

GM Ilia Balinov / Heinz Herzog